Dossier Anneliese Maier-Forschungspreis

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Kooperationspreis für Geistes- und Sozialwissenschaftler

Den Anneliese Maier-Forschungspreis erhalten Spitzenkräfte aus den Geistes- und Sozialwissenschaften aus dem Ausland, deren bisherige wissenschaftliche Leistungen in ihrem Fachgebiet international anerkannt sind. Die Preisträgerinnen und Preisträger wählen selbst aus, mit wem sie in Deutschland kooperieren möchten. Die Forschungskooperationen werden über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren durchgeführt. Der Forschungspreis ist mit 250.000 Euro dotiert.

Ziel ist es, die Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland nachhaltig weiter zu internationalisieren. Neben Wissenschaftlern, die bereits zur etablierten Spitzengruppe ihres Fachs gehören, sollen auch in ihrer wissenschaftlichen Laufbahn noch nicht so weit fortgeschrittene, aber bereits international ausgewiesene Personen aus der Wissenschaft angesprochen werden, von denen eine nachhaltige Prägung der Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland durch längerfristige Kooperationen erwartet werden kann.

Die Nominierung erfolgt durch Wissenschaftler in Deutschland, eine Eigenbewerbung ist nicht möglich. Von den Ausgezeichneten wird erwartet, dass sie in den nächsten Jahren aktive, wissenschaftlich einflussreiche Forschung leisten. Auf die Nominierungen qualifizierter Wissenschaftlerinnen wird besonderer Wert gelegt.

Benannt wurde der Preis nach der deutschen Philosophin und Wissenschaftshistorikerin Anneliese Maier (geb. 1905 in Tübingen, gest. 1971 in Rom). Sie studierte in Berlin, Zürich und Paris Philosophie, Physik und Mathematik und promovierte 1929 über „Kants Qualitätskategorien“. Die Habilitation blieb ihr aus politischen Gründen in der NS-Zeit verwehrt. Für eine Forscherin der damaligen Zeit ist ihre Biografie ungewöhnlich international. Maier erforschte die Entstehung des neuzeitlichen wissenschaftlichen Denkens vom 14. bis zum 18. Jahrhundert besonders in den Naturwissenschaften. 1951 wurde ihr der Professoren-Titel vom Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen, 1954 wurde sie zum Wissenschaftlichen Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft berufen. Außerdem war sie korrespondierendes Mitglied der Akademien der Wissenschaften in Mainz, Göttingen und München.

Der Anneliese Maier-Forschungspreis wurde erstmals 2011 an sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen. Die Humboldt-Stiftung verleiht pro Nominierungsrunde bis zu acht der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gestifteten Anneliese Maier-Forschungspreise.

Wer war Anneliese Maier

Anneliese Maier, geboren 1905 in Tübingen und gestorben 1971 in Rom, war eine deutsche Philosophin und Wissenschaftshistorikerin und international anerkannt. Sie studierte Philosophie, Physik und Mathematik an der Universität Berlin und promovierte hier 1930. Als Mitarbeiterin der Leibniz-Edition der Preußischen Akademie der Wissenschaften betrieb sie Archivstudien in Italien und arbeitete ab 1938 in Rom, zuerst als Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dann als Mitarbeiterin an der Bibliotheca Hertziana, dem Kaiser-Wilhem-Institut für Kunst- und Kulturwissenschaft und späteren Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte. Anneliese Maiers Hauptwerk ist eine fünfbändige Studie zur Naturphilosophie der Spätscholastik, darunter "Die Vorläufer Galileis im 14. Jahrhundert", das besonders bekannt wurde. 1951 erhielt sie den Professoren-Titel des Landes Nordrhein-Westfalen; sie war Korrespondierendes Mitglied der Akademien der Wissenschaften in Mainz, Göttingen und München und seit 1970 außerdem Mitglied der Medieval Academy of America. Seit 1954 war sie Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft. Als erste deutsche Wissenschaftlerin erhielt sie 1966 die George-Sarton Medal (History of Science Society), die renommierteste Auszeichnung auf dem Gebiet der Wissenschaftsgeschichte.

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