Humboldt-Alumni-Preis für innovative Netzwerkinitiativen 2016

Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat bereits zum achten Mal innovative Netzwerkideen ihrer Alumni ausgezeichnet. Mit den Humboldt-Alumni-Preisen sollen die akademischen und kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und den Heimatländern der Humboldt-Alumni gefördert und deren Zusammenarbeit in den jeweiligen Regionen gestärkt werden.

Ein Humboldt-Alumni-Preis ist speziell zur Förderung von Initiativen zur Vernetzung von Wissenschaftlerinnen bestimmt. Er soll dazu beitragen, die Karrierewege von Wissenschaftlerinnen langfristig zu stärken und künftig mehr Forscherinnen für eine Beteiligung an den Förderprogrammen der Stiftung zu gewinnen.

Die Preise sind mit je bis zu 25.000 Euro dotiert und wird aus Mitteln des Auswärtigen Amts finanziert. Die Verleihung der Preise fand im Rahmen der Jahrestagung am 6. Juli 2016 in Berlin statt.

In diesem Jahr wurden Initiativen von Humboldtianerinnen und Humboldtianern aus Argentinien, Australien, Großbritannien und der Russischen Föderation prämiert:

 

Im Rahmen ihrer Netzwerkinitiative Museum Networks: People, Itineraries, and Collections (1770-1920) wird die Anthropologin und Sozial- und Ideenhistorikerin Irina Podgorny ein Museen-Netzwerk gründen, in dem sich die Teilnehmerinnen archäologischen und ethnographischen Sammlungen des 18. und 19. Jahrhunderts widmen. In diesem Netzwerk sollen sich Humboldtianerinnen aus Argentinien, Uruguay und Mexiko sowie zahlreiche Wissenschaftlerinnen aus Deutschland, Lateinamerika, den USA und Europa zusammenschließen. Gemeinsam mit den Netzwerk-Mitgliedern wird Irina Podgorny unter anderem eine Datenbank zum globalen Handel mit naturkundlichen Objekten aufbauen.

Irina Podgorny
Foto: Adriana Miranda

Professorin Dr. Dr. Irina Podgorny
hat ihre Promotion im Jahr 1994 an der Universidad Nacional de La Plata in Argentinien abgeschlossen. Von 2002 bis 2003 forschte sie als Humboldt-Forschungsstipendiatin an der Humboldt-Universität Berlin. Seit 1995 ist sie am CONICET (National Scientific and Technical Research Council) und seit 2001 am Historischen Museumsarchiv der Fakultät für Natur- und Museumswissenschaften der Universidad Nacional de La Plata in Buenos Aires, Argentinien tätig. 2013 erhielt Irina Podgorny den Georg Forster-Forschungspreis der Humboldt-Stiftung und kooperierte bis März 2016 mit dem Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin.

 

Mit seiner Initiative Comparative Institutional Law Network: Strengthening Links between Europe, Southeast Asia, and Oceania möchte der Staats- und Verfassungsrechtler Bertus De Villiers ein Netzwerk von Rechtsexperten aus Australien, Indonesien und Deutschland aufbauen. So will er einen Rechtsdialog zum Verfassungsrecht von Industrie- und Entwicklungsländern etablieren. Bei Netzwerktagungen in allen beteiligten Ländern sollen praktische und aktuelle verfassungsrechtliche Fragen diskutiert werden. Gleichzeitig bieten sie Gelegenheit zum Austausch mit der Justiz, den Parlamenten, Universitäten und Forschungsinstituten.

Bertus De Villiers
Foto: privat

Professor Dr. Bertus De Villiers
hat seine Promotion im Jahr 1989 an der University of Johannesburg im Fachbereich Öffentliches Recht abgeschlossen. Von 1994 bis 1995 forschte er als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Bonn am Institut für öffentliches Recht und am Max-Planck-Institut für Öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Seit 2005 ist Bertus De Villiers Mitglied des State Administrative Tribunal of Western Australia und forscht überdies an der Juristischen Fakultät der University of Western Australia und der Curtin University in Perth.

In ihrer Netzwerkinitiative Crossing Borders in the Insular Middle Ages: Humboldt Alumni Network bringt die Anglistin Victoria Ellen Flood junge und arrivierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehreren Ländern Europas zusammen, die Literatur und Sprache des mittelalterlichen Großbritannien, Irland und Island erforschen. Ziel der Netzwerk-Zusammenarbeit ist ein Pilot-Projekt: Es soll eine digitale Karte entstehen, die Auskunft über die Verbreitung und Übersetzung von wissenschaftlichen und historischen Texten zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert gibt.

Victoria Ellen Flood
Foto: Humboldt-Stif-
tung/David Ausserhofer

Dr. Victoria Ellen Flood
promovierte im Jahr 2013 im Fachbereich Mittelalterstudien an der Universität York, Großbritannien. Von 2014 bis 2015 verbrachte sie ihren Forschungsaufenthalt als Humboldt-Forschungsstipendiatin an der Universität Marburg. Seit 2015 lehrt und forscht sie am Institut für Anglistik der Durham University in Großbritannien und wird ab September 2016 an der University of Birmingham im Fachbereich mittelalterliche und frühe moderne Literatur unterrichten.

Mit ihrer Netzwerkinitiative Networking and mobility of excellent women scientists in science, engineering, and technology will sich die Ozeanographin Irina Didenkulova für Frauen engagieren, die in der Wissenschaft Karriere machen wollen. Gemeinsam mit Humboldtianerinnen und weiteren Beteiligten hat sie sich zum Ziel gesetzt, die Mobilität von Wissenschaftlerinnen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften zu fördern und auf diese Weise ihre internationalen Forschungskooperationen zu stärken.

Irina Didenkulova
Foto: privat

Dr. habil. Irina Didenkulova
hat 2006 an der Nizhny Novgorod State University, Russische Föderation, im Fachbereich Strömungsmechanik und 2008 an der Tallinn Technical University, Estland, im Fachbereich Bauingenieurswesen promoviert. 2013 habilitierte sie sich im Fachbereich Ozeanographie am Shirshov Institut für Ozeanologie in Moskau, Russische Föderation. Von 2012 bis 2014 forschte sie im Rahmen ihres Humboldt-Forschungsstipendiums am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen und am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Derzeit ist Irina Didenkulova am Marine Systems Institute der Tallinn University of Technology, Estland, und an der Nizhny Novgorod State Technical University, Russische Föderation, tätig.