Humboldt-Alumni-Preis für innovative Netzwerkinitiativen 2014

Zum sechsten Mal hat die Humboldt-Stiftung Initiativen von Humboldt-Alumni ausgezeichnet, die die akademischen und kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und den Heimatländern der Humboldt-Alumni fördern oder deren Zusammenarbeit in den jeweiligen Ländern und Regionen stärken sollen. Die Preise sind mit jeweils bis zu 25.000 Euro dotiert und werden aus Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert. Die Verleihung der Humboldt-Alumni-Preise fand im Rahmen der Jahrestagung der Alexander von Humboldt-Stiftung am 4. Juni 2014 in Berlin statt.

In diesem Jahr wurden Initiativen von Humboldtianerinnen und Humboldtianern aus Polen, Kuba und Kamerun ausgewählt:


Interdisziplinäres Netzwerk für die Rezeption der Antike in der Kinder- und Jugendkultur

Die polnische Philologin Katarzyna Marciniak möchte ein grenzüberschreitendes Netzwerk aufbauen und die Rezeption der Antike in der Kinder- und Jugendkultur interdisziplinär erforschen, von Büchern, Comics, Filmen, bis zu Computerspielen. Für ihre Initiative „Auf der Spur mythischer Bestien. Die Rezeption von Kreaturen aus der griechisch-römischen Mythologie in der Kinder- und Jugendkultur als Transformationsmarker“ möchte Marciniak unterschiedlichste Gruppen zusammenbringen: Neben Geförderten der Humboldt-Stiftung, Forschenden aus Deutschland und internationalen Experten der Fachbereiche Klassische Philologie, moderne Philologie, Psychologie, Philosophie und Animal Studies, will sie auch den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie Kunstschaffende beteiligen. Das Projekt soll sowohl Seminare und Publikationen als auch innovative komparatistische Einzelstudien aus regionalen Perspektiven (Europa, Afrika, Amerika, Asien, Australien) umfassen.

Katarzyna Marciniak
Foto: privat

Prof. Dr. Katarzyna Marciniak
hat ihre Promotion im Jahr 2004 bei Prof. Dr. Jerzy Axer an der Universität Warschau im Fachbereich Literaturwissenschaften abgeschlossen. Von 2006 bis 2007 forschte sie als Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Freien Universität Berlin am Institut für Griechische und Lateinische Philologie bei Prof. Dr. Bernd Seidensticker. Seit 2013 bekleidet Marciniak das Amt der Direktorin des Centre for Studies on the Classical Tradition (OBTA) an der Fakultät „Artes Liberales” der Universität Warschau.

Lateinamerikanisches Netzwerk für den Fachbereich Neuroethologie

Mit seiner Netzwerkinitiative „Latin American Network for Neuroethology“ möchte der kubanische Biologe Emanuel C. Mora die Qualität von Bildung und Forschung auf dem Gebiet der neuronalen Basis von Verhalten und sensorischer Wahrnehmung verbessern. Mora strebt an, mit einer lateinamerikanisch-deutschen Kooperation bessere Voraussetzungen für Lehre und Forschung in dem Fachgebiet an Universitäten in Lateinamerika zu schaffen. In diesem Zusammenhang sollen beispielsweise Schulungen und Online-Kurse durchgeführt und Lehrmaterialien zur Verfügung gestellt werden. Das Projekt soll sowohl Humboldtianer sowie den wissenschaftlichen Nachwuchs und Experten des Fachgebiets aus Deutschland, Ländern Lateinamerikas und den USA einbinden.

Emanuel Mora
Foto: privat

Prof. Dr. Dr. Emanuel C. Mora
erhielt 2001 im Fach Biowissenschaften die Doktorwürde an der Universidad de La Habana und 2010 im Fachgebiet Neurowissenschaften und Verhaltensbiologie an der Universidad Pablo de Olavide de Sevilla. Von 2003 bis 2004 forschte er als Georg Forster-Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung am Zoologischen Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Mora unterrichtet seit 2004 an der Biologischen Fakultät der Universidad de La Habana und ist seit 2007 Leiter der dortigen Forschungsgruppe für Bioakustik und Neuroethologie.

Afrikanisch-deutsche Mentoring-Plattform zur Unterstützung junger Geisteswissenschaftler

Nachwuchsforschende aus den Geisteswissenschaften möchte der kamerunische Linguist Daniel Ategwa Nkemleke mit seiner Netzwerkinitiative „Intra-African/German Network of Academic Writing Excellence in the Humanities: Mentoring Junior Scientists for Successful Humboldt Applications" erreichen. Ihnen sollen Informationen zu Fördermöglichkeiten für Forschungsaufenthalte in Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Mit einer neuen Mentoring-Plattform möchte er den wissenschaftlichen Nachwuchs bei Veranstaltungen sowie im Internet bei der Stipendienbewerbung beraten. Zudem sollen Diskussionsforen den fachlichen Austausch verstärken. Die Initiative plant, Forschende aus den Fachbereichen Sprachen und Literatur, Geschichte, Jura, Philosophie, Germanistik sowie Darstellende und Bildende Künste aus fünf afrikanischen Staaten und Deutschland zu beteiligen. Zum Auftakt der Initiative wird ein internationales Kolloquium in Kamerun stattfinden.

Daniel Nkemleke

Foto: Humboldt-Stiftung/
David Ausserhofer

Prof. Dr. Dr. Daniel Ategwa Nkemleke
erlangte im Jahr 2003 den Doktorgrad an der Universität Yaoundé I im Fachbereich Englische Sprache und Linguistik. Von 2006 bis 2008 forschte er im Rahmen eines Georg Forster-Forschungsstipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Chemnitz. Nkemleke lehrt seit 2000 englische Sprache und Linguistik an der Ecole Normale Supérieure der Universität Yaoundé I.