Pressemitteilung

Humboldt-Stiftung zeichnet Anthropologen und Krebsforscherin für entwicklungsrelevante Forschung aus

Guillermo Wilde (Argentinien) und Nousheen Zaidi (Pakistan) erhalten den mit je 60.000 Euro dotierten Georg Forster-Forschungspreis.

  • vom
  • Nr. 1/2026
Portäts von Guillermo Wilde und Nousheen Zaidi
Guillermo Wilde (links) und Nousheen Zaidi (rechts) erhalten einen Georg Forster-Forschungspreis
Saturn-ähnliches Dekortationsbild

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Der Georg Forster-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung würdigt international anerkannte Wissenschaftler*innen aus Schwellen- und Entwicklungsländern, die an entwicklungsrelevanten Themen arbeiten. Die Preisträger*innen werden von Fachkolleg*innen aus Deutschland nominiert und eingeladen, Kooperationen mit ihnen zu etablieren oder auszubauen. Der mit je 60.000 Euro dotierte Forschungspreis wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert.

Die Preisträger*innen:

Guillermo Wilde ist Senior Researcher am argentinischen nationalen Wissenschaftsrat (CONICET) und Professor für Anthropologie und Geschichte an der Universidad Nacional de San Martín in Buenos Aires, Argentinien. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Erforschung der Jesuitenmissionen in Lateinamerika. Wilde hat zu einem besseren Verständnis der kulturellen und politischen Interaktion zwischen indigenen Gruppen und katholischen Missionaren beigetragen. Er war einer der ersten Historiker, der zeigte, dass indigene Konvertiten aktiv an der Veränderung von Territorialität sowie an neuen Identitätsvorstellungen beteiligt waren. Damit machte er deutlich, dass die Evangelisierung nicht allein von europäischen Missionaren ausging, sondern ein deutlich komplexerer Prozess war. Wilde setzt sich dafür ein, durch seine Publikationen und Wissenschaftskommunikation nationalhistorische Sichtweisen aufzulösen. Im Rahmen des Georg Forster-Forschungspreises wird er mit Kolleg*innen der FernUniversität in Hagen kooperieren und sich unter anderem dem Umgang deutscher Institutionen mit kolonialem Erbe widmen. Dabei soll vor allem das koloniale Erbe in der Stadt Hagen sowie in Westfalen-Lippe und dem Rheinland ausgewertet werden.

Nousheen Zaidi ist Professorin und Direktorin des Krebsforschungszentrums an der Universität Punjab in Lahore, Pakistan, und die erste Georg Forster-Forschungspreisträgerin aus Pakistan. Die Biochemikerin erforscht die molekularen Ursachen von Krebs. Sie untersucht, wie Krebszellen ihren Fett- und Energiestoffwechsel umprogrammieren, um unkontrolliert wachsen zu können. Außerdem fördert sie Public Health-Themen mit dem Ziel, Wissenschaft, Gesundheit und Umweltbewusstsein in Pakistan enger miteinander zu verzahnen. Als Multiplikatorin klärt sie in Zusammenarbeit mit öffentlichen Organisationen über Trinkwasserqualität, Umweltrisiken, Krankheitsmythen und Zugang zur Gesundheitsversorgung auf. Während ihres Forschungsaufenthalts in Deutschland wird sie mit Kolleg*innen der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin zusammenarbeiten und Projekte zum Fettstoffwechsel von Krebszellen, zur Untersuchung von Transformationsprodukten und zur Wasseranalyse durchführen.

Weitere Infos zum Georg Forster-Forschungspreis 

Der Forschungspreis ist nach dem Naturforscher, Reiseschriftsteller und Journalisten Georg Forster (1754–1794) benannt, einem Freund Alexander von Humboldts.

Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher*innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer*innen – unter ihnen 63 mit Nobelpreis.

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