Prof. Dr. Michał Pilipczuk

Profil

Derzeitige StellungProfessor W-3 und Äquivalente
FachgebietLogik und Grundlagen der Mathematik,Theoretische Informatik
Keywordslogic in computer science, finite model theory, graph algorithms, parameterized complexity, structural graph theory

Aktuelle Kontaktadresse

LandPolen
OrtWarsaw
Universität/InstitutionUniversity of Warsaw
Institut/AbteilungDepartment of Mathematics, Informatics and Mechanics

Gastgeber*innen während der Förderung

Prof. Dr. Tanja BrühlTechnische Universität Darmstadt, Darmstadt

Programm(e)

2026Alexander von Humboldt-Professur

Projektbeschreibung der*des Nominierenden

Michał Pilipczuk schlägt mit seiner innovativen Forschung Brücken zwischen diskreter Mathematik, Algorithmendesign und Logik. An der TU Darmstadt soll er ein neues Zentrum für die mathematischen Grundlagen der Informatik mit aufbauen und leiten.Mathematik / Informatik Wenn Navigationssysteme die schnellste Route berechnen, soziale Netzwerke Milliarden Verbindungen analysieren oder Biologen Stammbäume auswerten, arbeiten sie mit sogenannten Graphen – mathematischen Modellen aus Knoten und Verbindungen. Solche Strukturen erforscht der polnische Informatiker Michał Pilipczuk. Seine Arbeiten an der Schnittstelle von theoretischer Informatik, Graphentheorie und Logik gehören heute zu den wichtigsten Beiträgen der modernen algorithmischen Graphentheorie und der sogenannten parametrisierten Komplexität. Pilipczuk untersucht Probleme, für die keine allgemein effizienten Algorithmen bekannt sind. Er analysiert, unter welchen zusätzlichen Bedingungen sich solche Probleme doch effizient berechnen lassen. Dieses Forschungsfeld heißt „parameterized complexity“. Dabei zählt nicht nur, wie groß ein Netzwerk ist, sondern auch, welche Struktur es besitzt: etwa wie stark es verzweigt ist oder wie komplex seine Verbindungen aufgebaut sind. Charakteristisch für Pilipczuks Forschung ist die Verbindung von tiefer mathematischer Strukturtheorie mit konkretem Algorithmendesign. Seine Arbeiten zeigen, dass selbst sehr komplexe Netzwerke oft eine verborgene Ordnung besitzen, die man algorithmisch ausnutzen kann. Seine Methoden lösten mehrere seit Jahrzehnten offene Probleme der theoretischen Informatik oder halfen, sie deutlich effizienter zu bearbeiten. Mit der Gründung des neuen Zentrums für die mathematischen Grundlagen der Informatik (MCFS), dessen Leitung Michał Pilipczuk als Humboldt-Professor übernehmen soll, möchte die TU Darmstadt die Synergien zwischen Informatik und diskreter Mathematik stärken und in diesem Bereich europaweit eine führende Rolle einnehmen. Zur Person Michał Pilipczuk ist seit 2015 Professor am Institut für Informatik der Universität Warschau und wurde an der Universität Bergen, Norwegen, promoviert. Durch einen ERC Starting Grant (2021) und einen ERC Consolidator Grant (2025) wurde seine Forschung hochkarätig ausgezeichnet. Außerdem erhielt er den europäischen ERCIM Cor Baayen-Preis, der jährlich an eine vielversprechende junge Forscherpersönlichkeit in den Bereichen Informatik und angewandte Mathematik vergeben wird, sowie den polnischen Witold Lipski-Preis, der Leistungen auf dem Gebiet der theoretischen und angewandten Informatik würdigt.