Humboldt-Alumni-Preis für innovative Netzwerkinitiativen 2018

Zum zehnten Mal hat die Alexander von Humboldt-Stiftung innovative Netzwerkideen von Humboldtianerinnen und Humboldtianern im Ausland ausgezeichnet. Prämiert wurden Vorhaben, bei denen sich Humboldt-Alumni für die akademischen und kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und ihren Heimatländern engagieren oder die Zusammenarbeit in den jeweiligen Regionen stärken.

Die Humboldt-Alumni-Preise sind mit je bis zu 25.000 Euro dotiert und werden aus Mitteln des Auswärtigen Amts finanziert. Die Verleihung der Preise fand im Rahmen der Jahrestagung am 27. Juni 2018 in Berlin statt.

In diesem Jahr wurden Initiativen von Humboldtianerinnen und Humboldtianern aus Äthiopien, Chile, Indonesien und den USA ausgezeichnet.

 

Yalemtsehay Mekonnen
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Mit dem Network of female academics and researchers in Ethiopia widmet sich Yalemtsehay Mekonnen in besonderer Weise dem weiblichen akademischen Nachwuchs an den Hochschulen Äthiopiens. Das Land hat in jüngster Vergangenheit hohe Investitionen in den Hochschulsektor und die Ausbildung seiner Studierenden getätigt. Im Mittelpunkt des Engagements der an dem Netzwerk beteiligten Humboldt-Alumni des Landes steht der Kapazitätsaufbau von Nachwuchswissenschaftlerinnen im Bereich Forschung und Lehre. Die Netzwerk-Mitglieder werden Ansprechpartner für Akademikerinnen in den Natur-, Gesundheits-, Agrar- und Ingenieurswissenschaften sowie den Geisteswissenschaften sein. Erfahrene Humboldtianerinnen und Humboldtianer stehen den jüngeren Mentees für Gespräche und Beratung zur Seite.

Die Georg Forster-Forschungsstipendiatin Yalemtsehay Mekonnen ist Professorin für Zellbiologie und Humanphysiologie an der Addis Ababa University in Äthiopien.

 

Claudio Llanos Reyes
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Mit dem Network for the study of contemporary social and political issues in Europe and Latin America: Discussing and Comparing our problems and responses baut Claudio Llanos Reyes ein Netzwerk von Historikern, Soziologen und Ökonomen auf, das sich aktuellen sozialen und politischen Herausforderungen in Europa und Lateinamerika widmet. Die Netzwerk-Mitglieder nehmen gegenseitige Perspektivwechsel ein: Während Mitglieder aus Lateinamerika die europäisch-historische Erfahrungslandschaft eruieren, fokussieren europäische Beteiligte die sogenannte Dritte Welt, mit besonderem Augenmerk auf Lateinamerika seit den 1970er Jahren. Seit dieser Dekade treten tiefgreifender Wandel und Risse innerhalb westlicher Gesellschaften auf. Im Rahmen der Netzwerkinitiative finden unter anderem zwei Konferenzen in Chile unter Einbindung zahlreicher Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie kleinere Treffen und Workshops statt.

Der Georg Forster-Forschungsstipendiat Claudio Llanos Reyes ist Professor am Historischen Institut der Pontificia Universidad Católica in Valparaíso, Chile.

 

Leenawaty Limantara
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Leenawaty Limantara setzt sich in ihrem ASEAN Urban Network: Understanding the Urban Society mit den wachsenden urbanen Gesellschaften weltweit auseinander. Die städtische Entwicklung hat einen neuen Gesellschaftstypus hervorgebracht: die urbane Gesellschaft. Diese gehen mit viel dimensionierten sozialen, ökonomischen, infrastrukturellen und stadtplanerischen Herausforderungen einher. Durch ihre Initiative wird Limantara eine multidisziplinäre fachliche Zusammenarbeit von Humboldtianerinnen und Humboldtianern der ASEAN-Staaten mit Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland stärken, die sich zugleich für zukünftige Generationen von Humboldt-Forscherpersönlichkeiten engagieren. Die Mitglieder des Netzwerks werden sich bei Online-Treffen, Workshops, Summer Schools und auf internationalen Konferenzen austauschen. Teil der Initiative ist auch der Aufbau einer Internet-Plattform als Forschungsdatenbank und Ideenpool.

Die Georg Forster-Forschungsstipendiatin Leenawaty Limantara ist Rektorin der Universitas Pembangunan Jaya in Tangerang Selatan, Indonesien.

 

Robert McMeeking
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Mit dem Virtual Humboldt Cluster on the Mechanics and Physics of Adhesion and Grip – MePAG initiiert Robert McMeeking die Zusammenarbeit von Forscherinnen und Forschern im Bereich der Materialwissenschaften an führenden Forschungseinrichtungen in den USA, Deutschland, Kanada, Großbritannien, Ungarn und Frankreich. Das Cluster dient als Plattform, um Nachwuchsforschenden auf diesem Gebiet in einer frühen Phase ihrer Karriere zu integrieren und sie an das Humboldt-Netzwerk heranzuführen. Bei Workshops und Symposien, bei kurzzeitigen wissenschaftlichen Austauschreisen und in gemeinsamen Publikationen bringen sich die Netzwerkbeteiligten aktiv ein. Zudem werden Scouting-Aktivitäten angestrengt, um weiteren Interessierten, insbesondere Forscherinnen, ein Engagement im Netzwerk zu ermöglichen.

Humboldt-Forschungspreisträger Robert McMeeking ist Distinguished Professor am Department of Mechanical Engineering der University of California in Santa Barbara.