Pressemitteilung

Initiative der Europäischen Kommission: Reform der Forschungsbewertung

Die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen nimmt Stellung zur Initiative der Europäischen Kommission und spricht sich für eine verantwortungsvolle und qualitätsorientierte Forschungsbewertung aus.

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Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen in Deutschland würdigt die gemeinsamen Bemühungen hunderter akademischer Organisationen in Europa und darüber hinaus, sich für eine verantwortungsvolle und qualitätsorientierte Forschungsbewertung einzusetzen. Dies spiegelt sich derzeit besonders in ihrer Beteiligung an der Initiative der Europäischen Kommission „Auf dem Weg zu einer Einigung über die Reform der Forschungsbewertung“ als Teil der EFR-Politikagenda wider.

In diesem Zusammenhang unterstreicht die Allianz, dass die europäischen Forschungs- und Forschungsförderungsorganisationen eine Reihe gemeinsamer Werte und Grundsätze teilen, aus denen heraus sie die in den jeweiligen rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen verhafteten nationalen Besonderheiten respektieren. In Deutschland sind diese Werte auf institutioneller, strategischer und operativer Ebene fest verankert, insbesondere in den Grundsätzen der Wissenschaftlichen Integrität, den Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis und den Verfahren der Forschungsbewertung. Die Evaluierungs-, Bewertungs- und Überprüfungsverfahren sind jedoch keineswegs unveränderlich festgeschrieben, sondern entwickeln sich ständig weiter, um mit der sich stetig verändernden Realität der Forschung Schritt zu halten. Sie werden ständig hinterfragt, überprüft und angepasst, sowohl auf nationaler Ebene als auch – auf bilateraler oder multilateraler Ebene – innerhalb des starken Kooperationsnetzes von europäischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Forschungsorganisationen und Finanzgebern.

Die Allianz, vertreten durch ihre Mitglieder DFG und Helmholtz, beteiligt sich an der Kerngruppe, die die Initiative der Europäischen Kommission zur Reform der Forschungsbegutachtung berät. Wir betrachten diese Initiative als eine Gelegenheit, das gemeinsame Verständnis der Grundsätze und Werte einer verantwortungsvollen Forschungsbewertung zu vertiefen und den Austausch bewährter Verfahren zwischen den zahlreichen forschungsbezogenen Akteuren, die den EFR bilden, zu stärken. Ein solcher Prozess muss jedoch wesentliche Anforderungen respektieren: die wertvolle Vielfalt der Forschungssysteme (z. B. in Bezug auf Themen, Ziele, Praktiken, Ergebnisse, Berufslaufbahnen usw.), die Autonomie der akademischen Organisationen, die Freiheit der Forschung und die Notwendigkeit, die Beiträge der akademischen Gemeinschaften zu sichern, um gegenseitiges Lernen zu gewährleisten. Die Vision der Allianz für die Forschungsbewertung in einem reformierten EFR besteht darin, bewährte Verfahren untereinander auszutauschen, um eine funktionale Interoperabilität spezifischer Forschungsbegutachtungssysteme und einen verstärkten Prozess des gegenseitigen Lernens zu erzielen, und nicht, ein allgemeines, europaweit harmonisiertes System zu schaffen.

Logos der Mitglieder der Allianz der Wissenschaften: Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, die Hochschulrektorenkonferenz, die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Wissenschaftsrat.

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen ist ein Zusammenschluss der bedeutendsten Wissenschaftsorganisationen in Deutschland. Sie nimmt regelmäßig Stellung zu wichtigen Fragen der Wissenschaftspolitik. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist Mitglied der Allianz und hat für 2022 die Federführung übernommen. Weitere Mitglieder sind die Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Hochschulrektorenkonferenz, die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft,die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Wissenschaftsrat.

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(Pressemitteilung 13/2022)

Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher*innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer*innen – unter ihnen 57 mit Nobelpreis.

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