27. Oktober 2015, Nr. 23/2015

Neues Hilfsprogramm für verfolgte Wissenschaftler

Vorstellung der Philipp Schwartz-Initiative am 30. Oktober in Berlin

Die Alexander von Humboldt-Stiftung und das Auswärtige Amt planen gemeinsam die Philipp Schwartz-Initiative: ein neues Programm zur Unterstützung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die in ihren Heimatländern von Krieg und Verfolgung bedroht sind und in Deutschland Schutz suchen. Es soll deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen in die Lage versetzen, ausländische Forscher für zwei bis drei Jahre bei sich aufzunehmen, damit diese ihre Arbeit fortsetzen können. 2016 und 2017 sollen jeweils etwa 20 solcher Forscher unterstützt werden können. Die endgültige Zahl hängt von der Finanzierung ab, die zurzeit geprüft wird.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier kündigte die Initiative im Juni mit den Worten an: „Wenn wir uns heute engagieren, dann lösen wir auch ein wenig ein, was andere Länder zu Gunsten deutscher Wissenschaftler vor Jahrzehnten möglich gemacht haben.“

„Wir wollen ein Zeichen für die Weltoffenheit der deutschen Wissenschaft setzen. Wir helfen Menschen, die unser Wissenschaftssystem bereichern können und zugleich in ihrer Heimat dringend gebraucht werden, wenn es dort eines hoffentlich nicht allzu fernen Tages an den Wiederaufbau geht“, sagte der Präsident der Humboldt-Stiftung Helmut Schwarz.

Die Philipp Schwartz-Initiative will auch dazu beitragen, dass in Deutschland ein Bewusstsein für die Situation von Forschern mit Fluchterfahrung entsteht. Mithilfe von Informationsveranstaltungen, Konferenzen und Beratungsangeboten – unter anderem durch erfahrene Organisationen wie dem Scholars at Risk Network und dem Scholar Rescue Fund – sollen sich deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen über die Möglichkeiten der Unterstützung informieren und austauschen können.

Das Programm ist nach dem Pathologen jüdischen Glaubens Philipp Schwartz benannt, der selbst 1933 vor den Nazis aus Deutschland fliehen musste und die „Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland“ gründete.

Die Philipp Schwartz-Initiative wird im Rahmen einer Konferenz mit Vertretern aus Forschung und Wirtschaft vorgestellt:

Verfolgte Wissenschaftler – was Deutschland tun kann
Konferenz zur Einführung der Philipp Schwartz-Initiative

Ort: dbb Forum, Friedrichstraße 169/170, 10117 Berlin
Zeit: Freitag, 30.10.2015, 11:30 – 15:00 Uhr

Journalisten sind herzlich willkommen. Bitte akkreditieren Sie sich bis Donnerstag, 29. Oktober, unter presse@avh.de und beachten die Hinweise im Antwortformular.

Kontakt vor Ort: Teresa Havlicek Tel. 0151-67 317 585

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 26.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 52 Nobelpreisträger.

Kontakt

Teresa Havlicek
Presse, Kommunikation und Marketing
Tel.: +49 228 833-423
Fax: +49 228 833-441
presse(at)avh.de

Georg Scholl
Leiter Referat
Presse, Kommunikation und Marketing
Tel.: +49 228 833-258
Fax: +49 228 833-441
presse(at)avh.de