Wolfgang Paul-Preis

 

Der Wolfgang Paul-Preis wurde im November 2001 einmalig an 14 international herausragende Wissenschaftler vergeben. Mit einem Preisgeld von bis zu 4,5 Millionen Deutsche Mark (umgerechnet 2,3 Millionen Euro) war die Auszeichnung seinerzeit der höchstdotierte Forschungspreis weltweit. Der Preis bot den 13 Preisträgern und einer Preisträgerin aus dem Ausland die Möglichkeit, ihre Forschungsprojekte an einer Forschungseinrichtung in Deutschland frei von administrativen Zwängen voranzutreiben und eigene Arbeitsgruppen mit hoch qualifizierten jüngeren Wissenschaftlern aufzubauen.

Gestiftet wurde der Preis vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Mittel von umgerechnet 25,8 Millionen Euro stammten aus dem damaligen Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung.

Unter den Ausgezeichneten waren sechs Wissenschaftler aus den Lebenswissenschaften und sechs weitere aus der Physik, Mathematik, den Ingenieur- und den Geowissenschaften. Aus den Geisteswissenschaften kamen eine Sprachwissenschaftlerin und ein Philosoph.

Acht Preisträger forschten zuvor in den USA, drei weitere in der Russischen Föderation. Je ein Wissenschaftler arbeitete vor Annahme des Preises in Großbritannien, Ungarn und Italien. Mit 35 Jahren war der italienische Astronom Roberto Ragazzoni der jüngste Preisträger.

Der Preis war nach dem Physiker Wolfgang Paul (1913-1993) benannt. Paul gilt als Pionier auf dem Gebiet der Teilchenphysik. Der Physiker wurde 1939 in Berlin promoviert und habilitierte sich 1944 an der Universität Göttingen. 1952 wurde Paul Direktor des Physikalischen Instituts an der Universität Bonn. Für die Entwicklung einer Ionen-Falle, mit deren Hilfe Atomkerne “eingefangen” werden können, erhielten Wolfgang Paul und der Humboldt-Forschungspreisträger Hans G. Dehmelt zusammen mit Norman F. Ramsey den Nobelpreis für Physik 1989. 1979 wurde Paul zum dritten Präsidenten der Alexander von Humboldt-Stiftung gewählt und hatte dieses Amt zehn Jahre lang inne.


 

Die Preisträger, ihre Herkunftsorte und Gastinstitute in Deutschland


Prof. Dr. Hilmar Bading, Neurobiologe vom Medical Research Council, Laboratory of Molecular Biology, Cambridge, Großbritannien
Gastinstitut: Interdisziplinäres Zentrum für Neurowissenschaften an der Universität Heidelberg

Dr. Christiane Fellbaum, Linguistin von der Universität Princeton, New Jersey, USA
Gastinstitute: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin und Max-Planck-Institut für Psycholinguistik, Nijmegen

Prof. Dr. Alex B. Gershman, Fachgebiet Nachrichtentechnik an der Russischen Akademie der Wissenschaften
Gastinstitut: Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme Duisburg

Prof. Dr. Joachim Herz, Neurobiologe von der University of Texas, Dallas, USA
Gastinstitut: Universität Heidelberg

Prof. Dr. Atac Imamoglu, Fachgebiet Optik, zuvor am Department of Electrical and Computer Engineering der University of California, Santa Barbara, USA
Gastinstitut: Physikalisches Institut der Universität Stuttgart

Prof. Dr. Josef A. Käs, Biophysiker von der University of Texas, Austin, USA
Gastinstitut: Institut für Experimentelle Physik I der Universität Leipzig

Prof. Dr. Alexei Khokhlov, Fachgebiet Polymerphysik, zuvor an der Lomonosov State University, Moskau, Russland
Gastinstitut: Abteilung für Theoretische Chemie an der Universität Ulm

Prof. Dr. Marc Levine, Mathematiker mit dem Spezialgebiet Algebraische Geometrie von der Northeastern University, Boston, USA
Gastinstitut: Universität Duisburg-Essen. Marc Levine erhielt 2009 auch die  Alexander von Humboldt-Professur.

Prof. Dr. Ferenc Nagy, Biochemiker vom Biological Research Center der Ungarischen Akademie der Wissenschaften
Gastinstitut: Institut für Biologie II der Universität Freiburg

Prof. Dr. Roberto Ragazzoni, Astronom vom Istituto Nationale di Astrofisika in Padua, Italien
Gastinstitut: Max Planck Institut für Astronomie, Heidelberg

Prof. Dr. Barry Smith, Philosoph von der State University of New York at Buffalo, USA
Gastuniversitäten: Universität Leipzig und Universität des Saarlandes

Prof. Dr. Alexander V. Sobolov, Geochemiker von der Russischen Akademie der Wissenschaften
Gastinstitute: Max Planck Institut für Chemie, Mainz und die Universität Mainz

Prof. Dr. Michele Solimena, Zellbiologe, zuletzt an der Universität Yale
Gastinstitute: Max Planck Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG), Dresden und Medizinische Fakultät der Technischen Universität Dresden

Prof. Dr. Andrew Webb, Biophysiker von der University of Illinois in Urbana, USA. Gastuniversität: Universität Würzburg

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