Alexander von Humboldt-Professur 2024

David Damanik

Als herausragender Mathematiker mit Schwerpunkt mathematischer Physik soll David Damanik die Universität Bielefeld in diesem Bereich noch stärker profilieren und bisher in Deutschland unterrepräsentierte Themenfelder vertreten.

  • Nominierende Universität: Universität Bielefeld
Portrait David Damanik
Saturn-ähnliches Dekortationsbild

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Mathematik

David Damanik ist ein absoluter Spitzenforscher im Bereich der mathematischen Physik. Er ist bekannt für die Lösung schwieriger, lang bestehender mathematischer Probleme und treibt sein Forschungsgebiet immer wieder voran. Besonders herausragend ist seine Fähigkeit, einzelne mathematische Gebiete in einen größeren fachlichen Zusammenhang zu stellen und miteinander zu verbinden. Wie etwa bei seiner Zusammenarbeit mit dem Mathematiker und Fields-Medaillen-Gewinner Artur Ávila über Spektraleigenschaften von Schrödinger-Operatoren, für die er Ideen aus der Theorie dynamischer Systeme verwendete. Dynamische Systeme sind mathematische Modelle, die bei unterschiedlichen Prozessen zur Anwendung kommen können, beispielsweise bei der Berechnung von Klimamodellen in der Physik oder Populationszahlen in der Biologie. Schrödinger-Operatoren sind Rechen-Vorschriften der Quantenmechanik. Diese ermöglicht Berechnungen der physikalischen Eigenschaften von Atomen, Molekülen, Festkörpern und einfachen biologischen Systemen.

Mit Wissenschaftler*innen an der Universität Bielefeld kooperiert David Damanik bereits seit Langem. 2018 wurde er mit einem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet, der ihm erneut mehrere Gastaufenthalte dort ermöglichte. Nun soll David Damanik in Bielefeld eine Humboldt-Professur übernehmen und den bereits bestehenden Schwerpunkt in der mathematischen Physik mit seinem Engagement in der Ausbildung wissenschaftlichen Nachwuchses und neuen fachlichen Verknüpfungen zur Physik und zur Technischen Fakultät so verstärken, dass er zu einem internationalen Spitzenforschungsstandort wird. Seine Expertise soll zwei bereits laufende, von der DFG geförderte Sonderforschungsbereiche ergänzen, darunter einen mit Humboldt-Professor William Crawley-Boevey (SFB/TRR 358, Ganzzahlige Strukturen in Geometrie und Darstellungstheorie). Langfristiges Ziel ist ein international sichtbares Zentrum für mathematische Physik in Bielefeld.

Zur Person

David Damanik studierte Mathematik und Informatik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und wurde dort 1998 in Mathematik promoviert. Er setzte seine Karriere danach in den USA fort, in verschiedenen Positionen an der University of California, Irvine (2000-2001), und am Caltech, Pasadena (1999-2000 und 2001-2006). 2006 wechselte er als Associate Professor an die Rice University in Houston, Texas, USA. Dort wurde er 2009 Full Professor, 2011 Lehrstuhlinhaber und ist seit 2015 Robert L. Moody Sr. Professor.
Damanik ist Fellow der American Mathematical Society. 2018 wurde er mit einem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet. 2012 und 2020 war Damanik Fellow der Simons Foundation, deren Ziel es ist, die Grenzen in mathematischer und Grundlagenforschung zu erweitern, 2014 bekam er den AHP Prize, eine Auszeichnung für die herausragendste Arbeit, die in diesem Jahr in der Zeitschrift Annales Henri Poincaré veröffentlicht wurde.

David Damanik wurde für die Humboldt-Professur ausgewählt und ist derzeit in Berufungsverhandlungen mit der deutschen Universität, die ihn für den Preis nominiert hat. Werden diese erfolgreich abgeschlossen, wird der Preis 2024 verliehen.