Pressemitteilung

„Ein Beispiel, was möglich ist im virtuellen Raum“: Bundespräsident Steinmeier bei der digitalen Jahrestagung der Humboldt-Stiftung

Mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus rund 140 Ländern waren online dabei.

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aktualisiert am 1. Juli 2020

Wegen der Coronavirus-Pandemie musste Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seinen alljährlichen Empfang für die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung aus dem Park von Schloss Bellevue ins Internet verlegen. „Die Jahrestagung der Humboldt-Stiftung ist ein schönes Beispiel dafür, was alles möglich ist im virtuellen Raum. Sie zeigt wie wertvoll der digitale Austausch ist, auch wenn er die physische Begegnung natürlich nicht ersetzen kann“, sagte Steinmeier in seiner virtuellen Begrüßung. Er betonte, wie wichtig der Beitrag der Wissenschaft und des internationalen Forschernetzwerks der Humboldt-Stiftung in der Krise sei: „Gerade jetzt wird uns bewusst, wie sehr wir die weltweite Zusammenarbeit brauchen. Für eine Krise wie diese gibt es eben keine nationale Lösung. Auch wenn Grenzen vorübergehend geschlossen werden müssen, dürfen Wissenschaft und Politik nicht in Abschottung und Alleingänge zurückfallen“, unterstrich Steinmeier. „Wir müssen unsere Kräfte bündeln, um Therapien und Impfstoffe zu entwickeln und wir müssen weiter zusammenarbeiten um Klimawandel, Hunger und Armut zu bekämpfen.“

We Are – Humboldt – Family

Die Humboldt-Stiftung hielt ihre gesamte Jahrestagung mit mehr als 1.000 Teilnehmenden aus rund 140 Ländern am 24. und 25. Juni digital ab. Zum Programm gehörten Diskussionen, Vorträge und Workshops, aber auch Musik, Science Slams und ein Kinderprogramm. Ganz im Sinne des internationalen Austauschs und familiären Charakters des Netzwerks haben Humboldtgeförderte aus aller Welt außerdem ein Video zur Musik des Diskoklassikers We are Family produziert, das bei der Tagung veröffentlicht wurde.

Die Stiftung hat die Tagung unter das Motto ihrer Kampagne #ResearchAcrossBorders gestellt. „Damit setzen wir in Zeiten der Pandemie ein Zeichen für die internationale Zusammenarbeit in der Forschung“, sagte der Präsident der Humboldt-Stiftung Hans-Christian Pape. „Diese Krise verändert die Welt. Nur gemeinsam und im wissenschaftlichen Austausch finden wir Lösungen. Für diejenigen, die noch zweifeln, ist die Coronakrise ein Weckruf: Internationale Zusammenarbeit und Offenheit bringen uns weiter – nicht Nationalismus und neue Grenzen“, betonte Pape. Er rief auch dazu auf, sich für rationalen Austausch und gegen Populismus zu engagieren: „Wir müssen Wissenschaftsfreiheit und wissenschaftliches Denken verteidigen gegen Populismus und Verschwörungstheorien. Denn auch diese grassieren aktuell und verbreiten sich – ganz ähnlich wie ein Virus, das immer größere Gruppen anzustecken droht, und dabei keine Grenzen kennt.“

„Wir bleiben in Verbindung. Gerade jetzt.“

Zu den Gästen und Rednerinnen der virtuellen Tagung gehörte auch die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering. Sie verlieh die Humboldt-Alumnipreise für innovative Netzwerkinitiativen. „Mit ihrem digitalen Treffen setzt die Stiftung ein enorm wichtiges Zeichen: Wir bleiben miteinander in Verbindung. Gerade jetzt“, sagte Müntefering. „Corona hat uns allen noch einmal vor Augen geführt, dass wir die großen globalen Probleme des 21. Jahrhundert nur als globale Gemeinschaft meistern können. Und: dass Wissenschaft dabei eine herausgehobene Rolle spielt“, so Müntefering weiter. Auch Wolf-Dieter Lukas, Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, unterstrich die Bedeutung der Wissenschaft in der aktuellen Krise: „Politik braucht die Wissenschaft als Grundlage für ihr Handeln. Eine wichtige Aufgabe der Wissenschaft ist es, den Dialog zu suchen und Debatten zu versachlichen“, betonte Lukas.

Der Auftakt der Jahrestagung ist auf Youtube verfügbar. Der zweite Tag fand nicht öffentlich auf einer speziellen Veranstaltungsplattform statt.

(Pressemitteilung 14/2020)


Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher*innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer*innen – unter ihnen 56 mit Nobelpreis.

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