Humboldt-Alumni-Preis für innovative Netzwerkinitiativen 2012

Zum vierten Mal hat die Stiftung drei Projekte ausgezeichnet, die die akademischen und kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und den Heimatländern der Humboldt-Alumni fördern oder deren Zusammenarbeit in den jeweiligen Ländern und Regionen stärken sollen. Die Preise sind mit je 25.000 Euro dotiert. Die Verleihung hat im Rahmen der Jahrestagung am 20. Juni 2012 in Berlin stattgefunden.
Im Folgenden finden Sie eine kurze Beschreibung der prämierten Initiativen.

Gender und Agrarwissenschaften in Nigeria

Mit ihrer Netzwerkinitiative "Gendered Agriculture in Humboldt (GAH) Network for Sustainable Food Security and Development in Nigeria" möchte Olanike Deji dazu beitragen, das Potenzial nigerianischer Wissenschaftlerinnen und ihre Genderperspektive auf Probleme wie Nahrungsmittelsicherheit und Linderung der Armut besser zu nutzen.

Die Initiative möchte nigerianische Agrarwissenschaftlerinnen darin unterstützen, ihre wissenschaftliche Laufbahn voranzutreiben und sich auch international besser zu vernetzen. So soll das Preisgeld die Herausgabe eines Fachjournals ermöglichen, in dem der wissenschaftliche Nachwuchs Forschungsergebnisse veröffentlichen kann. Um zu erreichen, dass mehr nigerianische Wissenschaftlerinnen am Förder- und Vernetzungsangebot der Humboldt-Stiftung teilhaben können, sollen Seminare zum Schreiben von Stipendienanträgen angeboten werden, ebenso eine Online-Beratung zum Thema Forschungsanträge sowie Online-Deutschkurse.

Olanike Deji
Foto: Humboldt-Stiftung/
D. Ausserhofer

Dr. Olanike Deji
erlangte im Jahr 2002 den Doktorgrad von der Obafemi Awolowo University in Ile Ife, Nigeria, im Fachbereich landwirtschaftliche Beratung und Land- und Agrarsoziologie. Von 2009 bis 2011 hat sie als Georg Forster-Forschungsstipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Humboldt-Universität in Berlin geforscht. Seit 1995 lehrt die Alumna als Associate Professor an der Obafemi Awolowo University.

Mathematik-Netzwerk in Kamerun

Die Mathematik bildet den Unterbau für große Teile unseres Lebens – aus dieser Überzeugung plant Mama Foupouagnigni den Aufbau des "African-German Network in Mathematical Sciences and Applications". Bei einem internationalen Mathematik-Symposium, das 2013 in Kamerun stattfinden wird, soll das Netzwerk breiter bekannt gemacht werden. Um die Vernetzung zu fördern, wird an der Universität von Yaoundé einen Seminarraum für Lehre und Forschung sowie als Arbeitsplatz für Gäste eingerichtet. Für die Initiative soll eine eigene Webseite entstehen sowie eine online gestützte Datenbank mit Lehrmaterial und Prüfungsaufgaben aus der Mathematik zusammengestellt werden, die von Lehrkräften an den Universitäten genutzt werden kann. Neben afrikanischen Humboldtianern und Humboldtianerinnen werden auch deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die Initiative eingebunden sein.

Mama Foupouagnigni
Foto: Humboldt-Stiftung/
P. Himsel

Prof. Dr Mama Foupouagnigni
lehrt seit 2006 als Associate Professor am Department of Mathematics der University of Yaoundé I in Yaoundé, Kamerun. Im Jahr 2006 habilitierte er sich an der Universität Kassel in Deutschland. Im Zeitraum 2001-2002 forschte er als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung ebenfalls an der Universität Kassel. Seit 2008 engagiert sich erhrenamtlich als Vertrauenswissenschaftler der Alexander von Humboldt-Stiftung und als Präsident des Humboldt-Club Cameroon.

Transatlantische Nachwuchsförderung im Bereich elektronische Materialien

Matthew Allen Grayson möchte das transatlantische Netzwerk "Electronic Materials Gateway Network" im Fachbereich Ingenieurwissenschaften aufbauen. Ziel seiner Initiative ist, in den USA und Deutschland junge Talente und den Nachwuchs in diesen Fächern für eine wissenschaftliche Karriere zu begeistern. Mit dem Preisgeld sollen gegenseitige Besuche von Forscherinnen und Forschern aus den USA und Deutschland ermöglicht werden; ihre Vorträge sollen live an alle beteiligten Forschungsinstitute übertragen werden. Darüber hinaus werden insgesamt drei Studierende im Bachelor- oder Masterstudiengang aus den USA und Deutschland die Möglichkeit erhalten, im jeweils anderen Land acht Wochen für ihre Abschlussarbeiten zu forschen.

Matthew Grayson
Foto: Humboldt-Stiftung/
P. Himsel

Dr. Matthew Grayson
erlangte 1998 den Doktorgrad im Fach Elektrotechnik an der Princeton University in den USA und lehrt seit 2007 an der Northwestern University in Illinois, USA, im Fachbereich für Elektrotechnik und Informatik. Von 2000 bis 2002 forschte er als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Technischen Universität München.