19. September 2019, Nr. 19/2019

Befragung „Deutschland von außen“: Internationale Wissenschaftler loben den Forschungsstandort Deutschland – und kritisieren die Bürokratie.

Humboldt-Stiftung wertet Erfahrungen ihrer Forschungsstipendiaten aus über 140 Ländern aus.

Wie offen und tolerant begegnen die Deutschen Forschern aus dem Ausland? Wie humorvoll, wie fortschrittlich ist man hierzulande, wie bürokratisch, wie gastfreundlich? Wie gut sind die Labore ausgestattet und die Bibliotheken? Über 1.800 Forschungsstipendiatinnen und Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung haben in den letzten sechs Jahren die Erfahrungen aus ihrem Gastaufenthalt bewertet.

Das Ergebnis: Deutschland und sein Wissenschaftssystem werden im Ausland positiv wahrgenommen. Besonders gelobt werden Wissenschaftsfreundlichkeit, Toleranz, Demokratie und Fortschrittlichkeit. Auch die Arbeitszeiten, Gleichberechtigung der Geschlechter und die Gastfreundlichkeit werden im internationalen Vergleich positiv bewertet. Kritik gibt es dagegen an Bürokratie, Sprachbarrieren und mangelnder sozialer Eingebundenheit im Alltag. Auch die Nachwuchsförderung wird weniger positiv bewertet, vor allem aus der Sicht von Stipendiaten, die aus den USA nach Deutschland kommen.

„Das positive Zeugnis, das uns unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten ausstellen, ist mindestens ebenso ein Grund zur Freude wie zum Nachdenken“, kommentiert Hans-Christian Pape, Präsident der Humboldt-Stiftung das Ergebnis der Befragung. „Wir dürfen froh sein über das viele Lob und die großen Stärken in der internationalen Standortkonkurrenz. Damit lässt sich werben! Doch die Kritik an Bürokratie und Nachwuchsperspektiven zeigen, wo der Musterschüler Deutschland dringend besser werden muss“, so Pape.

Die Ergebnisse der Befragung „Deutschland von außen“ finden Sie im Detail hier:
https://www.humboldt-foundation.de/web/Deutschland-von-aussen.html

Ausgewertet wurden die Rückmeldungen von 1.800 Stipendiatinnen und Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung zum Abschluss ihres Forschungsaufenthalts in Deutschland. In einem online-Fragebogen bewerteten die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler am Ende des durchschnittlich eineinhalb Jahre dauernden Gastaufenthalts auf vorgegebenen Skalen unterschiedliche Aspekte ihrer Arbeit und ihres Lebens Deutschland. Dabei hatten die Befragten auch die Möglichkeit, Kommentare abzugeben. Alle Antworten wurden anonymisiert ausgewertet. Mehr als 95 Prozent der Geförderten aus über 140 Ländern der letzten sechs Jahre nahmen an der Befragung teil. Die Ergebnisse spiegeln damit ein umfassendes und repräsentatives Bild, das sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stiftung von Deutschland machen.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 29.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 55 Nobelpreisträger.

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