Humboldt-Alumni-Preis für innovative Netzwerkinitiativen 2011

Zum dritten Mal zeichnet die Stiftung drei Projekte aus, die die akademischen und kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und den Heimatländern der Humboldt-Alumni fördern oder deren Zusammenarbeit in den jeweiligen Ländern und Regionen stärken sollen. Die Preise sind mit je 25.000 Euro dotiert. Die Verleihung wird im Rahmen der Jahrestagung am 27. Juni in Berlin stattfinden.
Im Folgenden finden Sie eine kurze Beschreibung der prämierten Initiativen.

Deutschlandinformationen für japanische Nachwuchswissenschaftler

Ziel der gemeinsamen Netzwerkinitiative von Seigo Hirowatari und den Humboldt-Vereinigungen Japan-Ost und Japan-West ist der Aufbau eines Informations- und Beratungsnetzwerks für japanische Nachwuchswissenschaftler, die sich für einen Forschungsaufenthalt in Deutschland interessieren. So soll ihnen der Zugang zu den Angeboten der Humboldt-Stiftung erleichtert werden. Hauptmedien des geplanten Netzwerks sollen eine Webseite und eine umfangreiche Datenbank sein, die Informationen zu Forschungsstandorten in Deutschland, Beratungs- und Kontaktmöglichkeiten bieten. Die Webseite wird in japanischer und deutscher Sprache verfügbar sein.

Seigo HirowatariProf. Dr. Seigo Hirowatari
lehrt deutsches Recht und vergleichende Rechtssoziologie an der School of Law der Senshu University in Tokyo. Er ist als Vorsitzender der Abteilung für Geistes- und Sozialwissenschaften im Science Council of Japan tätig. Von 1980 bis 1982 war er Humboldt-Forschungsstipendiat an der Universität Gießen und erhielt 2009 die Heisenberg-Medaille der Humboldt-Stiftung. Während seiner Laufbahn hatte er das Amt des Vizerektors der Tokyo University inne, wo er als Emeritus lehrt. Seit 2007 ist Hirowatari Präsident der Humboldt-Vereinigung Japan-Ost. Außerdem war er Präsident der Japanischen Gesellschaft für Rechtssoziologie und der Japanischen Gesellschaft für Deutschstudien.

Wissenschaftliche Humboldt-Zeitschrift in Russland

Tatjana Ilarionova möchte mithilfe des Humboldt-Alumni-Preises eine Zeitschrift mit dem Titel "Russland und Deutschland. Eine wissenschaftliche Humboldt-Zeitschrift" verlegen. Durch die Zeitschrift soll eine Verbindung zwischen Humboldtianern in Russland und in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) geschaffen werden. Gleichzeitig soll die Zeitschrift als Plattform für den Austausch zwischen russischen Wissenschaftlern und der deutschen Wirtschaft dienen. Der thematische Schwerpunkt soll hierbei auf der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland liegen. Publizieren können in der Zeitschrift russische Humboldtianer aller Disziplinen, ebenso wie Doktoranden, Vertreter deutsch-russischer Belange und russischsprachige Humboldtianer aus den GUS-Ländern.

Tatjana IlarionovaProf. Dr. Tatjana Ilarionova
begann ihre Karriere als Journalistin bei der Zeitung "Neues Leben". Seit 1989 arbeitet sie an der State Academy of Management in Moskau und wurde dort 2001 zur Professorin am Lehrstuhl für Staatsdienst und Personalpolitik berufen. Sowohl in ihrer Doktorarbeit als auch in der Habilitationsschrift thematisierte sie die Geschichte der deutschen Minderheit in Russland. Von 1995 bis 1996 war sie als Humboldt-Forschungsstipendiatin an der Universität Bonn und ist seitdem mehrmals zu erneuten Forschungsaufenthalten nach Deutschland gereist.

Geisteswissenschaftler in der Umweltforschung

Sabine Wilke möchte mit dem Humboldt-Alumni-Preis ein transatlantisches Forschernetzwerk zu den geisteswissenschaftlichen Aspekten der Umweltforschung aufbauen. Dieses fachübergreifende Netzwerk soll Wissenschaftler einschließen, die auf den Gebieten Literatur, Kultur, Geschichte und Philosophie mit Bezug zu Umweltfragen forschen. Mithilfe von Tagungen, Austausch, Forschungskollaborationen und einer virtuellen Plattform soll erforscht werden, wie ein produktiver Beitrag der Geisteswissenschaften zur Debatte über die Veränderungen in der Umwelt aussehen kann.

Sabine Wilke
Foto: Nancy Joseph
Prof. Dr. Sabine Wilke
lehrt seit 1989 Neuere deutsche Literaturwissenschaft am Department of Germanics der University of Washington, zuvor lehrte sie von 1986 bis 1989 in Stanford. Von 1996 bis 1997 war sie als Humboldt-Forschungsstipendiatin an der Freien Universität Berlin und der Universität Mainz. Im Herbst 2000 arbeitete sie als Visiting Professor an der Harvard University.