Geography of knowledge

Exzellenz verbindet: The Humboldt Network is a network of cooperation and trust. More than 30,000 Humboldtians in over 140 countries share the experience of a research stay in Germany. In accordance with its motto “Once a Humboldtian, always a Humboldtian”, they are ambassadors for Germany as a research destination throughout the world. Every year, independent selection committees choose the new members of the network. The most important criterion is the candidate’s academic excellence. There are no quotas for countries or subjects. This is how the unique Humboldt Geography of Knowledge that continually develops and changes has evolved since the Foundation was established in 1953.

The world maps and graphs deliver up-to-date information on the Foundation, which you are encouraged to explore. From where does the Foundation recruit new Humboldtians? Where do Humboldtians work today? The data provide answers at the level of countries, regions and institutions.

In which countries and regions do Humboldtians work worldwide?

Which universities and research institutions have a particularly high number of Humboldtians?

Which countries have the most successful applicants and nominees come from in the past 5 years?

From which institutions did the most successful applicants and nominees come in the past five years?

USA

Steven Chu

Das US-Netzwerk: Führend auf allen Ebenen

„Es ist nützlich, Genies um sich zu haben“, kommentierte die Washington Post im Sommer 2009 die Rolle des damaligen Energieministers Steven Chu. Im Golf von Mexiko war die Bohrinsel Deepwater Horizon explodiert; täglich strömten Tausende Barrel Öl ins Meer. Der Nobelpreisträger im US-Kabinett hatte den Verantwortlichen von BP nahe gelegt, das defekte Druckventil mithilfe von Gammastrahlen zu untersuchen. Der entscheidende Schritt, um der Umweltkatastrophe Herr zu werden. Schon relativ früh in seiner Karriere war es dem Physiker Chu in den 1980er Jahren gelungen, mittels Laserlicht, Atome zu kühlen und so zu verlangsamen. Für diese „Atomfalle“ erhielt er 1997 den Nobelpreis für Physik. Den Weg ins Humboldt-Netzwerk hatte ihm zuvor Theodor Hänsch geebnet. Der deutsche Ausnahmephysiker und später selbst Nobelpreisträger hatte Chu für einen Humboldt-Forschungspreis nominiert. Mit über 5.000 Humboldtianerinnen und Humboldtianern ist das US-Netzwerk im weltweiten Ländervergleich das größte; 42 der 55 Humboldtianer mit Nobelpreis sind in den USA tätig. Wie zahlreiche US-Humboldtianer engagiert sich auch Steven Chu weiterhin an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft, zuletzt als Präsident der American Association for the Advancement of Science.

George Leitmann

Humboldtianer als Brückenbauer: Transatlantische Versöhnung und Freundschaft

George Leitmann war 13 Jahre alt, als SS-Männer nach der Reichspogromnacht 1938 die Wohnung seiner Familie in Wien plünderten. Auf dem letzten Schiff, das von Italien aus 1940 in Richtung USA ablegte, konnte Leitmann mit seiner Mutter dem Holocaust entkommen. Als Leutnant der US-Armee kehrte Leitmann 1944 nach Europa zurück. Seine Einheit nahm an der Befreiung des KZ Landsberg teil, nach dem Krieg diente Leitmann den USA als Vernehmungsoffizier bei den Nürnberger Prozessen. Trotz und gerade wegen seiner persönlichen Geschichte setzte sich Leitmann während seiner brillanten Karriere als Professor für Ingenieurswissenschaften an der Universität von Kalifornien in Berkeley mit großem Engagement für den deutsch-amerikanischen Wissenschaftsaustausch als Pfeiler der transatlantischen Freundschaft ein. Leitend war für den Humboldt-Forschungspreisträger immer der Gedanke, „dass wir alle auf diesem Planeten leben und daher gut daran tun, miteinander auszukommen.“ Seit 1953 haben mehr als 6.000 vergebene Stipendien und Preise für US-Wissenschaftler dazu beigetragen, diesen Gedanken mit Leben zu füllen. Auch heute wirkt das Humboldt-Netzwerk maßgeblich an Erhalt und Ausbau der transatlantischen Freundschaft mit.

Sarah King

Der US-Nachwuchs: Clever, jung, mobil

„Ich konnte wertvolle internationale Kontakte knüpfen, die mir sonst entgangen wären und habe sehr viel über das deutsche Wissenschaftssystem gelernt“, lobt die Chemikerin Sarah King ihren Aufenthalt als Humboldt-Forschungsstipendiatin in Deutschland. Und auch Kings Humboldt-Gastgeberin am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin zeigt sich beeindruckt von den wissenschaftlichen Beiträgen der Nachwuchsforscherin. Nach dem Studium am MIT in Cambridge im Alter von nur 27 Jahren an der Universität von Kalifornien in Berkeley promoviert, gehört die Chemikerin Sarah King zu den über 230 Spitzennachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus den USA, die sich in den letzten fünf Jahren erfolgreich um ein Postdoc-Stipendium der Humboldt-Stiftung beworben haben, um ihre wissenschaftliche Karriere durch einen Forschungsaufenthalt in Deutschland voranzubringen. Eine gute Entscheidung: Nach ihrem Aufenthalt in Deutschland wechselte Sarah King als Juniorprofessorin an die University of Chicago.

Seyla Benhabib

Geisteswissenschaften: Netzwerk mit Strahlkraft

Anfang der 1980er Jahren war Seyla Benhabib als Humboldt-Forschungsstipendiatin zu Gast am Max-Planck-Institut für Sozialwissenschaften in Starnberg. Mentor Jürgen Habermas, einer der bekanntesten Philosophen der Bundesrepublik, schwärmte damals geradezu über die junge Hegel-Expertin. Heute gilt Benhabib selbst als die politische Philosophin schlechthin. Seit 2001 hat die US-Amerikanerin mit türkisch-sephardischen Wurzeln nach Stationen in Boston und Harvard die Eugene Meyer Professur für Politische Wissenschaften und Philosophie an der Yale University inne. Ihre Bücher wie „Die Rechte der Anderen“ und „Kosmopolitismus ohne Illusionen“ finden weltweit eine breite Leserschaft. Konsequent hat Benhabib darin auch Denkfiguren Habermas für das Zeitalter der globalen Migration weiter gedacht. Benhabib ist ein Beispiel für die zahlreichen Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit internationaler Strahlkraft, die das transatlantische Humboldt-Netzwerk prägen. Mit zirka 25 Prozent sind sie im US-Netzwerk stark vertreten.

Robinson Gregory

Regionale Vielfalt: Spitzenforschung jenseits von Berkeley, Harvard und Yale

Die Stadt Athens liegt im Bundestaat Georgia. Einst bekannt für seine Textilindustrie als „Manchester of the South“, lockt die historische Innenstadt heute mit weltberühmten Musikklubs, vor allem aber prägen die 17 Colleges und Hochschulen der University of Georgia und ihre Studenten die Stadt. Die UGA wurde 1785 als erste staatliche Universität der USA gegründet. An der UGA lehrt und forscht Gregory H. Robinson, einer der führenden Experten für metallorganische Chemie weltweit. Die Fachwelt horchte auf, als Robinson Mitte der 1990 Jahre spektakuläre Dreifach-Bindungen zwischen Metallatomen herstellte, die die bisherigen Bindungstheorien revolutionierten. Zuvor hatte er als Humboldt-Forschungsstipendiat an der TU Berlin geforscht. Als bahnbrechend gilt auch die Herstellung eines Silizium-Allotrops 2008, einhergehend mit einer neuen Technik, hochreaktive Verbindungen zu stabilisieren. Wissen, von dem deutsche Kollegen während Robinsons Aufenthalt als Humboldt-Preisträger in Oldenburg und Berlin profitierten. Ob Georgia oder Michigan, Texas oder Missouri: Humboldtianer sind an über 850 Institutionen in allen 50 Bundesstaaten der USA tätig und prägen die transatlantischen Wissenschaftsbeziehungen auf vielfältige Weise.

Peggy Kuo

Gesellschaft gestalten: Humboldtianer in Positionen jenseits der Wissenschaft

Mitte der 1990er Jahre verfolgt die US-Juristin Peggy Kuo im Kriminalgericht-Moabit den Prozess gegen einen Berliner Gastronom. Dieser hatte in seiner Kneipe Flyer mit einschlägigem Bild und dem Schriftzug „Rasant, rasant, Herr Asylant! Am 31.12. ist Abschiebetag“ ausgelegt. Prozessbeobachterin Pegg Kuo macht sich damals als Bundeskanzler-Stipendiatin in Berlin mit dem deutschen Strafrecht im Vergleich zum amerikanischen bekannt. Der Kneipenbesitzer wird wegen Aufruf zur Gewalt zu vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Das deutsche Strafrecht basiere aufgrund der historischen Erfahrung von Naziherrschaft und Weltkrieg auf der Überzeugung, dass die Verunglimpfung bestimmter Personen und Personengruppen mit dem Ziel der Herabsetzung, den „ersten gefährlichen Schritt in Richtung Katastrophe darstellen“, resümiert Kuo später. In den USA dagegen schließe die rechtlich in der Verfassung garantierte Redefreiheit selbst „hate speech“ ein. Heute ist Peggy Kuo Bundesrichterin im Staat New York. Wie sie leisten viele US-Humboldtianerinnen und Humboldtianer auch jenseits der Wissenschaft wichtige Beiträge zur Gestaltung der Gesellschaft und Stärkung der internationalen Verständigung.

China

wei

After the Opening-Up: The First Generation

“She is probably the first woman from the People’s Republic of China to have taken a doctoral degree in a technical field in Germany since the Cultural Revolution,” wrote the Aachener Volkszeitung in June 1981, referring to Yu Wei. The photo above the article shows a woman beaming under her motarboard, standing next to Herbert Döring, the former head of the Institute of High Frequency Technology at RWTH Aachen University. She later described the time she spent in Germany as a turning point in her life. Born in Guangxi Province in 1940, Yu Wei belonged to the first generation of Humboldt Fellows from the People’s Republic of China to arrive in 1979. She went on to enjoy a brilliant career as Director of the Laboratory for Molecular and Biomolecular Electronics in Nanjing, President of Nanjing University and Deputy Minister of Education in the People’s Republic.

xu

China: A Hotbed of Talent

Following a stint as a postdoc in Singapore, junior professor Wenying Xu celebrated her 30th birthday as a Humboldt Research Fellow at the Potsdam Institute for Climate Impact Research. Young, highly-qualified talents from China like her regularly form the largest group of Humboldt Research Fellows. In 2018, the mathematician from Nanjing was one of 97 junior researchers from China who successfully headed off worldwide competition for some 530 Humboldt Research Fellowships. Roughly 86 percent of Chinese fellows come from the natural and engineering sciences, about nine percent from the life sciences and only some five percent from the humanities and social sciences.

li

Humboldtians in Leading Positions

He is proud to be a member of the Humboldt Family, has always benefitted from German-Chinese collaboration in science and will always do all he can to promote it. This is the message contained in a letter sent by Jinghai Li in 2018. An expert in the field of modelling multiphase reactors, the chemist had just been appointed President of the National Natural Science Foundation of China, one of the country’s most important institutions funding basic research. Jinghai Li came to Siegen on a Humboldt Research Fellowship in 1997.

chai

The first Humboldt Professor from China

A pathogen invades a plant, but the plant knows how to defend itself. Structural biologist Jijie Chai investigates the proteins behind plants’ immune system. His research generates important fundamental knowledge that reaches well beyond plant diseases to develop, for example, drugs to fight inflammatory diseases. Since 2017, Jijie Chai has been conducting research at the University of Cologne in cooperation with the Max Planck Institute for Plant Breeding Research – China’s first Alexander von Humboldt Professor. He is an example of the excellent researchers from China who are increasingly represented in the Foundation’s programmes for top international researchers. Since 1999, the Foundation has granted 33 research awards to outstanding scientists and scholars from China, 13 of them in the last five years.

li

Humanities Scholars in China: Not Numerous, but Leading

Television journalists from around the world enthusiastically reported on the opening ceremony of the Olympic Games in Beijing: But what do live commentaries tell us about our own self-image? German scholar Jin Zhao conducts intercultural comparisons to study how Chinese and German culture are reflected in different kinds of texts. The linguistics professor is Dean of the German Faculty at Tongji University in Shanghai. She is also head of the “Guidance Committee” at the Chinese Ministry of Education responsible for the teaching of German in China. In 2005, Jin Zhao was a Humboldt Research Fellow in Jena and later the recipient of the Foundation’s 2011 Friedrich Wilhelm Bessel Research Award. Like Jin Zhao, some nine percent of Chinese Humboldtians work in the humanities and social sciences. The global figure for the Humboldt Network is approximately 26 percent.

xu

Humboldtians Beyond the Centres

Once the starting point of the Ancient Silk Road in Shaanxi Province in northwestern China, Xi’an is more than 1,000 kilometres from the hubs of Chinese research in Beijing and Shanghai. Xi’an is also the destination for those wanting to visit the Terracotta Army of the first Chinese Emperor Qin Shi Huang. And from here, 17 successful applications to the Foundation’s programmes have been received, one of them from Fei Xu from the Northwestern Polytechnical University in Xi’an. He is now a postdoc at TU Dresden’s Department of Inorganic Chemistry. The example of Xi’an demonstrates how the expansion of the Chinese science system leads to the growth of the Humboldt Network.

How to Read the Humboldt Geography of Knowledge

The figures are retrieved from the correspondence addresses of more than 29,000 active Humboldtians as held by the Alexander von Humboldt Foundation on 19 February 2019. The institutional data is retrieved from the Humboldtians’ valid business addresses in the respective country of correspondence on this date. Each Humboldtian is recorded only at one address.

Example: In February 2019, the Foundation’s database recorded 5,091 Humboldtians whose correspondence address was in the United States. Of these, 127 Humboldtians had a business address at the University of California, Berkeley.

Please note: Humboldtians are very mobile and, although the Foundation seeks to maintain contact continuously, the personal data in the database may not always be fully up to date. Likewise, institutions evolve, new institutions emerge, others fuse or change their names. In its statistics, the Foundation aspires to present quality data for the most important academic institutions. With regard to other institutions, particularly in the non-academic sector, the institutional data tend to reflect the status at the time they were collected.

We are grateful for your support in maintaining our data: Please contact us if you have any suggestions or questions (info@avh.de). We should like to ask all Humboldtians to update their contact details whenever necessary, either via the Foundation’s service portal or by e-mail (info[at]avh.de).

The figures are retrieved from the positive selection decisions taken in all the Foundation’s fellowship and award programmes during the selection period 2014 to 2018. The institutional data records the institutional affiliation of successful candidates/nominees at the time of application/nomination. The country is derived from this institution. In cases in which the applicant is already working at the host institute at the time of application, the data is retrieved from her/his previous institutional affiliation.

Example: In the selection period 2014 to 2018, 673 successful applicants and nominees were based at institutions in the United States at the time of application/nomination. Of these, 24 successful applicants and nominees were based at the University of California, Berkeley.

Please note: The data derived from successful candidates’ institutional affiliation at the time of application/nomination differs from the data used in the Foundation’s statistics in the Annual Report. The latter draws on the country where the candidates’ (actual or presumptive long-term) academic activity is primarily based. A post-doctoral researcher from France who holds her first postdoctoral position at ETH Zurich at the time of application is recorded in the Annual Report as an applicant from France. By contrast, the Humboldt Geography records her institutional affiliation at the time of application – ETH Zurich – and assigns it to Switzerland.

If your country or institution is not one of the countries or institutions that recorded particularly large numbers of successful applicants and nominees in the selection period 2014 to 2018, this is certainly not a reason to refrain from submitting applications or nominations. The Humboldt Foundation’s sponsorship programmes are open to researchers from all countries and disciplines. There are no quotas, neither for countries and subjects, nor, of course, for institutions. People all over the world produce outstanding personal achievements. What counts at the Foundation is each individual’s talent.

The maps depict continents and regions according to the statistical standards of the United Nations (M49). In some cases, these differ from the classification of countries used by the Foundation. This assignment does not imply any assumption regarding political or other affiliation.