Dr. Richard Stancliffe

Profil

Derzeitige StellungProfessor W-1 und Äquivalente
FachgebietAstrophysik
KeywordsHydrodynamics, Nucleosynthesis, Binary stellar evolution

Aktuelle Kontaktadresse

LandVereinigtes Königreich
OrtBristol
Universität/InstitutionUniversity of Bristol
Institut/AbteilungH. H. Wills Physics Laboratory

Gastgeber*innen während der Förderung

Prof. Dr. Norbert LangerArgelander-Institut für Astronomie, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Bonn
Beginn der ersten Förderung01.10.2012

Programm(e)

2012Sofja Kovalevskaja-Preis-Programm

Projektbeschreibung der*des Nominierenden

Die Entstehung der chemischen Elemente beschaeftigt die Menschheit seit Urzeiten. Im Urknall entstanden Wasserstoff und Helium, aber woher kommt der für das Leben so wichtige Kohlenstoff, das Kalzium in unseren Knochen und das Eisen in unserem Blut? Die Antwort liegt im tiefen Inneren von massereichen Sternen, wo thermonucleare Reaktionen neue Elemente erzeugen, welche mit dem Tod dieser Objekte in das Gas der Milchstrasse abgegeben werden. Die ältesten Sterne in unserer Milchstrasse sind die direkten Nachkommen der kurzlebigen ersten Generation massereicher Sterne. Sie bewahrten den chemischen Fingerabdruck der ersten Sterngeneration, den wir heute beobachten und entziffern koennen, in der sogenannten "Galaktischen Archeologie". Mit ihrer Hilfe koennen einige der wichtigsten Fragen der Astrophysik bearbeitet werden: welche Sterne erzeugen welche Elemente, welche Sterne bildeten sich im fruehen Universum, und wie entstehen Galaxien? Richard Stancliffe berechnet detaillierte Entwicklungsmodelle der ersten Sterne, die das Universum chemisch angereichert haben. Er versteht es wie kein anderer, die beobachteten Haeufigkeitsmuster in den aeltesten galaktischen Sternen zu benutzen, um die inneren Durchmischungsprozesse in den massereichen Sternen der ersten Generation -- welche deren Nukleosynthese massgeblich beeinflusst --- zu entschluesseln. Dies erlaubt ihm, die Elemententstehung in den ersten Sternen nachzuvollziehen, und gleichzeitig vorherzusagen, wie Mischprozesse die Entwicklung und Nucleosynthese von Sternen im heutigen Universum beeinflussen.