Alexander von Humboldt-Professur 2021

Gustav Holzegel

Als Spezialist für die Einsteinschen Feldgleichungen arbeitet der Mathematiker Gustav Holzegel an Theorien der Physik zu den Eigenschaften des Universums. So ist es ihm gelungen, Lösungen für die mathematischen Gleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie vorzulegen, die die Stabilität von Schwarzen Löchern erklären.

  • Nominierende Universität: Westfälische Wilhelms-Universität Münster
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Mathematik

Mehr als 100 Jahre sind vergangen, seit Albert Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie unsere Vorstellung vom Universum revolutioniert hat. Einstein selbst hatte Jahre gebraucht, um seine Theorie von den Dynamiken im Universum in einer mathematischen Form zu erfassen: Die sogenannten Einsteinschen Feldgleichungen, die Mathematiker bis heute vor große Herausforderungen stellen. Es handelt sich um ein System von zehn hochkomplexen, nichtlinearen, gekoppelten, partiellen Differentialgleichungen an der Schnittstelle zwischen Geometrie und Algebra, für die es bis heute keinen vollständigen Lösungssatz gibt.

Mit den Einsteinschen Feldgleichungen können auch Schwarze Löcher und die Krümmung der Raumzeit, die sie erzeugen, beschrieben werden. Bisher galt es aber als ungeklärt, wie Schwarze Löcher so stabil sein können wie ein Planet oder Stern. Denn in der Mathematik der Schwarzen Löcher geht es darum, dass Lösungen auch zu ähnlichen Eigenschaften führen, wenn die Anfangskonstellation marginal verändert wird. Die Lösungen müssen „dynamisch stabil“ sein. Nur dann sind sie für die Physik von Bedeutung. Gustav Holzegel hat sich international einen Namen gemacht, weil es ihm gelang, mit seinen Ausarbeitungen der vorhandenen Lösungen, die Stabilität von schwarzen Löchern mathematisch zu beweisen. Mit der Forschung zur Allgemeinen Relativitätstheorie wird Holzegel in Münster zur internationalen Strahlkraft und Bedeutung des Mathematik-Schwerpunkts der Universität beitragen.

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Gustav Holzegel an der Universität Münster

Zur Person

Prof. Dr. Gustav Holzegel stammt aus Deutschland. Er studierte zunächst Physik in Kaiserslautern, Deutschland. 2008 wurde er an der University of Cambridge, Vereinigtes Königreich, in der Abteilung für Angewandte Mathematik und Theoretische Physik promoviert. Er unterrichtete Mathematik an der Princeton University, USA, wo er 2011 Assistant Professor wurde. Er wechselte 2012 an das Imperial College London, Vereinigtes Königreich. Seit 2018 ist er dort Professor. Gustav Holzegel erhielt zwei ERC Grants und wurde mit dem Whitehead Prize of the London Mathematical Society und dem Adams Prize of the University of Cambridge ausgezeichnet.