Pressemitteilung

„Bonner Erklärung“ wichtiger Schritt für die Wissenschaftsfreiheit

Treffen der europäischen Wissenschaftsminister*innen: Humboldt-Stiftung und die Partnerinstitutionen der Allianz der Wissenschaftsorganisationen begrüßen „Bonner Erklärung zur Forschungsfreiheit“

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Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (zweite von rechts) beim Treffen der Forschungsminister*innen zum Europäischen Forschungsraum
Saturn-ähnliches Dekortationsbild
Bonner Erklärung (PDF, 938 KB)
Bonn Declaration (PDF, 801 KB)

Als einen bemerkenswerten und wichtigen Schritt der europäischen Ministerkonferenz zum Europäischen Forschungsraum begrüßt die Allianz der Wissenschaftsorganisationen die heute verabschiedete „Bonner Erklärung zur Forschungsfreiheit“. Die Wissenschaftsminister*innen trafen sich anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in Bonn.

„Mit der Erklärung stärkt und flankiert die Politik die Bemühungen der Wissenschaftsorganisationen um weltweite Wissenschaftsfreiheit“, so Prof. Dr. Peter-André Alt, Präsident der aktuell in der Allianz federführenden Hochschulrektorenkonferenz (HRK). „Wir brauchen solche klaren politischen Zeichen für die Freiheit der Forschung als Grundwert der Europäischen Union und als Prinzip der internationalen Forschungszusammenarbeit. Mobilität und freier Austausch sind Bedingungen einer erfolgreichen Wissenschaft.“

Die Vereinbarung eines kontinuierlichen Monitorings zur Lage der Forschungsfreiheit sei als konkrete Absprache außerordentlich wichtig: „Wir werden die Verantwortlichen beim Wort nehmen und gegebenenfalls auf Konsequenzen drängen. Als höchstes Gut darf Wissenschaftsfreiheit keiner Einschränkung aufgrund politischer Beweggründe unterliegen.“

Die Unterzeichner*innen der „Bonner Erklärung“ verpflichten sich, den kritischen Diskurs zu schützen und Verletzungen der Forschungsfreiheit zu ächten. Das bedeutet den Schutz von Forscher*innen durch staatliche Institutionen sowie auch Schutz vor staatlichen Eingriffen in die Forschungsfreiheit. HRK-Präsident Alt: „Der Erklärung müssen gemäß diesem Anspruch politische Taten folgen. Zur Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit gehört es auch, populistisch motivierter Faktenverzerrung den Boden zu entziehen. Die Wissenschaft betrachtet es als ihre verantwortungsvolle Aufgabe, wissenschaftliche Verfahren und Ergebnisse klar und möglichst nachvollziehbar zu kommunizieren und sich Diskussionen darüber zu stellen. Sie hält das für einen wichtigen Beitrag, um das Bewusstsein für die Bedeutung einer unabhängigen Forschung gesellschaftlich zu verankern.“

In vielen Staaten ist die Freiheit der Wissenschaft akut gefährdet, Wissenschaftler*innen werden in ihren Arbeitsmöglichkeiten eingeschränkt, als regimekritisch verfolgt oder gar verhaftet. Die Wissenschaft in Deutschland hat sich verpflichtet, in ihren eigenen Organisationen weiterhin und verstärkt Schutz und Perspektiven für gefährdete Wissenschaftler*innen aus dem Ausland zu bieten und sich aktiv an Programmen und Netzwerken wie Academy in Exile oder Scholars at Risk zu beteiligen. Anlässlich des 70jährigen Bestehens des Grundgesetzes hat die Allianz der Wissenschaftsorganisationen im August letzten Jahres 10 Thesen zur Wissenschaftsfreiheit als Selbstverpflichtung verabschiedet.

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen ist ein Zusammenschluss der bedeutendsten Wissenschaftsorganisationen in Deutschland. Sie nimmt regelmäßig Stellung zu wichtigen Fragen der Wissenschaftspolitik. Die Hochschulrektorenkonferenz ist Mitglied der Allianz und hat für 2020 die Federführung übernommen. Weitere Mitglieder sind die Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Wissenschaftsrat.

Medienkontakt:
Susanne Schilden
Bereichsleiterin Kommunikation | Pressesprecherin
Hochschulrektorenkonferenz
Tel.: 0228/887-152
schilden@hrk.de

(Pressemitteilung 22/2020)

 


Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher*innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer*innen – unter ihnen 56 mit Nobelpreis.

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