Humboldt-Alumni-Preis für innovative Netzwerkinitiativen 2015

Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat bereits zum siebten Mal innovative Netzwerkideen ihrer Alumni ausgezeichnet. Mit dem Humboldt-Alumni-Preis sollen die akademischen und kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und den Heimatländern der Humboldt-Alumni gefördert und deren Zusammenarbeit in den jeweiligen Regionen gestärkt werden. Der Preis ist mit bis zu 25.000 Euro dotiert und wird aus Mitteln des Auswärtigen Amts finanziert. Die Verleihung der Preise fand im Rahmen der Jahrestagung am 10. Juni 2015 in Berlin statt.

In diesem Jahr wurden Initiativen von Humboldtianerinnen und Humboldtianern aus Bulgarien, Nigeria, Polen, der Ukraine und den USA prämiert:

 

Der Nigerianer Oluyemi Akinloye möchte mit seiner Initiative Humboldtians’ Education Managers’ Network: Revitalising Higher Education Management and Research Linkage in Nigeria ein Netzwerk von Hochschulmanagerinnen und -managern in seinem Heimatland aufbauen. Damit soll der Erfahrungsaustausch unter Wissenschaftlern, die schon lange im Hochschulmanagement tätig sind, gefördert werden. Gleichzeitig soll ihr Wissen auch an jüngere Kolleginnen und Kollegen weitergegeben werden. Dem Netzwerk soll außerdem eine effizientere Nutzung vorhandener Forschungsinfrastruktur ermöglicht werden.

Oluyemi Akinloye
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Prof. Dr. Oluyemi Akinloye
hat seine Promotion im Jahr 2003 im Fachbereich Chemische Pathologie an der University of Ibadan in Nigeria abgeschlossen. Von 2006 bis 2007 war er Georg Forster-Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Münster. Oluyemi Akinloye ist seit 2013 Professor für Klinische Chemie und Labormedizin am College of Medicine der University of Lagos in Nigeria.

 

Die ukrainische Mathematikerin Alexandra V. Antoniouk plant zusammen mit ihrer französischen Kollegin Sylvie Paycha von der Universität Potsdam die Organisation einer Ausstellung mit dem Titel Women-Humboldtians in Mathematics around Europe. A gallery of portraits. Portraits von 13 erfolgreichen Mathematikerinnen sollen im Rahmen der Netzwerkinitiative in zehn europäischen Städten gezeigt werden. Antoniouk will damit das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die großen Unterschiede bei der Anzahl männlicher und weiblicher Mathematiker richten und junge Frauen zu einer Karriere in der Mathematik ermutigen. Im Rahmen der Initiative soll außerdem die Vernetzung und der Austausch unter den Teilnehmenden gefördert werden.

Alexandra V. Antoniouk
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Prof. Dr. Alexandra V. Antoniouk
promovierte 1993 am Kiev Institute of Mathematics der ukrainischen National Academy of Sciences. Von 1997 bis 1998 forschte sie als Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Bochum. Seit 1996 unterrichtet sie am Department of Nonlinear Analysis des Institute of Mathematics der National Academy of Sciences in Kiew in der Ukraine.

Die amerikanische Chemikerin Judith Giordan möchte mit ihrer Netzwerkinitiative Women in Innovation: Leveraging the power of the von Humboldt global network to aid women in realizing their potential as innovators and the value of their innovations to address global challenges Wissenschaftlerinnen untereinander vernetzen.
Mithilfe einer Online-Umfrage sollen Erfahrungen von Humboldtianerinnen als erfolgreiche Forscherinnen, Innovatorinnen und Impulsgeberinnen analysiert werden. In einem weltweiten Online-Netzwerk sollen dann die Ergebnisse öffentlich zugänglich gemacht werden und ein Forum entstehen, in dem Frauen sich untereinander austauschen und neue, innovative Ideen entwickeln und realisieren können.

Judith Giordan

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Prof. Dr. Judith Giordan
wurde im Jahr 1980 an der University of Maryland, USA, im Fachbereich Biophysikalische Chemie promoviert. Von 1980 bis 1981 war sie Stipendiatin an der Goethe-Universität Frankfurt. Judith Giordan lehrt seit 2014 an der Oregon State University in den USA und ist Mitbegründerin und Vizepräsidentin der Consulting-Firma ecosVC und der Investment Group Chemical Angels Network.

Przemyslaw Marciniak möchte im Rahmen seiner Initiative Byzantine Reception Network – Towards a new field of reception studies ein Netzwerk aufbauen, in dem die Mitglieder sich über die historiografische Tradition von Byzanz und dessen Rezeption in der Literatur, im Theater und in der Populärkultur der Moderne austauschen können. Auch die Forschungsmethodologie des Fachgebiets soll Thema sein. Die Ergebnisse sollen in eine Datenbank einfließen und der Öffentlickeit über eine Website zugänglich gemacht werden.

Przemyslaw Marciniak

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Prof. Dr. Przemyslaw Marciniak
promovierte 2003 an der Schlesischen Universität in Katowice, Polen, im Fachbereich Gräzistik. Von 2008 bis 2009 forschte er als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Freien Universität Berlin. Przemyslaw Marciniak ist seit 2014 Leiter des Lehrstuhls für klassische Philologie an der Schlesischen Universität.

Ziel der Netzwerkinitiative Humboldt Astroinformatics Networking des Astronomen und Informatikers Milcho Kirilov Tsvetkov ist die Vernetzung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus seinem Heimatland und den benachbarten Balkanstaaten sowie aus Armenien, Deutschland und der Ukraine, die im Bereich Astroinformatik forschen. Die Mitglieder des Netzwerks sollen Forschungsinstrumente entwickeln und sich über Innovationen in der Informationstechnologie austauschen. Außerdem sollen internationale wissenschaftliche Kooperationen initiiert und ein Webportal für den Austausch und die Vernetzung – auch des wissenschaftlichen Nachwuchs – eingerichtet werden.

Milcho Kirilov Tsvetkov

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Prof. Dr. Milcho Kirilov Tsvetkov
hat seine Promotion 1976 an der Yerevan State University, Armenien, in den Fächern Physik und Mathematik abgeschlossen. Von 1988 bis 1990 forschte er als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Münster. Milcho Tsvetkov ist seit 2013 Leiter des Sofia Sky Archive Data Center sowie außerordentliches Mitglied am Institute of Mathematics and Informatics der Bulgarian Academy of Sciences in Sofia, Bulgarien.