Anneliese Maier-Preisträger 2012

  • 17. November 2011, Nr. 36/2011
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250.000 Euro-Preis für Geistes- und Sozialwissenschaftler erstmals vergeben

Sieben Wissenschaftler erhalten den Anneliese Maier-Forschungspreis.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung zeichnet sieben Geisteswissenschaftler mit dem erstmals vergebenen Anneliese Maier-Forschungspreis aus. Der neue Kooperationspreis soll die Internationalisierung der Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland unterstützen und wird jährlich an herausragende ausländische Wissenschaftler aus allen Bereichen der Geistes- und Sozialwissenschaften vergeben. Mit dem Preisgeld von 250.000 Euro können über einen Zeitraum von fünf Jahren Forschungskooperationen mit Fachkollegen in Deutschland finanziert werden. Nominiert werden die Forscher von wissenschaftlichen Kooperationspartnern an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Die drei Preisträgerinnen und vier Preisträger wurden unter insgesamt 90 Nominierten aus 20 Ländern ausgewählt. Die meisten Nominierten kamen aus den USA (36), Großbritannien (8), Kanada (7) und Italien (5). Wegen der Vielzahl herausragender Nominierungen wurden ausnahmsweise mehr als die vorgesehenen fünf Preise vergeben:

Katharina Boele-Woelki (55) aus den Niederlanden gilt als eine der führenden Wissenschaftlerinnen Europas für internationales und vergleichendes Familienrecht. In der Zusammenarbeit mit Kollegen an der Universität Bonn soll sie die Forschung auf diesem in zahlreichen praktischen Fragen höchst relevanten Gebiet in Deutschland voranbringen.

James Conant (53) aus den USA ist einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Philosophie der Gegenwart und wird an der Universität Potsdam nicht nur mit Kollegen aus seiner Disziplin, sondern auch mit Historikern, Philologen und Kulturwissenschaftlern zusammenarbeiten.

Der amerikanische Philosoph Shaun Gallagher (63) gehört zu den führenden Wissenschaftlern an der Grenze zwischen Philosophie, Kognitions- und Neurowissenschaften. Er wird mit der Universität Bochum und Kollegen des neu gegründeten Center for Mind, Brain and Cognitive Evolution zusammenarbeiten.

Der Mediävist Patrick Geary (63) aus den USA wird mit Kollegen der Universität Heidelberg zusammenarbeiten. Die Kooperation mit dem weltweit angesehenen Historiker soll auch Nachwuchsgruppen einbeziehen und die historische Forschung in Deutschland um innovative Themen bereichern wie 'Genetik und Geschichtswissenschaften, Chancen und Risiken eines neuen Forschungsfelds'.

Die amerikanische Sozialpsychologin Michele Gelfand (43) ist eine der produktivsten und innovativsten Forscherinnen im Bereich der vergleichenden Kultur- und Konfliktforschung. Sie wird eng mit einem interdisziplinären Kollegenteam der Jacobs University Bremen zusammenarbeiten.

Nicholas Evans (55), australischer Sprachwissenschaftler, zählt zu den weltweit einflussreichsten Linguisten und gilt als führender Experte auf dem Gebiet unerforschter und bedrohter Sprachen, insbesondere Australiens. Er wird mit Kollegen der Universität Köln zusammenarbeiten, unter anderem zum Thema Koevolution von Kultur und Sprache. Evans hatte bereits als Humboldt-Forschungsstipendiat von 1997 bis 1998 in Köln gearbeitet.

Die Anthropologin Birgit Meyer (51) aus den Niederlanden ist eine international führende Expertin für moderne Religionsanthropologie mit Schwerpunkt Afrika. Sie wurde vom Zentrum Moderner Orient in Berlin nominiert und wird mit dortigen Kollegen das Zusammenspiel zwischen Religion und den alltäglichen Lebenswelten erforschen und hierbei muslimische wie christliche Perspektiven vergleichen.

Der Preis wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert und ist nach der deutschen Philosophin und Wissenschaftshistorikerin Anneliese Maier (geb. 1905 in Tübingen, gest. 1971 in Rom) benannt. Ihre internationale Biographie war ungewöhnlich für die Zeit und ihre wissenschaftlichen Traditionen. Maier erforschte die Entstehung des neuzeitlichen wissenschaftlichen Denkens vom 14. bis zum 18. Jahrhundert besonders in den Naturwissenschaften.

Die Preisverleihung wird im Herbst 2012 stattfinden. Der Nominierungsschluss für die im nächsten Jahr voraussichtlich zu vergebenden drei Preise ist der 30. April 2012.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 25.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 130 Ländern – unter ihnen 48 Nobelpreisträger.