18. Juni 2018

Die Philipp Franz von Siebold-Preisträgerin 2018

Kanako Takayama

Kanako Takayama zählt zu den angesehensten Rechtswissenschaftlern Japans. Sie gilt dort als Pionierin in der Forschung zu internationalem Strafrecht, Völker- und Europastrafrecht.

Takayama wird für ihre Verdienste um die Förderung der deutsch-japanischen Beziehungen im Bereich der Rechtswissenschaft ausgezeichnet. Herausragend ist ihr Engagement, junge Menschen zu begeistern und zu mobilisieren: Ihr gelingt es, junge Juristen in Japan für das deutsche Recht zu interessieren und in einem Nachwuchswissenschaftler-Forum für deutsches Recht zu organisieren. Ihr internationales Renommee zieht Doktoranden aus dem gesamten asiatischen Raum an ihren Lehrstuhl.

Preisverleihung Philipp Franz von Siebold-Preis 2018
Von links nach rechts: Kanako Takayama, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
(Foto: Humboldt-Stiftung/David Ausserhofer)

Seit 2005 ist Kanako Takayama ordentliche Professorin an der Juristischen Fakultät der Kyoto Universität, Japan. Nach ihrem Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Tokio (University of Tokyo) begann sie dort 1993 ihre berufliche Laufbahn als wissenschaftliche Assistentin. 1996 wurde sie Dozentin am Lehrstuhl für Strafrecht an der Seijo-Universität in Tokio. Für ein Humboldt-Forschungsstipendium ging sie 1998-2000 als Gastwissenschaftlerin an die Universität zu Köln. Anschließend war sie zunächst Assistenzprofessorin an der Juristischen Fakultät der Seijo-Universität, bevor sie 2002 an die Kyoto Universität wechselte.

Kanako Takayama engagiert sich auch neben ihrer Forschung gesellschaftlich. Sie tritt für die Rechte von Frauen ein und bezieht in Japan immer wieder öffentlich Stellung zu aktuellen Themen, so zum Beispiel als Expertin bei der Erarbeitung von Richtlinien für die Stammzellforschung oder gegen Kinderpornografie.
2006 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz am Bande. 2017 wurde sie als derzeit jüngste Wissenschaftlerin im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften zum Mitglied des Science Council of Japan ernannt. Sie ist außerdem die erste und bisher einzige Frau im Vorstand der Criminal Law Society of Japan.

Philipp Franz von Siebold-Preis

Der Forschungspreis wurde 1978 vom damaligen deutschen Bundespräsidenten Walter Scheel anlässlich seines Staatsbesuches in Japan gestiftet. Er wird jährlich an eine japanische Wissenschaftlerin oder einen japanischen Wissenschaftler für besondere Verdienste um ein besseres gegenseitiges Verständnis von Kultur und Gesellschaft in Deutschland und Japan verliehen. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 28.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 55 Nobelpreisträger.

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