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Immunologie
Weltweit sind derzeit etwa 40 Millionen Menschen mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) infiziert und haben keine Heilungsmöglichkeit. Die klinische Versorgung von HIV-Patient*innen basiert auf einer lebenslangen antiretroviralen Therapie zur Unterdrückung der Viruslast. Mathias Lichterfeld ist einer der führenden Wissenschaftler in der HIV-Forschung, die Heilungsmöglichkeiten für HIV-Infektionen zum Ziel hat.
Lichterfeld beschäftigt sich insbesondere mit der Frage, warum das Virus trotz moderner Therapien dauerhaft im Körper überleben kann, und untersucht sogenannte „HIV-Reservoirzellen“. Das sind langlebige infizierte Immunzellen, in denen sich das Virus versteckt und durch Medikamente nicht vollständig beseitigt wird. Sie stellen das größte Hindernis für die Heilung einer HIV-Infektion dar. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie das Immunsystem diese Zellen angreifen und schließlich eliminieren kann.
Herausragend ist Lichterfelds Einsatz moderner Einzelzell- und Sequenzierungsmethoden, um die Anfälligkeiten und Schwachstellen viraler Reservoirzellen präzise zu erforschen. Lichterfeld und seine Arbeitsgruppe untersuchen die Reaktionsfähigkeit der Reservoirzellen auf Interventionen auch anhand von klinischen Studien am Menschen. Pionierarbeit leistete er in der pädiatrischen HIV-Forschung, also mit Fokus auf infizierte Neugeborene, Kinder und Jugendliche. Seine vielbeachtete Studie aus dem Jahr 2024 zeigte, dass eine Behandlung von Kindern im Alter von wenigen Wochen deren HIV-Reservoir langfristig stark verkleinern kann. Die Studienergebnisse stärken die Hoffnung, dass es durch einen sehr frühen Therapiebeginn bessere Chancen auf eine stabile Unterdrückung des Virus gibt.
Heidelberg ist bereits ein weltweit renommierter Standort für Infektionsforschung. Als Humboldt-Professor an der Universität Heidelberg soll Mathias Lichterfeld eine Abteilung am Zentrum für Infektiologie leiten und Kooperationen im Bereich Global Health ausbauen.
Zur Person
Mathias Lichterfeld ist Professor an der Harvard Medical School in Boston, USA, und Fakultätsmitglied am Ragon Institute of Mass General Brigham, am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und an der Harvard University. Er ist außerdem Arzt für Infektionskrankheiten an zwei Krankenhäusern in Boston, dem Brigham and Women’s Hospital und dem Massachusetts General Hospital. Lichterfeld ist ausgewähltes Mitglied der American Society for Clinical Investigation und war Fellow der Infectious Disease Society of America.
Matthias Lichterfeld wurde für die Humboldt-Professur ausgewählt und ist derzeit in Berufungsverhandlungen mit der deutschen Universität, die ihn für den Preis nominiert hat. Werden diese erfolgreich abgeschlossen, wird der Preis 2027 verliehen.