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Nachgefragt

Frau Ackermann, wie machen Sie Berufsmusiker*innen wieder fit?

Plötzlich krampfen die Finger oder Gesichtsmuskeln beim Musizieren und machen nicht mehr das, wozu sie zuvor schon tausende Male in der Lage waren. Dystonie ist eine neurologische Störung, die sich meist in Muskelverkrampfungen äußert und zu unkontrollierbaren Bewegungen führt. Ein Phänomen, über das man wenig weiß, außer dass es schon viele Karrieren beendet hat.

  • vom 
  • Text: Marlene Halser
Bronwen Jane Ackermann ahmt die Fingerbewegungen einer Geigerin nach
Saturn-ähnliches Dekortationsbild

BRONWEN JANE ACKERMANN

Professorin Dr. Bronwen Jane Ackermann von der University of Sydney, Australien, ist Humboldt-Forschungsstipendiatin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

Humboldt-Forschungsstipendium

„Für Berufsmusiker*innen ist Dystonie absolut verheerend”, sagt die australische Musikmedizinerin und Physiotherapeutin Bronwen Ackermann. „Oft am Höhepunkt der Karriere verweigert der Körper den Dienst und man kann plötzlich nicht mehr spielen.” Etwa drei Prozent aller Musiker*innen erkranken laut Ackermann daran, besonders häufig Violinist*innen oder Flötenspieler*innen, die extrem übungsintensive Instrumente spielen, die ein hohes Maß an Schnelligkeit und Präzision erfordern.

An der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover arbeitet sie gemeinsam mit dem Neurologen Eckart Altenmüller an einer Studie und behandelt zurzeit 40 Musiker*innen: Durch gezieltes Üben von Bewegungen sollen Abläufe im Gehirn neu programmiert werden, die dort gespeichert, aber blockiert sind. „Dafür zerlegen wir die Bewegungsabläufe in ihre Einzelteile und lernen sie von Grund auf neu“, erklärt Ackermann. Bisher dauert eine Dystonie-Behandlung oft mehrere Jahre. Mit Ackermanns Therapieansatz konnten einige Musiker*innen schon nach sechs Monaten wieder spielen.

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