16. März 2020, Nr. 03/2020

Hans-Christian Pape: „Die Coronakrise ist ein Weckruf: Nicht nationaler Egoismus, sondern internationale Zusammenarbeit bringt Lösungen.“

Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung sieht Chance zum Umdenken durch den Umgang mit dem neuartigen Coronavirus.

Im Umgang mit der Corona-Pandemie setzt die Alexander von Humboldt-Stiftung auf flexible Lösungen, um ihre Fördertätigkeit unvermindert fortzuführen und ihr weltweites Forschungsnetzwerk zu unterstützen. Der Präsident der Stiftung, Neurophysiologe Hans-Christian Pape sieht in der aktuellen Situation bei allen Schwierigkeiten auch eine Chance für die Wissenschaft und ihr Verhältnis zu Gesellschaft und Politik.

„Beim globalen Klimawandel hat es lange gedauert, bis Warnungen aus der Wissenschaft ernst genommen wurden. Und bis heute wurde zu wenig getan, um die Erderwärmung wirksam hinreichend zu bremsen – auch aus nationalen Interessen heraus. In der aktuellen Corona-Pandemie macht der rasend schnelle und drastische Verlauf unmittelbar klar, dass ein anderes und entschlosseneres Handeln nötig ist“, sagte Pape. „Die Coronakrise ist ein Weckruf: Nicht nationaler Egoismus, sondern internationale Zusammenarbeit bringt Lösungen – in der Wissenschaft wie in der Politik“, betonte Pape.

In der Krise liege damit auch eine Chance umzudenken, so Pape. „Die Bereitschaft, das eigene Verhalten zu verändern und sich solidarisch zu verhalten wächst. Politik und Wissenschaft beraten sich intensiv und die Bevölkerung informiert sich darüber, was Virenforscher und Ärzte raten. Überlegungen wie zur exklusiven nationalen Nutzung von Impfstoffen werden zumindest hierzulande klare Absagen erteilt. Die Lerneffekte müssen genutzt werden für den künftigen Umgang mit Krisen“, unterstrich Pape.

Das internationale und interdisziplinäre Forschungsnetzwerk der Humboldt-Stiftung wolle dazu beitragen, die medizinischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Coronakrise zu meistern, sagte Pape. Die Humboldt-Stiftung werde alles tun, um ihr Netzwerk hierbei zu unterstützen.

So wird das Fördergeschäft weitergehen. Die Bearbeitung und Begutachtung von Förderanträgen soll unvermindert fortgeführt werden. Für Präsenzsitzungen werden alternative Wege umgesetzt. Auswahlprozesse, die eine Anreise von potentiellen Stipendiatinnen und Stipendiaten aus anderen Ländern erfordern, werden, wenn möglich, durch dezentrale Veranstaltungen ersetzt.

Geförderte in Deutschland und zukünftige Stipendiatinnen und Stipendiaten wenden sich bei Fragen bitte an ihre Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in den gastgebenden Institutionen beziehungsweise in der Stiftung.

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