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Pressemitteilung

Humboldtianerin erhält Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis

Die US-amerikanische Mikrobiologin Bonnie L. Bassler wird für ihre Forschung zur Kommunikation von Bakterien ausgezeichnet. Die Max-Planck-Humboldt-Forschungspreisträgerin des Jahres 2016 teilt sich den Preis mit dem US-Mikrobiologen Michael R. Silverman.

  • vom

Pressemitteilung der Paul Ehrlich-Stiftung 

Der Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis ist mit 120.000 Euro dotiert und gilt als einer der bedeutendsten Ehrungen in der medizinischen Grundlagenforschung. Viele Preisträger*innen der letzten Jahrzehnte wurde in den nachfolgenden Jahren mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Bonnie L. Bassler, Professorin an der Princeton University und dem Howard Hughes Medical Institute und Professor Michael R. Silverman, Emeritus des Agouron Institute in La Jolla, werden für ihre bahnbrechende Entdeckungen zum „Quorum Sensing“ ausgezeichnet. Der Begriff bezeichnet die Fähigkeit von Bakterien, sich durch Kommunikation auf ein gemeinsames Verhalten zu einigen. So bilden Bakterien zum Beispiel erst dann Toxine, wenn sie sich so stark vermehrt haben, dass die Einzeller im Kollektiv eine Chance haben das Immunsystem des Wirts schachmatt zu setzten. Für einzelne Bakterien würde es keinen Sinn machen, Giftstoffe zu produzieren. Ihre Wirkung würde verpuffen und das Immunsystem des Wirts alarmieren.

Ferner zeigte Bonnie Bassler 2017 auch, dass der Schleim im menschlichen Darm von den Bakterien des Mikrobioms zur Bildung eines Sprachmoleküls genutzt wird, das schädliche Bakterien auf Distanz hält, heißt es im Pressetext der Paul Ehrlich-Stiftung, Frankfurt. 

Die Entdeckung und Entschlüsselung der bakteriellen Kommunikationssysteme ist von hoher medizinischer Relevanz. Nun können Medikamente entwickelt werden, die die Kommunikation von Bakterien stören oder verhindern. Diese könnten in Zukunft anstelle von Antibiotika eingesetzt werden und eine wichtige Waffe im Kampf gegen multiresistente Erreger darstellen.

(Pressemitteilung 1/2021)


Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher*innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer*innen – unter ihnen 56 mit Nobelpreis.

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