Humboldt-Forschungsstipendium

Informationen für Gastgeberinnen und Gastgeber

Jede aktive Wissenschaftlerin und jeder aktive Wissenschaftler an einer Forschungseinrichtung in Deutschland (Hochschule, außeruniversitäre Forschungseinrichtung etc.) kann Gastgeberin bzw. Gastgeber für eine Humboldt-Forschungsstipendiatin bzw. -Forschungsstipendiaten sein. Im Falle einer Förderung zahlt die Humboldt-Stiftung an die Gastgeberin bzw. den Gastgeber einen Forschungskostenzuschuss in Höhe von monatlich 800 Euro in den Natur- und Ingenieurwissenschaften bzw. 500 Euro in den Geisteswissenschaften.

Für die Humboldt-Stiftung ist die Abgrenzung der Personenauswahl von der Projektförderung anderer Förderorganisationen ein wesentlicher Punkt, der uns veranlasst hat, Anpassungen bei der Darstellung des Forschungsvorhabens durch die Bewerbenden vorzunehmen. Das Kreativitätspotential der Bewerber und die innovative Idee sollen daher im Mittelpunkt der Begutachtung des Forschungsvorhabens stehen. In den Hinweisen zur Antragsstellung werden den Bewerbenden folgende Vorgaben zur Darstellung des Forschungsvorhabens gemacht:

  • Der aktuelle Stand der Forschung sollte zu Beginn kurz dargestellt und durch etwa fünf einschlägige Publikationen aus dem Forschungsfeld belegt werden (maximal 1 Seite).
  • Wichtigster Inhalt ist die klare Darstellung der zu bearbeitenden Fragen sowie deren Originalität und Bedeutung für die Weiterentwicklung des Forschungsfeldes (ca. 2 Seiten).
  • Weiterhin sind die wissenschaftlichen Methoden, die zur Erreichung dieser Ziele eingesetzt werden sollen, klar zu beschreiben und gegebenenfalls mit Referenzen zu belegen (ca. 2 Seiten).
  • Die Darstellung sollte insgesamt etwa fünf Seiten umfassen (inkl. Literaturverzeichnis).
  • Es muss in der Begutachtung klar erkennbar sein, dass die wesentlichen Inhalte eigenständig erarbeitet und vorab mit den Gastgebern abgesprochen worden sind. Inhalte, die von Seiten des Gastinstituts beigetragen wurden, müssen von den Bewerbern klar gekennzeichnet werden.

Ein inhaltlich oder methodisch unzureichend abgesprochenes Forschungsvorhaben führt in der Regel zu einer Ablehnung des Antrags. Neben dem wissenschaftlichen Werdegang, der Qualität der von den Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählten Schlüsselpublikationen und der Zukunftsperspektive ist die Originalität des Forschungsvorhabens eine wichtige Grundlage der Begutachtung des Antrags durch die unabhängigen Fachgutachter und den Auswahlausschuss. Daher wird besonderer Wert darauf gelegt, dass das Forschungsvorhaben eigenständig von der Bewerberin bzw. vom Bewerber erstellt und nicht ganz oder in Teilen von Ihnen als Gastgeberin oder Gastgeber vorgegeben wurde.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung bittet Sie um eine vertrauliche Stellungnahme, die für das Begutachtungsverfahren und den Auswahlausschuss von großer Bedeutung ist, sowie eine unterzeichnete Forschungsplatzzusage.

Die Bewerberin bzw. der Bewerber sollte Ihnen die zur Erstellung Ihres Gutachtens erforderlichen Unterlagen und Informationen rechtzeitig im Vorfeld der Bewerbungseinreichung zukommen lassen (Lebenslauf, Schlüsselpublikationen, Forschungsvorhaben und die Namen der Referenzgutachterinnen und -gutachter). Bitte folgen Sie dem Fragenkatalog für die Stellungnahme der Gastgeberin/des Gastgebers und beantworten Sie die Fragen ausführlich in der vorgegebenen Reihenfolge. Bitte unterschreiben Sie auch die Forschungsplatzzusage. Selbstverständlich wird Ihre Stellungnahme von der Geschäftsstelle und vom Auswahlausschuss der Humboldt-Stiftung vertraulich behandelt.

Falls die Bewerberin bzw. der Bewerber das geplante Forschungsvorhaben an zwei Gastinstituten durchführen möchte, sind separate Stellungnahmen und Forschungsplatzzusagen der jeweiligen Gastinstitute erforderlich. Sofern beide Gastgeber bzw. Gastgeberinnen am selben Institut tätig sind, genügt eine Forschungsplatzzusage. Die (gemeinsame) Stellungnahme sowie die Datenschutzerklärung sind jedoch von beiden Gastgebern bzw. Gastgeberinnen zu unterzeichnen.

Bitte bedenken Sie, dass die Geschäftsstelle der Humboldt-Stiftung Anträge erst dann einem externen Begutachtungsverfahren zuleiten kann, wenn neben den vollständigen Bewerbungsunterlagen auch Ihre Stellungnahme vorliegt. Daher empfehlen wir, Ihre Stellungnahme und Forschungsplatzzusage, unabhängig vom Antragseingang, möglichst frühzeitig direkt an die Humboldt-Stiftung zu senden:

Alexander von Humboldt-Stiftung, Auswahlabteilung,
Jean-Paul-Str. 12, 53173 Bonn,
Fax: 0228-833 212, E-Mail: info(at)avh.de

Allgemeine Informationen zum Auswahlverfahren können Sie auch der Übersicht zum Ablauf des Auswahlverfahrens entnehmen.

Als wissenschaftliche Gastgeberin bzw. wissenschaftlicher Gastgeber verpflichten Sie sich, bei der Einbeziehung der Gastwissenschaftlerin bzw. des Gastwissenschaftlers in Ihren Arbeitskreis auf die Einhaltung der Grundsätze der Wissenschaftsethik und der Regelungen zur Verhinderung des rüstungsrelevanten Technologietransfers bzw. auf Gefahren eines sonstig rechtswidrigen oder unerwünschten Wissenstransfers zu achten. Des Weiteren müssen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis befolgt werden.

Selbstverständlich werden Sie und die Bewerberin bzw. der Bewerber schnellstmöglich nach der Auswahlsitzung über das Ergebnis per E-Mail informiert. Falls von der Bewerberin bzw. vom Bewerber nach Erhalt der Information über die Auswahlentscheidung gewünscht, erhalten Sie beide im Fall der Ablehnung der Bewerbung nach etwa vier bis sechs Wochen zusätzlich ein Schreiben zu den Faktoren, die zu der negativen Entscheidung geführt haben. Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich mit möglichen Rückfragen erst nach Erhalt dieses Schreibens an die Geschäftsstelle wenden könnten.