Humboldt-Alumni-Preis für innovative Netzwerkinitiativen 2013

Zum fünften Mal hat die Humboldt-Stiftung Initiativen von Humboldt-Alumni ausgezeichnet, die die akademischen und kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und den Heimatländern der Humboldt-Alumni fördern oder deren Zusammenarbeit in den jeweiligen Ländern und Regionen stärken sollen.
In diesem Jahr wurden drei Initiativen aus Ägypten, Australien und Brasilien sowie drei weitere aus Subsahara-Afrika im Rahmen der Neville Alexander Gedächtnisinitiative ausgewählt und mit jeweils bis zu 25.000 Euro gefördert. Die Fördergelder für die Initiativen in Ägypten, Australien und Brasilien stammt aus Mitteln des Auswärtigen Amtes; die Initiativen in Subsahara-Afrika werden als Teil des Deutsch-Südafrikanischen Jahres der Wissenschaft 2012/2013 aus Mitteln des Bundesforschungsministeriums gefördert („Humboldt-Alumni-Preis zur Förderung des African-German Network of Excellence in Science“).
Die Verleihung fand im Rahmen der Jahrestagung am 5. Juni 2013 in Berlin statt.

Forum zum Studium der Populärkultur

Im Rahmen der Netzwerkinitiative „Forum for the Study of Popular Culture“ von Randa Abou-Bakr soll ein Forum zur Erforschung der Populärkultur errichtet werden, das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dieses Fachgebiets Ressourcen und Expertise für ihre Arbeit zur Verfügung stellt. Das Netzwerk will einzelnen Forscherinnen und Forschern, Forschungsinitiativen und Kulturschaffenden aus der arabischen Region, Deutschland und weiteren Ländern die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch bieten. Dem akademischen Nachwuchs in Ägypten und der arabischen Region wird im Rahmen der Initiative zudem die Möglichkeit angeboten, für kurze Forschungsaufenthalte nach Deutschland zu reisen. Ein langfristiges Ziel der Initiative ist der Aufbau eines unabhängigen Forschungszentrums mit eigener Fachbibliothek, an dem auch akademische Abschlüsse erlangt werden können.

Randa Aboubakr
Foto: privat

Prof. Dr. Randa Abou-bakr
hat ihre Promotion 1998 an der Universität Kairo im Fach Vergleichende Literaturwissenschaften abgeschlossen. Von 2007 bis 2009 forschte sie als Stipendiatin der Humboldt-Stiftung an der Freien Universität Berlin und am Zentrum Moderner Orient in Berlin. Abou-Bakr lehrt seit 2009 englische und vergleichende Literaturwissenschaften an der Fakultät für Englische Sprache und Literatur der Universität Kairo.

Aufbau eines Humboldt-Netzwerks in Ghana

Mit der Netzwerkinitiative „Towards the Establishment of an Effective Humboldt Network in Ghana“ möchte der Agrarwissenschaftler Samuel G.K. Adiku Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Ghana beim Aufbau ihrer Forschungskarriere und bei Bewerbungen um Stipendien für einen Forschungsaufenthalt in Deutschland unterstützen. Die Initiative steht vor der Herausforderung, dass die Bewerbungszahlen um ein Humboldt-Forschungsstipendium aus Ghana deutlich zurückgegangen sind und immer weniger Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Land promoviert werden. Ziel der Netzwerkinitiative es daher, langfristig die Qualität der Forschung und die Zahl qualifizierter Bewerbungen für ein Forschungsstipendium der Humboldt-Stiftung zu steigern. Zu diesem Zweck wird er Mentoren identifizieren, die den akademischen Nachwuchs hinsichtlich ihrer Forschungsarbeiten und Publikationen beraten. Monatlich stattfindende Seminare werden den Mitgliedern des Netzwerks die Möglichkeit zum wissenschaftlichen Austausch und zur besseren Vernetzung geben.

Samuel G.K. Adiku
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Prof. Dr. Samuel G.K. Adiku
promovierte 1996 an der Griffith University, Brisbane, Australien im Fachbereich Umweltwissenschaften. Im Zeitraum 1997 bis 1998 forschte er als Stipendiat der Humboldt-Stiftung an der Technischen Universität Berlin. Samuel G.K. Adiku lehrt seit 2005 im Fachbereich Bodenkunde am College of Agriculture and Consumer Sciences der University of Ghana in Legon, Accra und ist zudem als Direktor der Abteilung für wissenschaftliche Qualitätssicherung tätig. Seit 2010 engagiert er sich ehrenamtlich als Vertrauenswissenschaftler der Humboldt-Stiftung in Ghana.

Aufbau eines ost-afrikanischen Netzwerks im Fachbereich Molekularbiologie und Bioinformatik

Mit der Initiative „A Network for Capacity Building in Molecular Biology and Bioinformatics in Eastern Africa“ möchte Hamadi I. Boga ein deutsch-afrikanisches Netzwerk im Fachbereich Biologie aufbauen. Das Netzwerk wird dazu beitragen, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Subsahara-Afrika Kenntnisse über neueste Forschungsmethoden zu vermitteln und sie international konkurrenzfähig zu machen. Darüber hinaus möchte Hamadi I. Boga dem akademischen Nachwuchs die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen in Deutschland eröffnen.
Dafür wollen die Mitglieder der Projektinitiative Kooperationen mit regionalen Wissenschaftsorganisationen, Expertenverbünden und Regierungsorganisationen in Kenia, Uganda, Tansania, Ruanda, Burundi und Äthiopien aufbauen und die Zusammenarbeit durch eine intensive Kontaktpflege in sozialen Medien konsolidieren.

Hamadi Boga
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Prof. Dr. Hamadi I. Boga
erlangte im Jahr 2000 seine Promotion an der Universität Konstanz. Von 2005 bis 2006 hat er als Georg Forster-Forschungsstipendiat der Humboldt-Stiftung am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg geforscht. Seit 2012 bekleidet er das Amt des Direktors des Taita Taveta University College der Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology in Voi, Kenia. Hamadi I. Boga ist seit 2010 ehrenamtlich als Vertrauenswissenschaftler der Humboldt-Stiftung in Kenia tätig.

„Dignitas Humboldt“ – Menschenwürde in Deutschland und Brasilien: Fachnetzwerk für Philosophie und Rechtswissenschaften

Ziel der Netzwerkinitiative „Dignitas Humboldt“ ist der Ausbau der deutsch-brasilianisch-argentinischen Kooperationen auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften. Draiton Gonzaga De Souza gründet hierfür ein Netzwerk zum Thema "Menschenwürde" mit Beteiligten aus den Fachbereichen Philosophie und Rechtswissenschaften. Um das Netzwerk sichtbar zu machen, wird eine internationale, interdisziplinäre Fachtagung zum Thema Menschenwürde durchgeführt.
Im Rahmen des Projekts werden eine Website „Dignitas Humboldt“ eingerichtet sowie deutschlandbezogene Sprach- und Landeskundekurse angeboten. De Souza plant zudem den Aufbau einer Beratungsstelle für potenzielle Bewerberinnen und Bewerber um Stipendien, Vorträge zu Fördermöglichkeiten in Deutschland sowie die Einrichtung eines Seminar- und Arbeitsraums für Gast-Wissenschaftler und -Wissenschaftlerinnen.

Draiton De Souza
Foto: Humboldt-Stiftung/
David Ausserhofer

Prof. Dr. Draiton G. De Souza
promovierte 1998 an der Universität Kassel im Fach Philosophie. Von 2003 bis 2005 forschte er als Stipendiat der Humboldt-Stiftung am Hegel-Archiv der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2005 ist er Dekan der Philosophischen Fakultät der Pontificia Universidade Catolica do Rio Grande do Sul in Porto Alegre, Brasilien. De Souza engagierte sich von 2005 bis 2008 als Präsident des Humboldt-Clubs Porto Alegre, Brasilien. Seit 2008 ist er ehrenamtlich als Vertrauenswissenschaftler der Humboldt-Stiftung in Brasilien tätig.

3. Nationales Mentorenprogramm zur Unterstützung junger australischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Die Initiative „Research Ambassadors and Mentoring Program (RAMP): A National Mentoring Scheme to Support Young Australian Researchers“ von Kay L. Double zielt auf die Weiterentwicklung eines nationalen Mentoren-Programms, um australische Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aller Fachrichtungen beim Erreichen ihrer Karriereziele zu unterstützen sowie Informationen über den Forschungsstandort Deutschland zu verbreiten.
Das Mentorenprogramm wurde 2010 als Kooperation der Alexander von Humboldt Alumni-Vereinigung Australien und der Zweigstelle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Sydney ins Leben gerufen. Es verfügt bereits über eine wachsende Datenbank, mit deren Hilfe geeignete Mentoren und Mentees zusammengebracht werden sollen. Kay L. Double baut das Programm zu einem nachhaltigen, effektiven Werkzeug für den akademischen Nachwuchs in Australien und zur Werbung für den Forschungsstandort Deutschland aus.

Kay L. Double
Foto: privat

Prof. Dr. Kay L. Double
erlangte im Jahr 1993 den Doktorgrad an der Flinders University of South Australia. Von 1996 bis 1997 war sie als Forschungsstipendiatin der Humboldt-Stiftung an der Universität Würzburg. Seit 2012 ist die Alumna Associate Professor im Fachbereich Biomedical Sciences an der Sydney Medical School der University of Sydney. Kay L. Double unterstützt die Humboldt-Stiftung seit 2010 ehrenamtlich als Vertrauenswissenschaftlerin in Australien.

Länderübergreifendes Netzwerk zur Biodiversitätsforschung in Südafrika, Namibia und Deutschland

Die Netzwerkinitiative „Tri-Nations Network to Promote Modern Approaches to the Study of Biological Diversity: South Africa, Namibia, Germany“ der Zoologin Heather G. Marco aus Südafrika hat zum Ziel, die Forschungszusammenarbeit zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Südafrika, Namibia und Deutschland zu beleben und den länderübergreifenden wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen jungen Akademikerinnen und Akademikern aus Südafrika und Namibia zu erweitern. Dafür werden moderne, interdisziplinäre Forschungsmethoden im Bereich der Biodiversitätsforschung vermittelt und die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch durch Workshops, Seminare sowie gegenseitige Institutsbesuche geboten.
Ferner will Heather G. Marco Informationen zu Fördermöglichkeiten in Deutschland innerhalb des Netzwerks verbreiten, welche die Beteiligten später in ihren eigenen persönlichen und professionellen Netzwerken weitergeben können. Hierdurch hofft sie, viele Synergie-Effekte zu erzielen.

Heather Marco
Foto: Humboldt-Stiftung/
David Ausserhofer

Dr. Heather G. Marco
hat ihre Promotion im Jahr 2000 im Fachbereich Zoologie an der University of Cape Town abgeschlossen. Von 2002 bis 2003 forschte sie als Humboldt-Forschungsstipendiatin an der Universität Hamburg. Heather G. Marco lehrt seit 2001 am Department of Biological Sciences der University of Cape Town. Sie unterstützt die Humboldt-Stiftung seit 2011 ehrenamtlich als Vertrauenswissenschaftlerin in Südafrika. Seit 2012 bekleidet sie zudem das Amt der Generalsekretärin der Alexander von Humboldt Association of Southern Africa.