Alexander von Humboldt-Professur 2027

Michał Pilipczuk

Michał Pilipczuk schlägt mit seiner innovativen Forschung Brücken zwischen diskreter Mathematik, Algorithmendesign und Logik. An der TU Darmstadt soll er ein neues Zentrum für die mathematischen Grundlagen der Informatik mit aufbauen und leiten.

  • Nominierende Universität: Technische Universität Darmstadt
Portrait von Michał Pilipczuk
Saturn-ähnliches Dekortationsbild

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Mathematik / Informatik

Wenn Navigationssysteme die schnellste Route berechnen, soziale Netzwerke Milliarden Verbindungen analysieren oder Biologen Stammbäume auswerten, arbeiten sie mit sogenannten Graphen – mathematischen Modellen aus Knoten und Verbindungen. Solche Strukturen erforscht der polnische Informatiker Michał Pilipczuk. Seine Arbeiten an der Schnittstelle von theoretischer Informatik, Graphentheorie und Logik gehören heute zu den wichtigsten Beiträgen der modernen algorithmischen Graphentheorie und der sogenannten parametrisierten Komplexität. Pilipczuk untersucht Probleme, für die keine allgemein effizienten Algorithmen bekannt sind. Er analysiert, unter welchen zusätzlichen Bedingungen sich solche Probleme doch effizient berechnen lassen. Dieses Forschungsfeld heißt „parameterized complexity“. Dabei zählt nicht nur, wie groß ein Netzwerk ist, sondern auch, welche Struktur es besitzt: etwa wie stark es verzweigt ist oder wie komplex seine Verbindungen aufgebaut sind.

Charakteristisch für Pilipczuks Forschung ist die Verbindung von tiefer mathematischer Strukturtheorie mit konkretem Algorithmendesign. Seine Arbeiten zeigen, dass selbst sehr komplexe Netzwerke oft eine verborgene Ordnung besitzen, die man algorithmisch ausnutzen kann. Seine Methoden lösten mehrere seit Jahrzehnten offene Probleme der theoretischen Informatik oder halfen, sie deutlich effizienter zu bearbeiten.

Mit der Gründung des neuen Zentrums für die mathematischen Grundlagen der Informatik (MCFS), dessen Leitung Michał Pilipczuk als Humboldt-Professor übernehmen soll, möchte die TU Darmstadt die Synergien zwischen Informatik und diskreter Mathematik stärken und in diesem Bereich europaweit eine führende Rolle einnehmen.

Zur Person

Michał Pilipczuk ist seit 2015 Professor am Institut für Informatik der Universität Warschau und wurde an der Universität Bergen, Norwegen, promoviert. Durch einen ERC Starting Grant (2021) und einen ERC Consolidator Grant (2025) wurde seine Forschung hochkarätig ausgezeichnet. Außerdem erhielt er den europäischen ERCIM Cor Baayen-Preis, der jährlich an eine vielversprechende junge Forscherpersönlichkeit in den Bereichen Informatik und angewandte Mathematik vergeben wird, sowie den polnischen Witold Lipski-Preis, der Leistungen auf dem Gebiet der theoretischen und angewandten Informatik würdigt.

Michał Pilipczuk wurde für die Humboldt-Professur ausgewählt und ist derzeit in Berufungsverhandlungen mit der deutschen Universität, die ihn für den Preis nominiert hat. Werden diese erfolgreich abgeschlossen, wird der Preis 2027 verliehen.