Pressemitteilung

Nobelpreis für Humboldtianerin

Der Nobelpreis 2020 für Chemie geht an die Humboldtianerin Emmanuelle Charpentier

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Die Alexander von Humboldt-Stiftung beglückwünscht Emmanuelle Charpentier zum Gewinn des Chemie-Nobelpreises, den sie gemeinsam mit Jennifer Doudna erhält. Die Forscherinnen werden für ihre Entwicklung der Genschere CRISPR/Cas9 ausgezeichnet, einer Methode zur Erbgut-Veränderung. Insgesamt haben nun bereits 56 Forscher*innen aus dem weltweiten Netzwerk von Geförderten der Humboldt-Stiftung einen Nobelpreis erhalten.

Die Genforscherin und Molekularbiologin Emmanuelle Charpentier, 1968 in Frankreich geboren, ist Direktorin der Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene in Berlin. Sie erhielt 2014 eine Alexander von Humboldt-Professur und forscht seither in Deutschland. Bis 2015 war sie Humboldt-Professorin an der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig. 2015 wechselte sie nach Berlin, zunächst als Direktorin der Abteilung Regulation in der Infektionsbiologie am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie. Seit 2018 leitet sie die Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene.

Gemeinsam mit Jennifer Doudna entwickelte Charpentier die sogenannte Genschere CRISPR/Cas9, mit der Erbgutstränge zertrennt und neue Gensequenzen an den Schnittstellen eingesetzt werden können. Mit dieser Methode könnten Wissenschaftler*innen die DNA von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen mit höchster Präzision verändern, erklärt die  Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in ihrer Begründung der Auszeichnung. Diese Technologie habe revolutionären Einfluss auf die Lebenswissenschaften, trage zu neuen Krebstherapien bei und könne den Traum vom Heilen von Erbkrankheiten wahr werden lassen, so die Akademie weiter.

„Wir gratulieren Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna ganz herzlich. Sie haben mit der Genschere eine bahnbrechende Technologie entwickelt, die völlig neue Wege für Grundlagenverständnis und Anwendungen erschließt“, sagte der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung Hans-Christian Pape. „Wir freuen uns natürlich besonders, dass mit Emmanuelle Charpentier eine Humboldtianerin ausgezeichnet wurde - den Nobelpreis für Chemie haben zuvor erst fünf Frauen erhalten.“

Videoporträt über Emmanuelle Charpentier im Rahmen der Verleihung der Alexander von Humboldt-Professur 2014

(Pressemitteilung 19/2020)


Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher*innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer*innen – unter ihnen 56 mit Nobelpreis.

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