Aktuelles

Wissenschaft ist Teamwork: Humboldt-Kolloquium in Stockholm

Um ihre Kooperationen in Nordeuropa zu stärken, lud die Humboldt-Stiftung vom 29. bis 31. Oktober 2026 zur Konferenz nach Stockholm ein.

  • vom
Publikum im Hörsaal, eine Teilnehmerin spricht mit einem Mikrofon in der Hand.
Humboldtianerin und Speakerin beim Kolloquium Anna Treydte (Universität Stockholm)
Vier Herren in Anzügen posieren auf einer Bühne während des Humboldt-Colloquiums mit thematischem Hintergrundbild.
Humboldt-Professor Joacim Rocklöv, Hans Adolfsson (Universität Stockholm), Ludger Siemes (deutscher Botschafter in Schweden) und Stiftungspräsident Robert Schlögl
Ein Mann hält einen Vortrag am Podium mit Mikrofon und Blumenarrangement.
Joacim Rocklöv bei seinem Vortrag “Planetary Pressures on Infectious Diseases”
Professionelle Runde diskutiert engagiert vor einem Publikum mit Wassergläsern auf dem Tisch.
Hans Lennernäs (Universität Uppsala), Steffi Knorn (Technische Universität Berlin), Juras Banys (Universität Vilnius), Tatiana Shchyttsova (European Humanities University)
Eine Frau hält eine Rede bei einer Veranstaltung der Alexander von Humboldt Stiftung.
Bessel-Forschungspreisträgerin und Speakerin beim Kolloquium Rubina Raja (Universität Aarhus)
Konferenzraum mit leeren Sitzen, eine Tasche mit Humboldt-Logo und -Website hängt an der Stütze.

Das Humboldt-Kolloquium in Stockholm brachte 120 Forschende aus Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, den baltischen Staaten und Polen zusammen – einer Region, die aktuellen geopolitischen Spannungen besonders ausgesetzt ist.

Stiftungspräsident Robert Schlögl betonte in seiner Begrüßungsrede die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, insbesondere in Krisenzeiten wie diesen: „Wir sollten nicht dem Impuls nachgeben, die akademische Zusammenarbeit einzuschränken. Im Gegenteil: Gerade jetzt brauchen wir Orte, an denen sich Menschen grenzüberschreitend begegnen können. Wir müssen bereit sein, weiterhin miteinander zu sprechen.“

Schlögl fuhr fort: „Wissenschaft ist Teamwork. Große wissenschaftliche Errungenschaften sind das Ergebnis von Austausch, unterschiedlichen Perspektiven, internationaler Zusammenarbeit und nicht zuletzt von Vertrauen.“

Zusammenarbeit bedeutet Verantwortung

In Plenarvorträgen, Workshops und Diskussionen besprachen die Teilnehmenden, wie Wissenschaftsdiplomatie den internationalen Austausch fördern kann und welchen Beitrag Geförderte und Alumni der Humboldt-Stiftung aus Nordeuropa leisten können.

Die Bedeutung von Wissenschaftsfreiheit und ihres Schutzes wurde immer wieder hervorgehoben. Internationale Zusammenarbeit bedeute auch, Verantwortung füreinander zu übernehmen – nicht zuletzt für gefährdete Forschende. Die beste Form der Unterstützung sei die Zusammenarbeit, wie sie das Humboldt-Netzwerk ermögliche.  

Die Teilnehmenden waren sich einig: Bei wissenschaftlicher Kooperation dreht sich alles um Menschen – persönliche Kontakte und gegenseitiges Vertrauen stünden nach wie vor im Mittelpunkt. Zudem seien Leidenschaft, Engagement und Freude am gemeinsamen Austausch sowie eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe die Basis für erfolgreiche Partnerschaften.

Neue Humboldt-Gesellschaften in Nordeuropa

Ein wichtiges Zeichen für die engere Zusammenarbeit mit Nordeuropa wurde bereits gesetzt. Zum 75-jährigen Jubiläum der deutsch-schwedischen diplomatischen Beziehungen wurde die schwedische Alumnivereinigung erfolgreich wiederbelebt – weitere Gründungen solcher Vereinigungen in Norwegen und Estland sind geplant. Zudem bauten die "Humboldt-Clubs" ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus und initiierten gemeinsame Aktivitäten.

„Ein Netzwerk gedeiht nur, wenn seine Mitglieder es aktiv mitgestalten“, schloss Schlögl seine Rede. „Lassen Sie uns das Humboldt-Netzwerk in ganz Nordeuropa weiter stärken und ausbauen.“

vorheriger Eintrag Demokratie, ja bitte: Das Humboldt Residency-Programm 2026