19. Februar 2018, Nr. 08/2018

Philipp Schwartz-Initiative: Förderprogramm für verfolgte Forscher geht in neue Runde

Bis zu 20 weitere gefährdete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können ab Oktober 2018 an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen forschen.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung startet heute mit Unterstützung des Auswärtigen Amts die vierte Runde der Philipp Schwartz-Initiative. Mit dem Programm fördert sie Forscherinnen und Forscher, die Schutz in Deutschland suchen, weil ihnen in ihren Heimatländern Krieg oder Verfolgung drohen. Die Initiative versetzt Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland in die Lage, gefährdete ausländische Forscher als Philipp Schwartz-Stipendiaten für zwei Jahre bei sich aufzunehmen, damit diese ihre Arbeit fortsetzen können.

Die neue Ausschreibung für die Philipp Schwartz-Initiative beginnt ab sofort. Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die gefährdete Wissenschaftler bei sich aufnehmen möchten, können sich bis zum 15. Mai 2018 bei der Humboldt-Stiftung bewerben. Nähere Informationen zum Programm finden Sie hier.

Neu ist zudem, dass Hochschulen, die Philipp Schwartz-Stipendiaten bei sich aufgenommen haben, eine Verlängerung des Stipendiums von bis zu einem Jahr beantragen können. Voraussetzung hierfür ist eine Ko-Finanzierung: Die erste Hälfte der Verlängerungsphase wird von der Humboldt-Stiftung finanziert, die zweite von den aufnehmenden Einrichtungen selbst.

„Die Philipp Schwartz-Initiative steht exemplarisch für eine auswärtige Kulturpolitik, die aktiv für die Freiheit von Kunst, Wissenschaft und Meinung eintritt“, sagte der Leiter der Kultur- und Kommunikationsabteilung im Auswärtigen Amt, Andreas Görgen. „Mit der Unterstützung der Abgeordneten des Deutschen Bundestags arbeitet das Auswärtige Amt mit den Mittlerorganisationen daran, künftig auch verfolgten Künstlerinnen und Künstlern in Deutschland Perspektiven zu ermöglichen“, sagte Görgen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir die Philipp Schwartz-Initiative fortsetzen und ausbauen können und danken dem Auswärtigen Amt für seine engagierte politische und finanzielle Unterstützung“, sagte Hans-Christian Pape, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung. „Zu uns kommen nicht nur Forscher aus Ländern, in denen Krieg herrscht und es keine Sicherheit gibt, sondern auch aus Staaten, in denen die Freiheit Andersdenkender bedroht ist. Gerade dort sind Wissenschaftler, die unabhängig arbeiten und ihre Meinung sagen wollen, besonders gefährdet. Dass wir ihnen in Deutschland Schutz bieten, ist ein wichtiges und international sichtbares Signal“, so Pape.

Bisher wurden mehr als 120 Wissenschaftler für ein Philipp Schwartz-Stipendium ausgewählt. Die meisten von ihnen stammen aus der Türkei und Syrien.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung kooperiert bei der Philipp Schwartz-Initiative mit erfahrenen Partnerorganisationen wie dem Scholars at Risk Network, dem Scholar Rescue Fund des Institute of International Education sowie dem Council for At-Risk Academics.

Die Initiative ist nach dem Pathologen jüdischer Abstammung Philipp Schwartz benannt, der 1933 vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen musste und die „Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland“ gründete. Sie wurde 2015 gemeinsam von der Alexander von Humboldt-Stiftung und dem Auswärtigen Amt ins Leben gerufen und auch mit Mitteln von Stiftungen aus dem In- und Ausland unterstützt.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 28.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 55 Nobelpreisträger.

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