Nachgefragt

Herr Adum, wie retten Sie Frösche?

Gilbert Adum ist Ghanas Froschmann. Durchs Laub kriechen, in Tümpeln tauchen und durch Flüsse waten – das ist seine Arbeit. Als Mitbegründer und Leiter der Organisation SAVE THE FROGS! Ghana kämpft er mit Leidenschaft für das Überleben der Amphibien in seiner Heimat. Sein Ziel: Frösche vor dem Aussterben retten und ihren Lebensraum erhalten. Dafür leistet er vor allem Überzeugungsarbeit, indem er Minen- und Holzarbeiter sowie die Dorfbevölkerung in den Naturschutz einbezieht.

  • Von Kristin Hüttmann
Saturn-ähnliches Dekortationsbild

Ein Jahr forschte Gilbert Adum als Internationaler Klimaschutzstipendiat am Museum für Naturkunde in Berlin. Inzwischen ist er nach Ghana zurückgekehrt, um dort wieder für SAVE THE FROGS! Ghana zu arbeiten. 

Gilbert Adum

Kaum einer könnte das besser als er. Adums Familie gehört zur Ethnie der Chiana-Gwenia, einem Stamm von Jägern in Nordghana. Als Kind fängt er Frösche und isst sie. Die Amphibien gehören zur Nahrungsgrundlage der Dorfbewohner. Aber aus dem Froschjäger wird ein brillanter Schüler, der Medizin studieren könnte. „Allerdings konnte ich mir nicht vorstellen, als Arzt zu arbeiten“, sagt er. „Meine Liebe zur Natur war größer.“ So studiert er Naturressourcenmanagement und erkennt bald die wichtige Rolle der Frösche für das Ökosystem. „Frösche sind unverzichtbar für die Nahrungskette des Waldes und damit auch für uns Menschen. Außerdem fressen sie krankheitsübertragende Moskitos.“

Nachrichten aus der Stiftung 

Heute ist Adum einer der führenden Amphibienschützer seines Kontinents. Für seine Arbeit bekam er zahlreiche Preise, darunter den renommierten Whitley Award, den Grünen Oskar. Ein Frosch liegt ihm besonders am Herzen: der Große Pfeiffrosch. Noch nie habe er jemanden getroffen, der den Ruf dieses Frosches nicht liebe, erzählt Adum gern. Wenn er mit breitem Lächeln den quiekenden Balzschrei imitiert, glaubt man es ihm sofort. 

Der Große Pfeiffrosch galt als ausgestorben – bis Adum und sein Team 2009 eine kleine Population wiederentdeckten und seither für seine Rettung kämpfen. „Wir müssen seinen Lebensraum schützen, indem wir die Umweltzerstörung durch Minen- und Holzarbeit stoppen und den natürlichen Pflanzenwuchs wiederherstellen.“

 

aus Humboldt Kosmos 106/2016

vorheriger Artikel Fluchtpunkt Universität
nächster Artikel Wie bauen Sie Nanoroboter aus DNA und Gold, Frau Liu?