Pressemitteilung

Im Angesicht des Krieges: Internationale Konferenz diskutiert Fragen zur Wissenschaftsfreiheit

Expert*innen und geflüchtete Forschende kommen am 10. und 11. Mai zum Philipp Schwartz and Inspireurope Stakeholder Forum in Berlin und online zusammen. Veranstalterin ist die Philipp Schwartz-Initiative der Humboldt-Stiftung gemeinsam mit dem Inspireurope Projekt. Neben der Situation von Forschenden aus der Ukraine und Afghanistan geht es auf der Konferenz um die besonderen Arbeitsbedingungen von verfolgten Wissenschaftler*innen und die Bereicherung, die diese für die Wissenschaftsgemeinden im Exil darstellen.

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Opening und Panels: Dienstag, 10.05.2022 14 Uhr
Partner Sessions: Mittwoch, 11.05.2022 12.30 Uhr

Tausende von Forschenden aus der Ukraine haben in den letzten Monaten das Land verlassen und an europäischen Forschungseinrichtungen Schutz gesucht. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat erneut deutlich gemacht, welche Rolle Wissenschaftsfreiheit und der Schutz von gefährdeten und geflüchteten Forschenden für das Leben und die Zukunft von Gesellschaft und Staaten spielen. Ein Thema, über das am Beispiel Ukraine und Belarus der Präsident der polnischen Akademie der Wissenschaften Jerzy Duszyński in seiner Keynote zur Konferenzeröffnung sprechen wird. Die polnische Wissenschaft leistet einen enormen Beitrag, um Forschende aus der Ukraine und Belarus aufzunehmen.

Brauchen wir neue Kriterien, um wissenschaftliche Leistung zu beurteilen?

Neben der Ukraine rückt die Konferenz auch die Situation von afghanischen Akademiker*innen in den Mittelpunkt. Ferner legt sie einen Schwerpunkt auf die besondere Leistung von geflüchteten Forschenden. Diese stellen für die aufnehmende Wissenschaftscommunity eine Bereicherung dar, da sie einen anderen Blick auf wissenschaftliche Fragestellungen ermöglichen und das Wissen aus ihrer Heimat mitbringen. Aufgrund von Diskriminierung und/oder fehlendem Zugang zum Publikationssystem haben verfolgte Forschende jedoch oft Schwierigkeiten, jene Publikationsleistungen zu erbringen, anhand derer im Globalen Norden wissenschaftliche Leistung gemessen wird. Welche alternativen Bewertungskriterien eine Lösung für diese Herausforderung sein könnten, wird auf der Konferenz in dem Panel „Assessment of Scholarly Achievement at the Intersection of Diversity and Risk“ vorgestellt und diskutiert werden.

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Programm (PDF, 4 MB)
YouTube-Kanal der Humboldt-Stiftung mit Livestream

In Workshops geht es am zweiten Tag der Veranstaltung um praktische Fragen: Wie können gefährdete und geflüchtete Forschende am besten wissenschaftliche Perspektiven aufbauen? Wie kann der Übergang in eine Phase nach der ersten Förderung erleichtert werden?

Katja Keul, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, eröffnet die Konferenz

Erwartet werden rund 250 Teilnehmende. Darunter Stipendiat*innen der Philipp Schwartz-Initiative und vergleichbarer Schutz- und Förderprogramme aus anderen Ländern, Unterstützer*innen und Initiator*innen der Förder- und Schutzprogramme der Inspireurope-Allianz, Mentor*innen und Gastgeber*innen von Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie Interessierte aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

Die Konferenz wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung mit ihrer Philipp Schwartz Initiative gemeinsam mit Inspireurope ausgerichtet. In der von der EU geförderten Initiative Inspireurope (Initiative to Support, Promote and Integrate Researchers at Risk in Europe) arbeiten zehn europäische Institutionen – darunter auch die Philipp Schwartz-Initiative der Humboldt-Stiftung – zusammen, um ihren Einsatz zum Schutz und zur Unterstützung gefährdeter Wissenschaftler*innen in Europa abzustimmen und auszubauen.

Interessierte Journalist*innen wenden sich zur Akkreditierung bitte an presse[at]avh.de. Gerne vermitteln wir Gesprächspartner*innen. Mithilfe eines Notfonds konnten zuletzt rund 40 Forscherinnen aus der Ukraine gefördert werden. Ein Teil der Veranstaltung ist öffentlich zugänglich und wird auch auf YouTube zu verfolgen sein.

(Pressemitteilung 14/2022)

Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher*innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer*innen – unter ihnen 57 mit Nobelpreis.

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