19. Juni 2019

Der Philipp Franz von Siebold-Preisträger 2019

Masahiro Noguchi

Der Politologe Masahiro Noguchi ist Professor für Politikwissenschaft an der privaten Seikei-Universität in Tokio. Er zählt zu den angesehensten internationalen Max Weber-Spezialisten.

Masahiro Noguchi und Bundespräsident Steinmeier

Masahiro Noguchi und Bundespräsident
Frank-Walter Steinmeier bei der Preisverleihung
(Foto: Humboldt-Stiftung/Jens Jeske)

Noguchi ist Autor mehrerer bedeutender Bücher zum Werk des deutschen Soziologen Max Weber. Er verbindet die kritische Deutung politischer Ideengeschichte stets auch mit dem Blick auf japanische und deutsche Gegenwartsfragen. Studien zur Bürokratie bilden einen weiteren Schwerpunkt seiner Forschung.
Außerdem hat er hervorragende Übersetzungen von Werken von und über Max Weber erstellt und damit einen wichtigen Beitrag für die Vermittlung der deutschsprachigen Forschung nach Japan und den intellektuellen Austausch in den Geistes- und Sozialwissenschaften geleistet.
Als Publizist und Essayist ist er ein kritischer Beobachter aktueller politischer und sozialer Entwicklungen in beiden Ländern und Brückenbauer in den deutsch-japanischen Wissenschaftsbeziehungen.

Nach dem Studium der Politikwissenschaft an der Waseda Universität Tokio studierte Noguchi an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn Soziologie, Politische Wissenschaft und Philosophie und wurde dort 2003 promoviert. Als Dozent arbeitete er an verschiedenen Universitäten in Japan, wurde 2007 Assistant Professor an der Waseda Universität, 2008 Associate Professor an der Universität Gifu. 2010 wechselte er an die Universität Ritsumeikan, Kyoto, wo er 2013 ordentlicher Professor wurde. Ebenfalls 2013 kehrte er als Fellow für ein Jahr nach Bonn, an das Käte Hamburger Kolleg „Recht als Kultur“, zurück. Seit 2017 ist er Professor an der Juristischen Fakultät im Department of Political Science an der Seikei-Universität in Tokio.

An der Seikei-Universität, die Austauschprogramme mit Universitäten in München und Heidelberg anbietet, ist er aktiv in der Beratung von Studierenden, die einen Teil ihres Studiums in Deutschland absolvieren möchten.

Philipp Franz von Siebold-Preis

Der Forschungspreis wurde 1978 vom damaligen deutschen Bundespräsidenten Walter Scheel anlässlich seines Staatsbesuches in Japan gestiftet. Er wird jährlich an eine japanische Wissenschaftlerin oder einen japanischen Wissenschaftler für besondere Verdienste um ein besseres gegenseitiges Verständnis von Kultur und Gesellschaft in Deutschland und Japan verliehen. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 28.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 55 Nobelpreisträger.

 
 

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