Pressemitteilung

Henriette Herz-Preise für innovative Rekrutierungskonzepte vergeben

Acht Universitäten erhalten jeweils 125.000 Euro zur Umsetzung ihrer Konzepte

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Die Alexander von Humboldt-Stiftung zeichnet acht deutsche Universitäten mit dem Henriette Herz-Preis aus. Die Universitäten in Bochum und Bonn, die Technische Universität Dresden, sowie die Universitäten Eichstätt-Ingolstadt, Erlangen-Nürnberg, Konstanz, Potsdam und Stuttgart erhalten jeweils 125.000 Euro zur Umsetzung von Konzepten zur Rekrutierung von internationalen Nachwuchswissenschaftler*innen. Insgesamt hatten sich 44 Universitäten um den Preis beworben.

Mit dem Preis fördert die Stiftung Ideen, wie Universitäten internationale Talente für sich und den Forschungsstandort Deutschland gewinnen können. Das gezielte Scouting von passenden Personen, wie im Sport oder in der Wirtschaft schon lange üblich, wird hierbei immer wichtiger. Entsprechend groß war die Resonanz unter den forschungsstarken Universitäten aus allen Bundesländern, die sich mit ihren Konzepten bewarben.

Die ausgezeichneten Konzepte setzen auf eine Vielzahl von Instrumenten, darunter viele digitale. So sollen Matching-Plattformen für eine ideale Passung von Kandidat*innen und Karrieremöglichkeiten an den Universitäten sorgen. Auch eigens entwickelte Algorithmen für die Onlinesuche nach Talenten sollen entwickelt werden. Kombiniert werden die digitalen Wege oft mit traditionellen Präsenzinstrumenten wie Workshops und Karrieremessen. Ein weiterer Schwerpunkt vieler Konzepte liegt auf dem Training und der Unterstützung von Wissenschaftler*innen an der eigenen Einrichtung, die als Scouts aktiv werden. Auch regionale Schwerpunkte, etwa für den globalen Süden, oder ein Fokus auf einzelne Disziplinen sind Bestandteil von Konzepten.

Henriette Herz-Scouting-Programm 

Der Preis ist Teil einer Initiative, die die Stiftung bereits im letzten Jahr mit dem Henriette Herz-Scouting-Programm begonnen hatte. Mit diesem Programm eröffnet die Alexander von Humboldt-Stiftung einen alternativen Zugang zum renommierten Humboldt-Forschungsstipendium, der ausgewählten Scouts die schnelle Rekrutierung von besonders umworbenen Talenten ermöglicht.

Das Henriette Herz-Scouting-Programm und der Henriette Herz-Preis werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

Wer war Henriette Herz?

Henriette Herz, porträtiert von Anton Graff
Henriette Julie Herz (* 5. September 1764 in Berlin; † 22. Oktober 1847 in Berlin), Schriftstellerin und Veranstalterin des ersten literarischen Salons in Berlin

Henriette Herz richtete gemeinsam mit ihrem Mann Gesprächskreise zu wissenschaftlichen und philosophischen Themen aus. Die Teilnehmer, darunter auch die Brüder von Humboldt, kamen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Henriette Herz steht für die Themen Emanzipation, Vernetzung und Austausch sowie die Förderung von Talenten. Mit Alexander von Humboldt verband sie eine lebenslange Freundschaft.
Henriette Herz wurde als Henriette de Lemos am 5. September 1764 in großbürgerlichen Verhältnissen geboren. Ihr Vater war Arzt und Leiter des Jüdischen Krankenhauses in Berlin. Völlig untypisch für seine Zeit gewährte er der wissbegierigen Tochter eine umfassende Bildung. Ab 1785 führte sie den ersten literarischen Salon Preußens. Sie inspirierte zahlreiche Nachahmerinnen zu eigenen Salongründungen.

(Pressemitteilung 23/2020)


Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher*innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer*innen – unter ihnen 56 mit Nobelpreis.

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