Alexander von Humboldt-Professur für Künstliche Intelligenz 2021

Aimee van Wynsberghe

Das Leben und Arbeiten mit Robotern verändert den Menschen. Wie kann Künstliche Intelligenz (KI) innovativ sein und zugleich gesellschaftlichen Werten Rechnung tragen? Mit Aimee van Wynsberghe kommt eine der weltweit führenden Forscherinnen auf dem Gebiet der KI- und Roboterethik nach Bonn.

  • Nominierende Universität: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
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KI- und Roboterethik

Roboter spielen eine immer größere Rolle im Alltag vieler Menschen. Sie unterstützen medizinisches Personal bei komplizierten Eingriffen, liefern als Drohnen Pakete an die Haustür und finden sich als Spielgefährten in den Zimmern unserer Kinder wieder. Dem wachsenden Angebot von KI- und Robotikanwendungen scheinen in der Zukunft keine technischen Grenzen gesetzt zu sein. Doch was bedeutet es für den Menschen, wenn er zunehmend mit Maschinen interagiert?

Für Aimee van Wynsberghe ist die gesellschaftliche Durchdringung mit Künstlicher Intelligenz ein fortlaufendes soziales Experiment, das neue Regeln und Kontrollmechanismen benötigt. Mit ihrer Forschung will sie bisher vernachlässigte ethische Werte in das Design und die Entwicklung wissenschaftlicher und technischer Innovationen einbeziehen.

Van Wynsberghe bereichert mit ihrer wissenschaftlichen Expertise auch den internationalen politischen Diskurs vielseitig. Sei es als Co-Direktorin der von ihr mitgegründeten Foundation for Responsible Robotics oder auch als Beraterin der Europäischen Kommission in Fragen der Künstlichen Intelligenz. Für das Weltwirtschaftsforum ist sie Mitglied im Global Futures Council on Artificial Intelligence and Humanity. Mit ihrem Engagement verfolgt sie das große Ziel, die ethische und verantwortungsvolle Entwicklung von Robotern auf die globale Agenda zu setzen.

Mit Aimee van Wynsberghe kommt eine der international profiliertesten Forscherinnen auf dem Feld der Roboterethik an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Mit der neu konzipierten Professur „Applied Ethics of Artificial Intelligence“ wird die Uni Bonn eine Führungsposition in humanzentrierter Künstlicher Intelligenz in Europa einnehmen. Van Wynsberghe soll außerdem das Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE) der Universität als Direktorin leiten. In ihren neuen Positionen wird sich die Wissenschaftlerin unter anderem auf die Suche nach sinnvollen Formen nachhaltiger KI begeben.

Aimee van Wynsberghe wurde für die Humboldt-Professur ausgewählt und ist derzeit in Berufungsverhandlungen mit der deutschen Universität, die sie für den Preis nominiert hat. Werden diese erfolgreich abgeschlossen, wird der Preis 2021 verliehen.

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Homepage von Aimee van Wynsberghe

Zur Person

Seit fast zwei Jahrzehnten ist die Kanadierin Prof. Dr. Aimee van Wynsberghe in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und Robotik tätig. Nach ihrem Studium in Kanada und den Niederlanden verteidigte sie im Jahr 2012 eine vielbeachtete Dissertation zum Ethikdesign von Pflegerobotern an der University of Twente. Es folgten Assistenzprofessuren in Twente sowie an der Technical University of Delft, Niederlande. Eine Professur für Ethik und Technologie an der TU Delft trat van Wynsberghe im Jahr 2020 an. Zu diesem Zeitpunkt war sie dort bereits Direktorin des Artificial Intelligence Lab der Fakultät für Technology, Policy and Management. Für ihre Forschungsarbeiten sowie ihren Beitrag zum wissenschaftlichen Dialog wurde die Philosophin 2018 mit einem L’Oréal UNESCO For Women In Science award ausgezeichnet.