Deutschland im Blick

Senf und Gummibärchen

Von Karina Alejandra Pasquevich, aufgezeichnet von Katharina Ober

Foto: Johannes Rascher

Wer als Wissenschaftler in Deutschland gearbeitet hat, wird danach in seiner Heimat zum inoffiziellen Botschafter der Bundesrepublik. Aber was nehmen die Forscher aus dem Alltag mit nach Hause? Wir haben sie nach ihrem Einkaufszettel gefragt.

Das deutsche Essen hat es mir irgendwie angetan. Die Sachen schmecken einfach anders. Kirschjoghurt etwa, ein ganz banales Beispiel: In Argentinien schmeckt er nicht so sehr nach Kirsche, deshalb esse ich davon in Deutschland immer jede Menge. Mit dem Senf ist es genauso oder mit dem Kürbisbrot, meinem heimlichen Favoriten – in Argentinien gibt es auch Schwarzbrot, aber es ist nicht so lecker wie in Deutschland. Solche kleinen Details zu meiner Speisekarte habe ich in meiner Zeit hier in Deutschland immer wieder gefunden. Nur eins weiß ich schon länger: das mit den Gummibärchen. Ich war schon einmal als Kind für zwei Jahre in Deutschland, weil meine Eltern hier gearbeitet haben, und bis heute schwärmt bei uns die ganze Familie von deutschen Gummibärchen.

Ganz begeistert bin ich von den Hofläden, die es hier rund um Tübingen überall gibt. Die Bauern, die am Straßenrand ihre Waren aufbauen und eine Kasse danebenstellen, ganz ohne Verkäufer – so etwas gäbe es in Argentinien nicht. Dieses Vertrauen finde ich toll. Wenn ich Besuch habe von Freunden, glauben die mir oft nicht, dass so etwas funktionieren kann; das ist mir jetzt schon ein paar Mal passiert. Da haben wir uns dann gemeinsam aufs Fahrrad gesetzt, und ich musste es ihnen zeigen.

Apropos Fahrrad: Das schätze ich ganz besonders an Deutschland, dass man überall mit dem Rad hinfahren kann. Ich genieße es, morgens zur Arbeit zu radeln und dabei frische Luft zu tanken. In Argentinien wäre das gefährlich, es gibt nicht viele Radwege, und die Leute nehmen auch nicht so viel Rücksicht aufeinander. Für meinen Mann und mich ist das zum Hobby geworden, und an den Wochenenden erkunden wir Tübingen und die Umgebung. Was wir dabei als Proviant dabei haben? Na klar: Gummibärchen natürlich!


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Karina Alejandra Pasquevich
Karina Alejandra Pasquevich  
Foto: privat

Die Biochemikerin Dr. Karina Alejandra Pasquevich forscht am Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin des Universitätsklinikums Tübingen. Sie kommt aus Argentinien und lebt mit ihrem Mann seit mehr als eineinhalb Jahren in Deutschland. Ihr Forschungsstipendium läuft noch bis April 2012.

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