Titelthema: Warum ist Aachen besser als New York?

Auf zur Spitze!

Von Armin Himmelrath

Die besten Forscher sind weltweit heiß umkämpft. Deutsche Universitäten mischen immer öfter im Wettbewerb mit – und gewinnen reihenweise Top-Wissenschaftler.

Illustration: Alexandra Kardinar
und Volker Schlecht

Vor gut einem Jahr stand Hannes Leitgeb vor seiner großen Entscheidung. Seit fünf Jahren forschte der heute 39-Jährige als Philosoph und Mathematiker im englischen Bristol, dann kamen seine beiden Kinder in das Alter, in dem die Einschulung bevorstand. „Das Schulsystem in England war uns, ehrlich gesagt, nicht ganz geheuer“, sagt Leitgeb. Zu unsicher schien der Familie, ob dort wirklich kontinuierlich guter Unterricht garantiert wäre. Und so suchte er zusammen mit seiner Frau nach einer Alternative. Als einer der weltweit führenden wissenschaftlichen Philosophen hatte er die Qual der Wahl – vier Angebote lagen auf seinem Tisch. Sollte die Familie nach Stanford gehen und sich, zumindest für ein paar Jahre, in Kalifornien niederlassen? Oder im niederländischen Groningen, wo die Universität unter Philosophen einen exzellenten Ruf genießt? Oder wäre es doch die bessere Wahl, in Bristol zu bleiben? Der Familienrat hat sich schließlich für die vierte Variante entschieden, sagt Hannes Leitgeb – für die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München.

Lebensläufe wie die von Leitgeb sind unter Wissenschaftlern üblich: Sie sind ständig unterwegs, wechseln von einer Forschungsstätte zur anderen – und das quer über die Kontinente. Bei den Umzügen spielen bisweilen private Motive eine Rolle, meistens aber geht es um bessere Forschungsbedingungen. Mehr Mitarbeiter, modernere Labors, eine inspirierende Umgebung, herausragende Kollegen, Geld für die Forschung; das alles sind Argumente, die den Ausschlag geben können für einen Standort. Die Universitäten liefern sich einen harten Wettkampf um die Spitzenforscher. In der höchsten Liga spielt immer häufiger auch Deutschland eine Rolle, nachdem jahrelang vor allem die angelsächsischen Universitäten das Feld dominiert haben.

So wie im Fall von Hannes Leitgeb: Er verknüpft in seiner Arbeit Logik und Philosophie mit mathematischen Beweisen. Philosophische Fragestellungen werden dabei als präzise mathematische Modelle formuliert. Dieser interdisziplinäre Ansatz stiftet neue Anregungen und macht die philosophischen Gedanken transparenter, weil die Annahmen in mathematische Formeln übersetzt werden – ein Spezialgebiet mit Zukunft. An der Münchner Exzellenzuniversität baut Leitgeb jetzt das „Munich Center for Mathematical Philosophy – Language and Cognition“ auf; 25 Stellen sind in diesem Zentrum bereits geschaffen worden.

„Vielleicht sollten Universitäten manchmal wie Headhunter handeln, um besonders gute Leute an interessante Orte zu holen.“

„Dass die Wahl auf München fiel, liegt an einem ganzen Set von Bausteinen, die da zusammenkamen und ideal zueinanderpassten“, sagt Hannes Leitgeb. Zunächst sei da die Tatsache gewesen, dass der LMU-Lehrstuhl als Alexander von Humboldt-Professur ausgeschrieben wurde. Ausgelobt hat diesen Preis die Alexander von Humboldt-Stiftung, die auf diese Weise Weltklasseforscher nach Deutschland holen will. Wer als Humboldt-Professor berufen wird, bekommt als Theoretiker 3,5 Millionen Euro, als experimentell arbeitender Forscher sogar bis zu fünf Millionen Euro. Das Geld fließt fünf Jahre lang und deckt neben dem Gehalt des Professors (bis zu 180.000 Euro jährlich) vor allem die Kosten für Labor, Personal und Experimente, damit eine schlagkräftige und erfolgreiche Forschungsgruppe aufgebaut werden kann. „Die Humboldt-Professur hat im Wettbewerb der vier Angebote nicht nur für Gleichstand, sondern für einen klaren Vorteil der LMU gesorgt“, sagt Hannes Leitgeb. Ein weiterer Pluspunkt sei die große Münchner Tradition in Logik und Wissenschaftstheorie gewesen – und natürlich auch die Nähe zu Salzburg, wo Leitgeb geboren wurde: „Ein bisschen war das für mich schon wie eine Heimkehr.“

In der Art, wie die Universität den Philosophen umworben hat, wird deutlich, wie ernst deutsche Einrichtungen den Wettbewerb um die besten Köpfe nehmen: So reiste der Münchner Vizepräsident für Berufungen eigens nach Bristol, um die Verhandlungen über einen Ruf zu führen. Und es sei auch ganz selbstverständlich gewesen, dass bei den Gesprächen von Anfang an die berufliche Perspektive von Leitgebs Ehefrau eine Rolle spielte: Bei diesem „Dual-Career-Prinzip“ genannten Ansatz wird nicht nur einem der beiden Partner, sondern beiden ein Jobangebot gemacht (siehe auch Familienplanung für Wissenschaftler). Seine Frau, eine Mathematikerin, erhielt damit die Möglichkeit, an der Universität Lehrveranstaltungen abzuhalten. „Vom Präsidium bis zum Dekan, von der Verwaltung bis zu den Kolleginnen und Kollegen war da jederzeit ein großes, ernsthaftes Bemühen zu spüren“, sagt Hannes Leitgeb. „Da wurde auf höchstem professionellen Niveau agiert, das war vergleichbar mit Stanford.“

Illustration: Alexandra Kardinar
und Volker Schlecht

Der unbedingte Wille, herausragende Forscher zu gewinnen – ist das allein also das Rezept, mit dem deutsche Hochschulen die guten Forscher zu sich locken und möglichst auch halten können? Drei Eigenschaften müsse eine Universität haben, um für die internationale Spitzenforschung attraktiv zu sein und in der ersten Liga mitzuspielen, sagt Gereon Fink, Prorektor der Universität zu Köln. Er kümmert sich in der Hochschulleitung verstärkt um internationale Kontakte, die im Idealfall zur Berufung von Spitzenwissenschaftlern führen. „Eine Universität muss sich internationale Reputation durch Spitzenforschung erarbeitet haben; sie muss Arbeitsbedingungen bieten, die im internationalen Wettbewerb standhalten können; und sie muss flexibel in der Verwendung ihrer Budgets für die Rekrutierung von Spitzenkräften sein.“ Finks Liste illustriert anschaulich die notwendige Zusammenarbeit mit der Politik: Während die Wissenschaftler selbst für die wissenschaftliche Qualität verantwortlich sind und die Universitäten für die Arbeitsbedingungen, werden die Rahmenbedingungen von außen geschaffen – von den verantwortlichen Forschungspolitikern. „Von der Politik erwarten wir vor allem finanzielle Planungssicherheit mit gleichzeitiger Gewährung weitreichender Autonomie“, sagt Gereon Fink. „Wissenschaft braucht Freiheit und Freiräume!“

Programme wie die seit 2008 ausgelobten Humboldt-Professuren, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und von der Alexander von Humboldt-Stiftung verliehen werden, sind dabei eine entscheidende Ergänzung der Uni-Grundfinanzierung. „Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag, um Forschung und Hochschulen in Deutschland dauerhaft und nachhaltig in der internationalen Spitzenliga zu halten“, sagte Bildungsministerin Annette Schavan im Frühjahr zur Begrüßung der neuen Humboldt-Professoren. Für die Universitäten sind die renommierten Spitzenforscher nicht nur aus Prestigegründen wichtig. Die Erfahrung zeigt: Koryphäen ziehen weitere Top-Leute aus ihrem Gebiet an. Wenn die Hochschulen also einen Experten haben, bildet sich um ihn herum schnell ein schlagkräftiges Netzwerk von renommierten Forschern – von strukturbildenden Komponenten ist unter Wissenschaftlern oft die Rede.

„Was braucht eine Universität, um attraktiv zu sein? Internationale Reputation, gute Arbeitsbedingungen und ein flexibles Budget.“

So etwas spricht sich herum. International, bestätigt der nach München gewechselte Philosoph Hannes Leitgeb, werde durchaus registriert, dass Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Staaten noch in die Bildung und die Universitäten investiere und die entsprechenden Gelder nicht gekürzt werden wie etwa in Großbritannien. Dass es solche Programme wie die Humboldt-Professuren gibt, heißt freilich noch nicht, dass die Finanzausstattung der deutschen Hochschulen keine Wünsche mehr offen lässt: Für in vielen Fällen massiv unterfinanziert hält etwa der Bochumer Humboldt-Professor Jürgen Margraf die deutschen Unis und fordert deshalb eine deutlich bessere Ausstattung: „Nicht fünf oder zehn, sondern 50 Prozent über dem aktuellen Niveau würden deutlich helfen, dazu dann jährliche Steigerungsraten. Das ist notwendig, um mit Ländern wie der Schweiz oder den Niederlanden mithalten zu können.“

Jürgen Margraf gilt international als der führende Experte auf dem Feld der Klinischen Psychologie und Psychotherapie, spezialisiert ist er auf Angststörungen. Nach Professuren in Berlin und Dresden ging er 1999, „frustriert von den Verkrustungen des deutschen Hochschulsystems“, für zehn Jahre als Lehrstuhlinhaber und Leiter der Abteilung Klinische Psychologie an die psychiatrische Uniklinik in Basel. „Dort wurde ich dann aus Bochum angesprochen, ob ich mich nicht um eine Humboldt-Professur bewerben will“, erinnert er sich. Und beim Blick zurück nach Deutschland stellte er fest: In der Zwischenzeit hatte sich viel, sehr viel bewegt. „Die klinische Infrastruktur in Bochum war und ist super, die Arbeitsbedingungen stimmen, das Rektorat steht hinter der psychologischen Forschung“, sagt Margraf. So kam er zum Sommersemester 2010 als Humboldt-Professor ins Ruhrgebiet, „und ehrlich gesagt war ich auch auf mögliche Probleme gefasst, schließlich ist eine Humboldt-Professur besonders gut ausgestattet – und zudem mussten gerade jüngere Professoren in Deutschland ja mit der W-Besoldung auch noch eine Gehaltsabsenkung auf breiter Front hinnehmen.“ Margraf bezieht sich damit auf die neue Einstufung von Professoren im Dienstrecht, die in den meisten Fällen mit einem niedrigeren Grundgehalt verbunden ist.

„Koryphäen ziehen weitere Top-Forscher an: Um einen renommierten Wissenschaftler bildet sich schnell ein schlagkräftiges Team.“

Doch die Probleme blieben aus, stattdessen wurde Margraf herzlich aufgenommen und kam in ein Umfeld, in dem auf Qualität besonders viel Wert gelegt wird. „Spielervermittler wie beim Fußball gibt es ja in der Wissenschaft normalerweise nicht“, sagt der Psychologe, „aber vielleicht sollte man doch mal darüber nachdenken, ob Universitäten nicht auch manchmal wie Headhunter handeln sollten, um besonders gute Leute an besonders interessante Orte zu holen.“ Auch bei Jürgen Margraf spielte die familiäre Komponente eine wichtige Rolle bei der Entscheidung zur Rückkehr nach Deutschland: Seine Frau Silvia Schneider, Professorin für Kinder- und Jugendpsychologie, erhielt ebenfalls ein Lehrstuhlangebot aus Bochum. Schon seit Jahren arbeitet das Paar an gemeinsamen Forschungsprojekten, wobei die Kombination von Kinder- und Erwachsenenforschung den Vorteil hat, die gesamte Lebensspanne abzudecken. Eine räumliche Trennung wäre für sie nicht infrage gekommen. „Früher wäre das als Nepotismus abqualifiziert worden, aber das hat sich zum Glück geändert und wird, zumindest an der Ruhr-Universität, mittlerweile wie in den USA gehandhabt“, sagt Jürgen Margraf. „Die Uni-Leitung ist mit Recht auf ihr Dual-Career-Programm sehr stolz.“ Dennoch sieht Margraf auch noch Probleme. Zu denen gehören etwa das zu geringe Gehaltsniveau für Nachwuchswissenschaftler, die im Vergleich zu den Nachbarländern spürbar schlechtere Grundausstattung der Labore, die stärkere administrative Belastung der Forscher sowie die Schwierigkeiten bei der Mitnahme von Altersansprüchen über die Ländergrenzen hinweg. Bislang ist es so, dass sie am Ende ihrer Karriere in sämtlichen Ländern, in denen sie jemals gearbeitet haben, jeweils eigene kleine Rentenansprüche haben. Überschaubar ist das für kaum jemanden, geschweige denn planbar.

Ein Thema, das bei den Uni-Leitungen durchaus bekannt ist. „Das deutsche Dienstrecht ist bei geschickter Auslegung kein Hemmschuh für die Gewinnung von Spitzenforschern“, sagt der Kölner Prorektor für Forschung, Gereon Fink. Seine Hypothese: Wenn alles andere stimmt, scheitere ein Wechsel nicht an Fragen der Altersvorsorge. Wichtiger sind den Spitzenkräften der Wissenschaft oft die Kooperationsmöglichkeiten, die sich an ihrem neuen Arbeitsplatz ergeben: Internationale Forschungsstars erwarten ganz selbstverständlich „eine exzellente Vernetzung mit außeruniversitären Einrichtungen“, wie es Fink nennt. Man könnte es auch einfacher formulieren: Gute Forscher gehen dahin, wo schon andere gute Forscher sind. In dieser Hinsicht haben es Universitäten deutlich leichter, die in Regionen mit hoher Wissenschaftsdichte liegen und die diese räumliche Nähe auch offensiv und kreativ nutzen.

Illustration: Alexandra Kardinar
und Volker Schlecht

Ein Beispiel ist der „Göttingen Research Campus“, zu dem sich die Universität mit acht international renommierten Forschungseinrichtungen aus der Region zusammengeschlossen hat. Animositäten spielen hier keine Rolle, Uni und außeruniversitäre Institute arbeiten eng zusammen. „Das traditionell breite Fächerspektrum der Universität wird ergänzt durch fünf Max-Planck-Institute, das Deutsche Primatenzentrum und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt“, sagt die Göttinger Universitäts-Präsidentin Ulrike Beisiegel, „dazu kommen die Akademie der Wissenschaften und assoziierte Partner wie weitere Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen in der Region.“ Ein kreatives, lebendiges und forschungsnahes Umfeld also, mit dem die Stadt und die Hochschule punkten können. Insofern sei es kein Zufall, sagt Beisiegel, dass mit Alec Wodtke einer der weltweit führenden Experten in der Energieforschung nach Göttingen gekommen sei. Die Universität und das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie haben den US-Wissenschaftler gemeinsam berufen – und sie profitieren gemeinsam von seiner Expertise.

Auch Wodtke ist Humboldt-Professor, auch für ihn war es eine Rückkehr: „Die physikalische Chemie in Göttingen ist herausragend, und ich kannte die Stadt schon von einer zweijährigen Forschungszeit als Postdoc, die ich hier in den 80er-Jahren verbracht habe“, sagt der Chemiker. Damals lernte er auch seine deutsche Frau kennen, „und das hat den Umzug nach Göttingen Anfang 2010 dann auch noch ein wenig erleichtert“, sagt Wodtke schmunzelnd. Trotzdem sei die Entscheidung zum Wechsel von der University of Santa Barbara in Kalifornien nach Niedersachsen nicht ganz leicht gewesen. „Man muss sich das sehr gut überlegen „, sagt Alec Wodtke, „denn man muss schon damit rechnen, dass der Umzug und der Neuaufbau einer Arbeitsgruppe etwa ein Jahr dauern.“

Hinzu kommt: Die Experimente im Bereich der Katalyseforschung, die der US-Chemiker betreibt, gibt es nicht von der Stange. „Man muss das alles selbst entwickeln und bauen, die Maschinen dafür entwerfen und die Leute anlernen“, erzählt Wodtke. Ein ganz wichtiges Entscheidungskriterium beim Wechsel nach Göttingen sei für ihn deshalb die Frage gewesen, ob es vor Ort Erfahrungen und Techniken gab, die er für seine Versuche nutzen konnte – und es gab sie. „Zu unserer Arbeitsgruppe gehören zum Beispiel zwei Feinmechanikermeister“, erzählt der Chemiker mit hörbarer Begeisterung. „Das ist toll und typisch deutsch – so etwas gibt es in den USA gar nicht!“ Die Spezialisten entwickeln maßgeschneiderte Apparaturen und Maschinen für die Forscher.

„In unserem Labor haben wir zwei Feinmechanikermeister. Das ist toll und typisch deutsch – so etwas gibt es in den USA gar nicht!“

Als Wodtke vor zwei Jahren seinen Kollegen in Kalifornien vom Wechsel nach Deutschland erzählte, bekam er öfter zur Antwort: „Wow, du bist wirklich mutig!“ Doch mit Mut, lacht der Chemiker, habe das nun gar nichts zu tun – auch wenn er verstehen könne, dass es möglicherweise einen „German fear factor“ gebe, eine gewisse Furcht vor Deutschland. Diese Furcht, gespeist aus der Last der Vergangenheit und einer gewissen Skepsis gegenüber den Deutschen, habe er vor seinem ersten Aufenthalt auch gehabt, mit dem Erlernen der Sprache und dem Kennenlernen der Deutschen aber schnell überwunden. „Ein Wissenschaftler kennt keine Grenzen“, sagt Alec Wodtke, „und es ist absolut faszinierend, Barrieren zu überspringen – sei es im eigenen Fachgebiet, seien es kulturelle Hürden bei einem Universitätswechsel.“ Das falle natürlich noch einmal leichter, wenn der neue Standort, in seinem Fall also Göttingen, eine jahrhundertealte Wissenschaftstradition biete: Häuser, in denen die Nobelpreisträger Werner Heisenberg und Max Born wohnten und forschten, zwei der bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts. Und, so Wodtke, „ein Observatorium, von dem aus schon der Astronom Carl Friedrich Gauß die Sterne beobachtet hat.“

Ob er ein Rezept kenne, mit dem sich gute Wissenschaftler aus aller Welt nach Deutschland locken lassen? Alec Wodtke muss nicht lange nachdenken. „Drei wesentliche Punkte gibt es“, sagt der Chemiker. „Erstens die Offenheit der Universitäten. Zweitens den Abbau der unbestimmten Furcht vor Deutschland, am besten durch zahlreiche und frühe Kontakte. Und drittens sollte man sich am besten noch in eine deutsche Frau verlieben.“ Zumindest bei den ersten beiden Punkten leiste die Alexander von Humboldt-Stiftung Herausragendes, indem sie Deutschland als hervorragenden Forschungsstandort im Bewusstsein der internationalen Wissenschaftler-Gemeinde verankere.

Dass sich das Werben um herausragende Wissenschaftler lohnt, zeigt allein schon die Nobelpreisträger-Quote: Insgesamt 48 Mitglieder dieser exklusiven Runde hat die Humboldt-Stiftung weit vor ihrer Nominierung gefördert und für Forschungsaufenthalte nach Deutschland geholt. Die Zahl wächst ständig – allein in diesem Jahr kamen drei neue Nobelpreisträger hinzu.

aus Humboldt Kosmos 98/2011