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Capes-Humboldt-Forschungsstipendium

Am 31. Juli 2017 haben die Humboldt-Stiftung und Capes das Bewerbungsverfahren im Capes-Humboldt-Forschungsstipendienprogramm umgestellt. Ab diesem Zeitpunkt müssen Bewerberinnen und Bewerber sich mit identischen Unterlagen sowohl bei Capes (wie bisher) als auch bei der Alexander von Humboldt-Stiftung online bewerben.

Das Capes-Humboldt-Forschungsstipendienprogramm ist ein gemeinsames Stipendienprogramm der Alexander von Humboldt-Stiftung und der brasilianischen Wissenschaftsförderorganisation Capes (Coordenação de Aperfeiçoamento de Pessoal de Nível Superior).

Das Programm richtet sich ausschließlich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Brasilien. Die Auswahl wird durch ein gemeinsames von Capes und der Humboldt-Stiftung berufenes Auswahlgremium vorgenommen.  Die ausgewählten Forschungsstipendiatinnen und -stipendiaten werden während ihres Deutschlandaufenthalts von der Humboldt-Stiftung betreut. Die Förderleistungen entsprechen denen des Humboldt-Forschungsstipendienprogramms.

Das Programm wird von der Humboldt-Stiftung und Capes gemeinsam finanziert.

Informationen für Postdoktorandinnen und Postdoktoranden

Wenn Sie als überdurchschnittlich qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Brasilien am Anfang Ihrer wissenschaftlichen Laufbahn stehen und Ihre Promotion vor nicht mehr als vier Jahren abgeschlossen haben, können Sie sich in diesem Programm bewerben. Mit dem Capes-Humboldt-Forschungsstipendium für Postdoktoranden haben Sie die Möglichkeit, ein selbst gewähltes, langfristiges Forschungsvorhaben (6-24 Monate) in Kooperation mit einem selbst gewählten wissenschaftlichen Gastgeber an einer Forschungseinrichtung in Deutschland durchzuführen.

Informationen für erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Wenn Sie als überdurchschnittlich qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Brasilien Ihre Promotion vor nicht mehr als zwölf Jahren abgeschlossen haben, Ihre Arbeit ein eigenständiges, wissenschaftliches Profil zeigt und Sie bereits mehrjährige eigenständige wissenschaftliche Tätigkeit z.B. als Assistant Professor oder Nachwuchsgruppenleiter nachweisen können, können Sie sich in diesem Programm bewerben. Mit dem Capes-Humboldt-Forschungsstipendium für erfahrene Wissenschaftler haben Sie die Möglichkeit, ein selbst gewähltes langfristiges Forschungsvorhaben (6-18 Monate) in Kooperation mit einem selbst gewählten wissenschaftlichen Gastgeber an einer Forschungseinrichtung in Deutschland durchzuführen. Das Stipendium kann flexibel in bis zu drei Aufenthalte innerhalb von drei Jahren aufgeteilt werden.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Brasilien können sich derzeit nur um ein Capes-Humboldt-Forschungsstipendium bewerben. Eine Bewerbung im Humboldt- oder im Georg Forster-Forschungstipendienprogramm ist für die Laufzeit des gemeinsamen Capes-Humboldt-Programmes nicht möglich, da die Auswahlkriterien und Förderleistungen identisch sind.

Online-Bewerbung

Bitte achten Sie darauf, identische Unterlagen bei Capes und bei der Humboldt-Stiftung einzureichen. Weitere Informationen finden Sie unter Bewerbung.

Weitere Informationen

  1. Promotion in Brasilien oder im Ausland mit einer offiziellen Anerkennung in Brasilien, wobei der Abschluss bei Eingang der Bewerbung nicht länger als vier Jahre bei Postdoktoranden und nicht länger als zwölf Jahre bei erfahrenen Wissenschaftlern zurückliegt. Die Doktorurkunde sowie in Brasilien erhaltene Anerkennungen für im Ausland erworbene Doktorurkunden müssen mit der Bewerbung bei beiden Organisationen eingereicht werden;
  2. Postdoktoranden: Wissenschaftliche Veröffentlichungen in nach internationalem Standard referierten Zeitschriften und Verlagen. Erfahrene Wissenschaftler: Eigenständiges wissenschaftliches Profil des Bewerbers, belegt durch eine umfangreiche Liste wissenschaftlicher Veröffentlichungen in nach internationalem Standard referierten Zeitschriften und Verlagen;
  3. Forschungsplatz- und Betreuungszusage sowie ausführliche gutachterliche Stellungnahme eines wissenschaftlichen Gastgebers an einer Forschungseinrichtung in Deutschland. Einzelheiten des Forschungsvorhabens und die zeitliche Planung müssen vor der Antragstellung mit dem vorgesehenen Gastgeber abgesprochen werden;
  4. Sprachkenntnisse: Natur- und Ingenieurwissenschaftler müssen über gute deutsche oder englische Sprachkenntnisse verfügen; Geistes-, Sozialwissenschaftler und Mediziner müssen über gute Deutschkenntnisse verfügen, soweit sie für die erfolgreiche Durchführung des Forschungsvorhabens erforderlich sind. Ansonsten sind gute englische Sprachkenntnisse notwendig;
  5. Brasilianische Staatsbürgerschaft oder permanente Aufenthaltsgenehmigung in Brasilien. Bewerberinnen und Bewerber mit deutscher Staatsbürgerschaft sind antragsberechtigt, sofern ihr regulärer Arbeitsort und ihr Wohnsitz seit mindestens 5 Jahren in Brasilien liegen;
  6. Antragsberechtigte müssen sich in den letzten 18 Monaten vor Bewerbungseingang insgesamt mindestens 12 Monate außerhalb Deutschlands aufgehalten haben;
  7. Antragsberechtigte müssen zum Zeitpunkt der Antragstellung ihren Wohnsitz in Brasilien haben;
  8. Identische Online-Bewerbungen sind rechtzeitig bei der Humboldt-Stiftung und bei Capes einzureichen; gegebenenfalls fordert Capes weitere Unterlagen an (s. Webseite Capes). Die Einreichung einer Bewerbung bei nur einer der beiden Organisationen führt zur formalen Ablehnung des Antrags;
  9. Die Humboldt-Stiftung setzt voraus, dass bei Bewerbung und Förderung die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis und die rechtsverbindlichen Grundsätze der Wissenschaftsethik eingehalten werden.

Identische Bewerbungen für das Capes-Humboldt-Forschungsstipendienprogramm müssen sowohl bei Capes als auch bei der Humboldt-Stiftung online eingereicht werden.

Der Eingang der Online-Bewerbung wird von Capes und der Humboldt-Stiftung bestätigt. Die Bewerberinnen und Bewerber sind dafür verantwortlich, vollständige und identische Unterlagen bei beiden Organisationen einzureichen. Unvollständige Anträge können nicht in das Auswahlverfahren einbezogen werden.

Bewerbungen können wie folgt eingereicht werden (bis 23:59 Uhr Ortszeit Brasilia):

Auswahlrunde Bewerbung Auswahlergebnis Beginn des Stipendiums
oder des Sprachkurses
Call 12 1. Aug. 2017 -
30. Nov. 2017
bis 25. Mai 2018 Sept. 2018 -
Mai 2019
Call 13 1. Dez. 2017 -
31. Mai 2018
bis 25. Nov. 2018 März 2019 -
Nov. 2019
Call 14 1. Juni 2018 -
30. Nov. 2018
bis 25. Mai 2019 Sept. 2019 -
Mai 2020
Call 15 3. Dez. 2018 -
31. Mai 2019
bis 25. Nov. 2019 März 2020 -
Nov. 2020
Call 16 3. Juni 2019 -
29. Nov. 2019
bis 25. Mai 2020 Sept. 2020 -
Mai 2021
Call 17 2. Dez. 2019 -
29. Mai 2020
bis 25. Nov. 2020 März 2021 -
Nov. 2021

 
Die Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren finden Sie auch auf der Internetseite von Capes.

Bitte beachten Sie, dass Capes gegebenenfalls noch weitere Unterlagen anfordern kann.

Die Auswahl erfolgt durch ein gemeinsam von Capes und der Humboldt-Stiftung berufenes Auswahlgremium auf der Grundlage der von den Bewerbern eingereichten Unterlagen sowie der Stellungnahme der wissenschaftlichen Gastgeber und von in der Regel zwei von Capes und der Humboldt-Stiftung angeforderten unabhängigen Fachgutachten.

Eines unserer Markenzeichen ist die möglichst individuelle Betreuung der Gastwissenschaftler. Daher bieten wir Ihnen neben dem Preisgeld zusätzliche Leistungen an, von der Einladung zu Veranstaltungen bis hin zur Teilnahme an Sprachkursen.

Weitere Informationen

Einmal Humboldtianer, immer Humboldtianer: Auch nach dem ersten Forschungsaufenthalt halten wir mit Ihnen eine enge Verbindung. Mit unseren Alumni-Fördermaßnahmen unterstützen wir flexibel die individuellen Lebenswege und Entwicklungen aller Humboldtianer und ihre Kooperationen untereinander.

Weitere Informationen

Dieses Programm wird finanziert von:

Voraussetzungen für eine Bewerbung

Benötige ich ein englisches Sprachzeugnis?

Nein, ein englisches Sprachzeugnis ist nicht erforderlich.

Wie wird der Zeitpunkt der Promotion bestimmt?

Es gilt das Datum des Abschlusses der letzten für das Promotionsverfahren geforderten wissenschaftlichen Leistung (z.B. Verteidigung der Dissertation, mündliche Abschlussprüfung). In der Regel wird dieses Datum neben dem Ausstellungsdatum auf der Promotionsurkunde genannt. Als Stichtag für die Berechnung des Zeitraums nach der Promotion wird das Eingangsdatum der Bewerbung bei der Humboldt-Stiftung bzw. bei Capes gewertet. Falls Sie eine akademische Position gleich- oder höherwertig einem Associate Professor / Senior Lecturer / Reader bereits vor Abschluss des PhD/C.Sc. innehatten, so gilt der Beginn dieser Tätigkeit als Referenzdatum.

Welches Promotionsdatum gilt, wenn ich mehrfach promoviert wurde?

Im Falle einer Mehrfachpromotion ist die Promotion relevant, die fachlich dem beantragten Forschungsvorhaben am nächsten liegt. Hierzu bitte beide Promotionsdaten mit Fachgebiet im tabellarischen CV im Antragsformular aufführen. Außerdem bitten wir Sie, beide Promotionsurkunden beizufügen und beide Dissertationen in der vollständigen Publikationsliste aufzuführen.

Meine Promotion liegt weniger als vier Jahre zurück. Kann ich mich trotzdem um ein Stipendium für erfahrene Wissenschaftler bewerben?

Ja. Sie sollten allerdings bereits ein klar erkennbares eigenständiges wissenschaftliches Profil haben und in der Regel bereits mindestens als Assistant Professor oder Nachwuchsgruppenleiter tätig sein bzw. eine mehrjährige eigenständige wissenschaftliche Tätigkeit nachweisen können.

Meine Promotion liegt etwas mehr als vier Jahre zurück. Kann ich mich trotzdem um ein Stipendium für Postdoktoranden bewerben?

Sollte das Datum Ihrer Promotion mehr als vier Jahre zurückliegen, können Sie sich nicht mehr um ein Postdoktorandenstipendium bewerben. Sofern Sie bereits ein klar erkennbares, eigenständiges Profil haben und in der Regel bereits mindestens als Assistant Professor oder Nachwuchsgruppenleiter tätig sind bzw. eine mehrjährige eigenständige wissenschaftliche Tätigkeit nachweisen können, empfehlen wir Ihnen eine Bewerbung im Programm für erfahrene Wissenschaftler. Sofern Sie die vier Jahre überschritten haben, kann in begründeten Fällen (z.B. bei Anerkennung von Ausfallzeiten wie Kindererziehungszeiten) eine Ausnahme gemacht werden.

Ich habe vor mehr als zwölf Jahren promoviert. Kann ich mich dennoch um ein Stipendium für erfahrene Wissenschaftler bewerben?

Sollte das Datum Ihrer Promotion mehr als zwölf Jahre zurückliegen, kann Ihre Bewerbung nicht berücksichtigt werden. Sofern diese Grenze überschritten wird, kann in begründeten Fällen (z.B. bei Anerkennung von Ausfallzeiten wie Kindererziehungszeiten) eine Ausnahme gemacht werden.

Inwieweit werden Kindererziehungszeiten bei der Bewertung der wissenschaftlichen Leistung berücksichtigt?

Bitte geben Sie im Antragsformular alle Zeiten an, in denen Sie Ihre wissenschaftliche Tätigkeit aus Gründen der Kindererziehung ganz oder teilweise unterbrochen haben, damit diese Zeiten bei der Beurteilung Ihrer wissenschaftlichen Leistungen relativ zum Karrierestand berücksichtigt werden können. Die vom Programm festgelegte Zeitperiode nach der Promotion kann sich pro Kind um maximal 2 Jahre verlängern, sofern Sie Ihre wissenschaftliche Tätigkeit nach Abschluss der Promotion für die entsprechenden von Ihnen angegebenen Zeiten unterbrochen haben und diese Zeiten auch geltend machen.

Sind deutsche Sprachkenntnisse für eine Bewerbung erforderlich?

  1. Natur- und Ingenieurwissenschaftler: Gute deutsche oder englische Sprachkenntnisse sind ausreichend.
  2. Geistes- und Sozialwissenschaftler: Sofern deutsche Sprachkenntnisse für die erfolgreiche Durchführung des Forschungsvorhabens erforderlich sind, sind diese durch ein Sprachzeugnis nachzuweisen. Ansonsten sind zumindest gute englische Sprachkenntnisse ausreichend.
  3. Mediziner: Sofern im Rahmen des Forschungsvorhabens die Arbeit mit Patienten vorgesehen ist, muss ein deutsches Sprachzeugnis vorgelegt werden. Ansonsten sind zumindest gute englische Sprachkenntnisse ausreichend.

Meine Muttersprache ist Englisch bzw. Deutsch. Muss ich die erforderlichen Sprachkenntnisse durch ein Sprachzeugnis belegen?

Nein, ein Sprachzeugnis ist nicht erforderlich.

Ich bin Mediziner (MD / Dr. med.). Gibt es spezielle Zulassungsvoraussetzungen?

Eine Bewerbung ist möglich, wenn eine Forschungspromotion oder ein vergleichbarer akademischer Grad vorliegt.

Bitte entnehmen Sie detaillierte Informationen hierzu aus unserem zusätzlichen Zulassungsfragebogen für Mediziner (MD / Dr. med.).

Bei Vorliegen mehrerer Forschungspromotionen gilt o.g. FAQ zum Thema "Mehrfachpromotion".

Ich bin bereits oder war vor kurzem in Deutschland. Sprechen formale Gründe gegen eine Bewerbung?

Antragsberechtigte müssen sich in den letzten 18 Monaten vor Bewerbungseingang insgesamt mindestens 12 Monate außerhalb Deutschlands aufgehalten haben.

Sowohl ein Arbeitsplatz wie ein Wohnort in Deutschland gelten in diesem Sinne als Aufenthalt.

In allen anderen Fällen kann Ihre Bewerbung leider nicht berücksichtigt werden.

Gastgeber

Wer kann mein wissenschaftlicher Gastgeber sein?

Jeder Wissenschaftler, der an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung in Deutschland arbeitet und Ihnen eine Forschungsplatzzusage für den geplanten Forschungsaufenthalt anbietet.

Wie finde ich einen wissenschaftlichen Gastgeber?

Die Wahl des wissenschaftlichen Gastgebers ist frei und muss eigenständig durch den Bewerber erfolgen. Die Humboldt-Stiftung bietet keine direkte Unterstützung bei der Suche nach einem Gastgeber an.

Wir möchten Sie jedoch auf folgende Suchmaschinen für Gastgeber und Wissenschaftliche Einrichtungen hinweisen: Weiterhin möchten wir Sie auf das öffentliche Netzwerk Online hinweisen. Es zeigt einen großen Teil der weltweit über 28.000 Geförderten der Stiftung (Humboldtianer). Hier können Sie nach Namen, Fachgebieten und Keywords suchen.

Kann ich meinen Forschungsaufenthalt mit zwei wissenschaftlichen Gastgebern durchführen?

Ja. Sollten die Gastgeber an unterschiedlichen Forschungseinrichtungen tätig sein, sind separate Gastgeberstellungnahmen und Forschungsplatzzusagen erforderlich.

Erhält mein Gastgeber zusätzliche Mittel für Kosten, die im Rahmen des Forschungsaufenthalts am Gastinstitut entstehen?

Das Gastinstitut erhält in der Regel einen Forschungskostenzuschuss in Höhe von monatlich 800 Euro für Forschungsvorhaben in den Natur- und Ingenieurwissenschaften bzw. 500 Euro für Forschungsvorhaben in den Geistes- und Sozialwissenschaften.
Bitte beachten Sie die entsprechende FAQ der Abteilung Förderung und Netzwerk.

Vorbereitung/Planung

Kann ich mich gleichzeitig in verschiedenen Stipendienprogrammen der Humboldt-Stiftung oder gleichzeitig um ein Stipendium der Humboldt-Stiftung und den Sofja Kovalevskaja-Preis bewerben, wenn ich die jeweiligen formalen Voraussetzungen erfülle?

Nein, eine gleichzeitige Bewerbung in mehreren Stipendienprogrammen bzw. im Sofja Kovalevskaja-Preisprogramm ist ausgeschlossen. Nach einer Ablehnung ist die Bewerbung in einem anderen Programm jedoch möglich, sofern die formalen Voraussetzungen erfüllt werden.

Kann ich mich gleichzeitig um ein Stipendium bei einer anderen Institution bewerben?

Eine Parallelbewerbung bei einer anderen Institution ist grundsätzlich möglich. Dies müssen Sie jedoch im Bewerbungsformular angeben und uns auch während des Auswahlverfahrens umgehend über eventuelle Parallelbewerbungen und -entscheidungen informieren.

Kann ich Teile meiner Forschungsarbeiten auch im Ausland durchführen?

Forschungsstipendiaten können während des Förderzeitraums an Forschungseinrichtungen im europäischen Ausland (mit Ausnahme des Herkunftslandes) forschen, wenn dies für die Durchführung des Forschungsvorhabens erforderlich ist. Bitte beantragen Sie diesen Aufenthalt erst nach Verleihung des Stipendiums. Die Gesamtdauer des Europa-Forschungsaufenthalts darf im Regelfall 25 Prozent des voraussichtlichen Gesamtförderzeitraumes nicht überschreiten. Außerdem darf bei einer Aufteilung in mehrere Teilaufenthalte (erfahrene Wissenschaftler) die Dauer des Europa-Forschungsaufenthalts die Hälfte des jeweiligen Förderzeitraums grundsätzlich nicht überschreiten. Bei einem Forschungsaufenthalt im Herkunftsland oder einem außereuropäischen Land muss das Forschungsstipendium jedoch in der Regel unterbrochen werden.

Kann ich ein Forschungsstipendium für weniger als sechs Monate beantragen?

Für ein Postdoktorandenstipendium muss der erste Stipendienaufenthalt mindestens sechs Monate dauern. Auch erfahrene Wissenschaftler müssen einen Aufenthalt von mindestens sechs Monaten beantragen, der aber in zweimal drei Monate aufteilbar ist.

Kann ich als Postdoktorand meinen Forschungsaufenthalt aufteilen?

Eine Aufteilung des Forschungsaufenthalts ist nicht möglich.

Muss in der Programmlinie für erfahrene Wissenschaftler die zeitliche Aufteilung meiner Stipendienaufenthalte genau dem vorgegebenen Schema entsprechen?

Ja. Abweichungen vom vorgegebenen Schema sind leider nicht möglich.

Wann muss ich das Stipendium spätestens antreten?

Das Stipendium muss spätestens zwölf Monate nach der positiven Auswahlentscheidung angetreten werden. Ansonsten muss eine neue Bewerbung eingereicht werden.

Wie hoch ist mein Stipendium?

Die Stipendienhöhe entnehmen Sie bitte den aktuellen Programminformationen für Postdoktoranden und erfahrene Wissenschaftler.

Wird das Stipendium rückwirkend gezahlt, wenn ich bei der Auswahlentscheidung bereits am Gastinstitut bin?

Nein, das Stipendium kann nicht rückwirkend gezahlt werden.

Ist der deutsche Intensivsprachkurs Teil meines Forschungsstipendiums?

Ein zwei- oder viermonatiger Sprachkurs findet unmittelbar vor dem Beginn des Forschungsstipendiums statt. Das Sprachstipendium ist nicht Teil des Forschungsstipendiums. (Wenn Sie einen zweimonatigen Sprachkurs beantragen, dauert Ihr Aufenthalt in Deutschland bei einem zwölfmonatigen Forschungsvorhaben insgesamt 14 Monate.)

Wann kann ich an einem Sprachkurs teilnehmen?

Der Deutschintensivsprachkurs kann nur unmittelbar vor Beginn des Forschungsstipendiums wahrgenommen werden. Falls dies nicht möglich ist, können auf Antrag auch die Kosten für Abendkurse während des Forschungsstipendiums übernommen werden.

Muss ich einen Sprachkurs belegen?

Es gibt keine Verpflichtung an einem Sprachkurs teilzunehmen. Die Humboldt-Stiftung ist allerdings sehr daran interessiert, dass alle Forschungsstipendiaten und deren Partner während ihres Forschungsaufenthalts Deutsch lernen, um über die Forschungstätigkeit hinaus auch am gesellschaftlichen und kulturellen Leben in Deutschland teilnehmen zu können.

Kann ich meine Familie mitbringen?

Die Humboldt-Stiftung begrüßt ausdrücklich die Begleitung der Stipendiaten durch ihre Ehepartner und Kinder und unterstützt dies durch die Zahlung von Familienzulagen zusätzlich zum Stipendium, sofern diese Familienangehörigen die Stipendiaten für mehr als drei Monate begleiten.

Bewerbungsunterlagen

Welche Publikationen soll ich meiner Bewerbung beifügen?

Ihrer Bewerbung soll jeweils ein Exemplar der von Ihnen ausgewählten Schlüsselpublikationen beigefügt sein. Weitere Publikationen werden nicht angenommen (Ausnahme: Rezensionen anderer Autoren zu Ihren Schlüsselpublikationen).
Falls Sie der Bewerbung Ihre Dissertation als Schlüsselpublikation beifügen möchten und diese noch nicht zum Druck eingereicht ist, laden Sie bitte das Originalmanuskript aus Ihrem Promotionsverfahren hoch.

Darf ich noch nicht eingereichte Publikationen in der Liste der Schlüsselpublikationen und in der vollständigen Publikationsliste aufführen?

Nein. Bitte listen Sie nur Publikationen auf, die bereits veröffentlicht, zur Veröffentlichung angenommen oder mindestens zur Veröffentlichung bei einem Verlag eingereicht sind. Zu eingereichten Publikationen muss eine Eingangsbestätigung des Verlages beigefügt werden; zu angenommenen Publikationen muss eine Annahmebestätigung des Verlages beigefügt werden. Alle anderen Arbeiten werden von uns in der Liste gestrichen.
Ausnahme: Ihre Dissertation darf als Schlüsselpublikation aufgelistet werden, auch wenn Sie nicht bei einem Verlag eingereicht ist. Falls Sie Ihre Dissertation als Schlüsselpublikation benennen und diese nicht zum Druck eingereicht ist, laden Sie bitte das Originalmanuskript aus Ihrem Promotionsverfahren hoch.

Was sind Schlüsselpublikationen?

Sie selbst wählen aus Ihren Publikationen die Schlüsselpublikationen aus. Hierbei sollten Sie Arbeiten auswählen, in denen Ihre wichtigsten wissenschaftlichen Ergebnisse beschrieben werden und an denen Sie im Falle von Mehrautorenpublikationen einen möglichst hohen Eigenanteil haben. Wir empfehlen Ihnen, bei der Auswahl der Schlüsselpublikationen darauf zu achten, dass sich auch Ihre aktuellere Publikationstätigkeit darin widerspiegelt.
Bitte beachten Sie, dass die Auswahl der Schlüsselpublikationen im Laufe des Verfahrens nicht geändert werden kann.

Wie viele Schlüsselpublikationen muss ich auflisten?

Für Bewerber um ein Postdoktorandenstipendium reicht es, eine Schlüsselpublikation auszuwählen. Maximal dürfen drei Schlüsselpublikationen aufgelistet werden.
Bewerber um ein Stipendium für erfahrene Wissenschaftler müssen mindestens drei Schlüsselpublikationen auswählen. Maximal dürfen fünf Schlüsselpublikationen aufgelistet werden. Überzählige Schlüsselpublikationen werden ohne Rücksprache unkenntlich gemacht.

Wie soll die Begründung zu einer Schlüsselpublikation aussehen?

Bitte erläutern Sie die besondere wissenschaftliche Relevanz der in der Schlüsselpublikation beschriebenen Ergebnisse und stellen Sie kurz die Bedeutung der Publikation für Ihren Werdegang dar (vgl. Muster-Schlüsselpublikationsliste). Bei Mehrautorenpublikationen geben Sie bitte zusätzlich an, welchen Anteil Sie selbst an der Publikation haben.

Sollen meine Schlüsselpublikationen zusätzlich in der vollständigen Publikationsliste aufgeführt werden?

Ja, bitte führen Sie in der vollständigen Publikationsliste alle Publikationen einschließlich der Schlüsselpublikationen auf. Bitte listen Sie die Schlüsselpublikationen in dieser Liste ohne Begründung auf (vgl. Muster-Vollständige Publikationsliste).
Die eingereichte Publikationsliste kann im Laufe des Begutachtungsverfahrens nicht mehr ergänzt werden.

Ablauf des Auswahlverfahrens

Wer begutachtet meinen Antrag?

Die Begutachtung Ihres Antrags erfolgt durch unabhängige Fachgutachter.

Wer entscheidet über meinen Antrag?

Die abschließende Entscheidung über alle Bewerbungen wird im Auswahlausschuss getroffen. Der Auswahlausschuss setzt sich aus Wissenschaftlern aller Fachrichtungen zusammen und entscheidet mit Stimmenmehrheit über alle Anträge. Die Humboldt-Stiftung und Capes haben keine Stimme im Auswahlausschuss.

Auswahl

Was sind die wichtigsten Auswahlkriterien?

Die individuelle wissenschaftliche Qualifikation der Bewerber steht im Mittelpunkt der Bewertung. Detaillierte Hinweise zu den Auswahlkriterien der einzelnen Programme finden Sie in den entsprechenden Programminformationen.

Kann ich mich nach einer Ablehnung erneut bewerben?

Eine erneute Bewerbung ist möglich, sofern sie die formalen Voraussetzungen erfüllen. Die Bewerbung sollte sich allerdings in wesentlichen Teilen von der abgelehnten Erstbewerbung unterscheiden. Im Allgemeinen ist eine erneute Bewerbung erst nach einer wissenschaftlichen Weiterentwicklung sinnvoll, wenn z.B. neue wissenschaftliche Veröffentlichungen in nach internationalem Standard referierten Zeitschriften und Verlagen erschienen sind. Nach unserer Erfahrung sollte daher mit einer erneuten Bewerbung etwa zwei Jahre gewartet werden. Sofern sich Ihre erneute Bewerbung nicht oder nur unwesentlich von der abgelehnten Erstbewerbung unterscheidet, kann dies ein Grund für eine formale Ablehnung Ihrer erneuten Bewerbung sein.

Bei einstimmig abgelehnten Anträgen wird eine erneute Bewerbung erst nach 3 Ausschreibungsrunden akzeptiert.

Welche Aspekte führen häufig zu Ablehnungen von Bewerbungen?

Unzureichende Publikationsleistung:
Insbesondere Bewerber, die sich mitkurz nach dem Abschluss ihrer Dissertation bewerben, sollten darauf achten, dass die wichtigsten Ergebnisse der Dissertation (Schlüsselpublikationen) bereits publiziert, bzw. zur Publikation angenommen sind. Im Zweifelsfall ist es vorteilhaft mit der Einreichung der Bewerbung einige Monate zu warten, bis eine Annahme der Schlüsselpublikationen nachgewiesen werden kann.

Fehlende wissenschaftliche Weiterentwicklung:
Das gewählte Forschungsvorhaben sollte nicht eine unmittelbare Fortsetzung der Dissertation bzw. der bisherigen wissenschaftlichen Arbeiten darstellen. Auch eine Rückkehr in dasselbe wissenschaftliche Umfeld z.B. Rückkehr zu den Betreuenden der Dissertation, Mentor eines längeren Postdoktorates (≥ 12 Monate) oder Rückkehr an ein Gastinstitut an dem bereits ein längerer Forschungsaufenthalt stattgefunden hat, führt in der Regel zur Ablehnung des Antrags aufgrund fehlender eigenständiger wissenschaftlicher Weiterentwicklung.

Fehlende Originalität:
Sowohl bei der qualitativen Bewertung der Schlüsselpublikationen als auch des Forschungsvorhabens liegt das Hauptaugenmerk der Fachgutachter auf der Originalität der Arbeiten und der damit verbundenen Impulse für die Weiterentwicklung des Fachgebietes. Soweit dies nicht zweifelsfrei ersichtlich ist, es sich eher um Routinearbeiten handelt oder die Ziele der geplanten Forschungsarbeiten und die Bedeutung für die Weiterentwicklung des Fachgebietes nicht klar dargelegt werden, werden die Anträge in der Regel abgelehnt.

Fehlendes eigenständiges wissenschaftliches Profil, wissenschaftliche Etablierung:
Im Programmsegment der erfahrenen Wissenschaftler kommt dem eigenständigen wissenschaftlichen Profil eine sehr hohe Bedeutung bei der Bewertung der Anträge durch die Fachgutachter und Ausschussmitglieder zu. Daher kommt es häufig zu Ablehnungen, wenn
  • keine oder nur eine unzureichende Anzahl von Publikationen in alleiniger Autorschaft oder als korrespondierender Autor vorliegen;
  • die Bewerber thematisch zu eng fokussiert sind;
  • keine klare wissenschaftliche Weiterentwicklung erkennbar ist;
  • das Forschungsvorhaben sich nicht eindeutig an den Forschungsinteressen des Bewerbers orientiert;
  • nach mehreren Postdoktoraten ein weiteres „klassisches“ Postdoktorat beantragt wird, ohne dass zwischendurch eine eigenständige wissenschaftliche Etablierung stattgefunden hat.
Für erfahrene Wissenschaftler, deren Promotion bereits mehr als 8 Jahre zurückliegt, kommt es häufig zu Ablehnungen, wenn noch keine Position als eigenständig tätiger Wissenschaftler (Assistant Professor, Lecturer, Nachwuchsgruppenleiter etc.) erreicht wurde bzw. die Perspektive zur Berufung auf eine Professur nach Abschluss des beantragen Aufenthaltes nicht aus den eingereichten Unterlagen, insbesondere dem Publikationsprofil, ersichtlich wird.