Alexander von Humboldt-Professur 2024

Eva Pils

Eva Pils ist eine weltweit angesehene, interdisziplinär arbeitende Expertin für internationales Menschenrecht mit Fokus auf China. An der FAU soll sie nun ein global sichtbares Zentrum für Exzellenzforschung im Bereich der internationalen Menschenrechte aufbauen.

  • Nominierende Universität: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Portrait Eva Pils
Saturn-ähnliches Dekortationsbild

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Internationales öffentliches Recht

Als Eva Pils vor über 20 Jahren mit ihrer Forschung zum Menschenrechtsschutz in China begann, wurde allgemein eine liberale Transformation des chinesischen Rechtssystems erwartet. Ihre Forschung konzentrierte sich hingegen auf die Spannungen und Widersprüche innerhalb des Einparteiensystems. Eva Pils begegnete mit Skepsis Chinas mittlerweile ins Stocken geratenem Rechtsreformprozess sowie der Annahme, dass durch Kooperation und Austausch mit autoritären Institutionen diese offener und zugänglicher würden.

Heute verfügt sie über ein hochspezialisiertes Forschungsprofil, wie es nur wenige Wissenschaftler*innen außerhalb Chinas vorweisen können, da es neben juristischem Fachwissen auch vertiefe Kenntnisse der chinesischen Kultur und Sprache erfordert. Sie legt großen Wert darauf, Recht als globales Fach zu vermitteln und ermutigt ihre Studierenden, Rechtsordnungen kritisch zu lesen und in ihrem politischen und historischen Kontext zu verstehen. Dabei ist ihre Forschung nicht nur von hoher akademischer Relevanz. In zahlreichen Funktionen außerhalb der akademischen Welt stellt sie ihre Expertise zur Verfügung, zum Beispiel für den Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Armut und Menschenrechte, als Expertin vor parlamentarischen Menschenrechtsausschüssen oder in der Ausbildung von Diplomaten. Durch ihre häufigen Auftritte in Medien beeinflusst sie auch öffentliche und politische Diskurse und leistet wichtige Beiträge zur laufenden Debatte über den Umgang mit transnationalen Menschenrechtsverletzungen.

Die FAU Erlangen-Nürnberg plant, gemeinsam mit Eva Pils als Humboldt-Professorin den Bereich der Menschenrechte als Forschungsschwerpunkt auszubauen. Ziel ist es, das Centre for Human Rights Erlangen-Nürnberg (CHREN) und den Fachbereich Rechtswissenschaften europaweit als eine Top-Institution für Forschung und Lehre zu den langfristigen Herausforderungen im Bereich der Menschenrechte zu etablieren.

 

Zur Person

Eva Pils studierte in Heidelberg, Peking und London Rechtswissenschaften, Sinologie und Philosophie. Als Doktorandin nahm sie an einem Trainings-Programm für europäische Rechtsanwälte in Peking teil, im Rahmen dessen sie chinesisches Recht studierte. 2004 wurde sie in Rechtswissenschaften am University College London promoviert. Daraufhin forschte sie an der New York University, USA, und arbeitete an der juristischen Fakultät der Chinesischen Universität Hongkong, wo sie das Centre for Rights and Justice mitbegründete. 2014 wechselte sie als Reader in Transnational Law an das King’s College London, wo sie seit 2018 als Full Professor tätig ist. Sie arbeitet seit mehreren Jahren mit Kolleg*innen an der Universität Erlangen-Nürnberg und am CHREN als assoziiertes Mitglied zusammen.

Eva Pils wurde für die Humboldt-Professur ausgewählt und ist derzeit in Berufungsverhandlungen mit der deutschen Universität, die sie für den Preis nominiert hat. Werden diese erfolgreich abgeschlossen, wird der Preis 2024 verliehen.