7. September 2018, Nr. 23/2018

Gemeinsame Pressemitteilung der Alexander von Humboldt-Stiftung, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und der Deutschen Forschungsgemeinschaft
 

GAIN18 startet in Boston mit neuen Formaten

Über 460 Postdocs und Early Researchers treffen auf der GAIN18 mit deutschen Hochschulpräsidentinnen, Forschungsinstitutsleitern und Politikerinnen und Politikern zusammen. Vom 7. bis 9. September geht es in Boston um Innovationen und Jobs am Wissenschaftsstandort Deutschland.

An drei Tagen werden die internationalen und deutschen Forschenden auf der GAIN18 beraten, wie ihre Karrierefortsetzung in Deutschland aussehen kann: universitäre Laufbahn, Wechsel in die Wirtschaft, Fachhochschulprofessur, Einstieg ins Wissenschaftsmanagement oder die Gründung eines Start-ups. Die Themen reichen von Dual-Career-Planung bis Nachwuchsgruppenleitung und Tenure-Track-Professur. Auf der Talent Fair stellen sich die Forschungseinrichtungen mit ihren Karrierewegen und konkreten Jobs vor. Die Fördermittelgeberinnen informieren über Rückkehrerprogramme und Stipendien.

Professor Dr.-Ing. Sami Haddadin, Zukunftspreisträger 2017, Start-up-Gründer und Direktor der Munich School of Robotics and Machine Intelligence an der TUM hält die Keynote. Im Start-up-Pitch bewerben sich sechs Forscherteams um den GAIN Award 2018. Der Preis, der erstmals vergeben wird, beinhaltet eine Woche Coaching und Mentoring zu wissenschaftlichen Ausgründungen an einer deutschen Hochschule.

Gemeinsam begrüßen die Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Prof. Dr. Margret Wintermantel, Prof. Dr. Peter Strohschneider, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, und Prof. Dr. Hans-Christian Pape, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, die deutschen Forschenden in Nordamerika am Freitagmorgen.

Professorin Wintermantel betont dabei die Bedeutung der internationalen Vernetzung in der Wissenschaft: „Die deutschen Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und außeruniversitären Forschungseinrichtungen haben ihre Leistungsfähigkeit in den letzten Jahren massiv gesteigert. Wesentlich für diesen Erfolg ist die internationale Vernetzung. Wichtig ist, dass junge Forscherinnen und Forscher eine Zeit lang an Spitzenuniversitäten in aller Welt ihre Erfahrungen sammeln und ihre Kompetenzen erweitern können. Auch in Bezug auf Karrieren außerhalb der Wissenschaft, wie etwa durch eigene Gründungen oder die Vermarktung ihrer Innovationen, können die deutschen Spitzenforscherinnen und -forscher in Nordamerika viel lernen.“

„Viele Forscherinnen und Forscher kehren derzeit nach Deutschland zurück. Das mag auch damit zusammenhängen, dass die Wissenschaften bei uns ein hohes Maß an gesellschaftlichem und politischem Rückhalt genießen – durchaus keine Selbstverständlichkeit in Zeiten aufkeimender Wissenschaftsskepsis. Und zudem: ohne solches Vertrauen keine Wissenschaftsfreiheit! Dieser Raum indes, der eigenen Erkenntnisneugier folgen und das auch langfristig tun zu können, er ist konstitutiv für sehr gute Forschung“, sagt DFG-Präsident Professor Strohschneider.

Professor Pape fokussiert auf die wissenschaftliche Wertegemeinschaft: „Das GAIN-Treffen lässt uns jedes Jahr erfahren, dass die Wissenschaft eine Gemeinschaft, auch eine Wertegemeinschaft ist. Wir als Forschende sind Werten wie Faktenbasiertheit, Überprüfbarkeit und Offenheit für Neues verpflichtet. Diese sind Voraussetzung für unseren Erfolg, Basis unseres gegenseitigen Vertrauens und Stabilitätsfaktoren für unsere wissenschaftlichen Kooperationen und Bündnisse. Und nicht zuletzt ist es die Freude an der Bereicherung durch andere Erfahrungen, durch andere Kulturen, die unseren Bündnissen Stabilität gibt.“

Staatssekretär Dr. Georg Schütte, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg, sowie eine Delegation des Bundestagsauschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung vertreten die Landes- und Bundespolitik. In Workshops und dem neuen Format Meet-a-Politician stellen sie sich den Forderungen und Fragen der deutsch-amerikanischen Wissenschaftselite. Professorin Dorothee Dzwonnek, Generalsekretärin der DFG, befragt Bundestagsabgeordnete, Staatssekretär Dr. Schütte und Senatorin Fegebank zu den Zukunftsperspektiven der deutschen Forschungspolitik.

Staatssekretär Dr. Schütte erläutert die Forschungspolitik des Bundes: „Deutschland zeichnet sich durch gelebte Wissenschaftsfreiheit und hohe Investitionen in Bildung und Forschung aus. Damit ist es für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie auch für Studierende und den wissenschaftlichen Nachwuchs eines der attraktivsten Länder der Welt – gerade auch für diejenigen, die gegenwärtig in Nordamerika forschen und arbeiten. Mit ihnen wollen wir ins Gespräch kommen und sie als ambitionierte, kreative und mobile Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf die Vorzüge des deutschen Wissenschaftsstandorts aufmerksam machen. Dazu zählt nicht zuletzt das neue Tenure-Track-Programm von Bund und Ländern, mit dem Wissenschaftskarrieren in Deutschland noch transparenter und planbarer werden.“

Die Senatorin: „Es ist eine große Ehre für Hamburg, als offizielles Gastgeberland der GAIN-Tagung Deutschland mit zu repräsentieren. Wir sind eine Wissenschaftsmetropole im Aufwind. Unsere Stadt steht für Weltoffenheit, Toleranz und Freiheit des Denkens. Uns leitet der Kooperationsgedanke in Wissenschaft und Wissenschaftspolitik. Unsere Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und forschungsstarke Unternehmen arbeiten gemeinsam an den großen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit und sorgen für den Transfer von Lösungen und Ideen in die Gesellschaft. Außerdem bilden sie hervorragende Fachkräfte aus – für den Norden und für Deutschland insgesamt.“

Über GAIN

Das German Academic International Network (GAIN) ist das Netzwerk für deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in Nordamerika tätig sind. Mit einem vielfältigen Programm unterstützen wir sie seit 2003 bei der Kontaktpflege zu deutschen Wissenschaftseinrichtungen, bereiten sie auf die Rückkehr an den Forschungsstandort Deutschland vor und helfen ihnen, ihre Interessen gegenüber den politischen Entscheidern zu artikulieren. GAIN ist eine Gemeinschaftsinitiative der Alexander von Humboldt-Stiftung, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und der Deutschen Forschungsgemeinschaft und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Fraunhofer Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft, die Hochschulrektorenkonferenz, die Studienstiftung des deutschen Volkes e.V. und die Deutsche Krebshilfe e.V. sind assoziierte Mitglieder. Weitere Kooperationspartner aus Wissenschaft, Industrie und Politik unterstützen uns regelmäßig bei unserer Arbeit.

GAIN18 findet vom 7. bis 9. September 2018 im Boston Marriott Copley Place statt.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 29.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 55 Nobelpreisträger.

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