Alexander von Humboldt-Professur 2022

Markus Klute

Markus Klute und sein Team am MIT waren maßgeblich an der Entdeckung des Higgs-Teilchens beteiligt. Das KIT will mit ihm als Humboldt-Professor seine Forschung am Large Hadron Collider am CERN ausbauen, wo künftig noch genauere Messungen und weitere bahnbrechende Entdeckungen ermöglicht werden sollen.

  • Nominierende Universität: Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Portrait Markus Klute
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Elementarteilchenphysik

Der Nachweis des Higgs-Teilchens am Large Hadron Collider (LHC) am CERN im Jahr 2012 war eine Sternstunde der Physik: Es war ein spektakulärer Moment der Grundlagenforschung, als Experimente den letzten fehlenden Baustein des Standardmodells der Teilchenphysik bestätigten. Und Markus Klute und sein Team spielten bei dem Compact Muon Solenoid (CMS)-Experiment eine zentrale Rolle. Auch seine späteren Messungen waren wegweisend und ermöglichten ein tieferes Verständnis der Higgs-Eigenschaften. Sie etablierten zudem den Einsatz moderner Techniken des Maschinellen Lernens in der Hochenergiephysik.

Klute beschäftigt sich mit der Teilchenphysik bei höchsten Energien, sowohl bei Design, Bau und Einrichtung von Teilchendetektoren als auch bei der Analyse der gesammelten Daten. Damit er und andere Wissenschaftler*innen die Suche nach subatomaren Teilchen, die den Ursprung des Universums erklären könnten, fortsetzen können, sind genauere Messungen nötig. Das CERN rüstet seinen Teilchenbeschleuniger deshalb auf. Das High-Luminosity LHC-Projekt soll ab 2027 wesentlich mehr Daten und damit auch mehr Higgs-Teilchen liefern als bislang möglich.

Mit mehr als 5.000 Beteiligten aus über 50 Ländern ist das CMS-Experiment eines der größten internationalen Forschungsprojekte überhaupt. Das Institut für Experimentelle Teilchenphysik am KIT ist bereits jetzt eines der größten Universitätsinstitute, die am CMS-Experiment beteiligt sind. Mit Markus Klute als neuem Humboldt-Professor will das KIT eine weltweit führende Position im LHC-Programm am CERN erreichen und innerhalb des KIT-Zentrums Elementarteilchen und Astroteilchenphysik (KCETA) und seiner Graduiertenschule neue Kooperationen entwickeln. Klute soll am Institut für Experimentelle Teilchenphysik die Leitung des CMS-Projekts übernehmen.

Markus Klute wurde für die Humboldt-Professur ausgewählt und ist derzeit in Berufungsverhandlungen mit der deutschen Universität, die ihn für den Preis nominiert hat. Werden diese erfolgreich abgeschlossen, wird der Preis 2022 verliehen.

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Markus Klute am Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge

Zur Person

Prof. Dr. Markus Klute, in Deutschland geboren, ist seit 2020 Full Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge, USA. Er studierte Physik und Mathematik an der Universität Bonn, verbrachte schon als Doktorand Forschungsaufenthalte am CERN in Genf, Schweiz, und am Fermilab bei Chicago, USA. 2004 wurde er in Bonn promoviert. Als Postdoc ging er an das MIT, wurde dort Research Scientist und wechselte 2008 als Professor an die Universität Göttingen. 2009 kehrte er ans MIT zurück, zunächst als Assistant, dann als Associate Professor. Er ist unter anderem Fellow der American Physical Society, Gutachter für die National Science Foundation und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats im Exzellenzcluster PRISMA+ in Mainz.