Philipp Schwartz-Initiative

Land
gefährdete Wissenschaftler*innen
Aufenthalt
alle Länder (außer Europa)
Land
24 (+12) Monate Vollstipendium in Deutschland
Hinweis

Coronavirus-Pandemie:
Die Alexander von Humboldt-Stiftung bemüht sich darum, Stipendiat*innen in der aktuellen Ausnahmesituation nicht allein zu lassen. Dazu haben wir eine Reihe von Ausnahmeregelungen für betroffene Philipp Schwartz-Stipendiat*innen erarbeitet, die Sie hier (PDF) finden.

Aktuelle Ausschreibungen:
Die Antragsfrist für die 8. Runde ist abgelaufen. Die antragstellenden Einrichtungen werden automatisch Anfang Dezember über das Auswahlergebnis informiert. Ebenfalls im Dezember 2020 wird die nächste Ausschreibung veröffentlicht. Bitte informieren Sie uns unter schwarz-initiative[at]avh.de, wenn Sie noch nicht im Mailverteiler erfasst sind.

Saturn-ähnliches Dekortationsbild

Kontakt

Dr. Barbara Sheldon
Leiterin Referat Strategische Planung
Geschäftsführerin Philipp Schwartz-Initiative
Tel.: +49 (0)228 833 109

Frank Albrecht
Referent Philipp Schwartz-Initiative
Tel.: +49 (0)228 833 122

Programmberaterinnen
Philipp Schwartz-Initiative

Katja Machacsek, +49 (0)228 833 182
Katrin Schlemme, +49 (0)228 833 166
Svetlana Strobel, +49 (0)228 833 409
Karin Ziegner, +49 (0)228 833 162

schwartz-initiative[at]avh.de

Presseanfragen
presse[at]avh.de
Tel.: +49 (0)228 833 144

Philipp Schwartz-Initiative für gefährdete Wissenschaftler*innen

Aufgrund seines jüdischen Glaubens verlor der österreichische Pathologe Philipp Schwartz 1933 seine Professur in Frankfurt. Er emigrierte in die Schweiz und gründete dort die „Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland“. Unter seinem Namen haben die Alexander von Humboldt-Stiftung und das Auswärtige Amt 2015 die Philipp Schwartz-Initiative ins Leben gerufen. Mithilfe dieses Programms können Wissenschaftler*innen, die in ihrer Heimat nicht mehr arbeiten können, weil sie bedroht oder verfolgt werden, ihre Arbeit an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen fortsetzen.

Die Humboldt-Stiftung arbeitet im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative eng mit internationalen Partnern wie dem Scholars at Risk Network, dem IIE Scholar Rescue Fund und dem Council for At-Risk Academics zusammen. Finanziert wird die Initiative durch das Auswärtige Amt, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Andrew W. Mellon Foundation, die Fritz Thyssen Stiftung, die Gerda Henkel Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, den Stifterverband sowie die Stiftung Mercator.


Unsere Förderung

Mit der Philipp Schwartz-Initiative erhalten Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland die Möglichkeit, gefährdete Forschende im Rahmen eines Vollstipendiums aufzunehmen. Aufnehmende Institutionen erhalten entsprechend Fördermittel, die sich aus zwei Komponenten zusammensetzen:

Stipendienmittel: Finanziert wird ein Vollstipendium einschließlich Nebenleistungen in Höhe von insgesamt monatlich 3.500 Euro. Vorgesehen ist eine Dauer von bis zu 24 Monaten, eine Verlängerung von bis zu 12 Monaten im Rahmen eines Kofinanzierungsmodells kann im Laufe der Erstförderung beantragt werden.

Förderpauschale für die aufnehmende Einrichtung: Die aufnehmende Einrichtung erhält eine Pauschale in Höhe von 20.000 Euro je geförderter Person.

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind ausschließlich wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland folgender Kategorien:

  • staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen
  • Max-Planck-Institute, Helmholtz-Institute, Leibniz-Institute, Fraunhofer-Institute
  • Bundes- und Landesforschungseinrichtungen
  • weitere Forschungseinrichtungen, die ihre Forschungsinhalte und -strukturen überzeugend darlegen können

Institutionen, die an der Aufnahme gefährdeter Forschender interessiert sind, aber keine spezifische Person im Blick haben, können sich an Scholars at Risk Network, IIE Scholar Rescue Fund und Council for At-Risk Academics wenden, die ggf. helfen können, geeignete Kandidaten zu finden.

Bitte beachten Sie, dass Forschende sich in diesem Programm nicht direkt bewerben können. Interessierte Forscher*innen sollten sich an potenzielle Gastinstitutionen in Deutschland wenden, die eine Antragstellung übernehmen können.

Wer kann ein Philipp Schwartz-Stipendium erhalten?

Für eine Förderung im Rahmen der Initiative kommen nachweislich gefährdete Forschende – unabhängig von Fachgebiet und Herkunftsland – infrage. Als Beleg für die Bedrohung gelten entweder

  • ein aufenthaltsrechtlicher Status im Zusammenhang eines Asylverfahrens innerhalb der EU, aus dem eine anerkannte Gefährdung hervorgeht, oder
  • ein glaubwürdiger, nicht mehr als 12 Monate vor Antragsschluss erstellter Nachweis der Gefährdung von dritter Stelle, z. B. Dokumentation durch das Scholars at Risk Network (SAR) oder den Council for At-Risk Academics (CARA)

Darüber hinaus müssen Kandidat*innen für ein Philipp Schwartz-Stipendium folgende Kriterien erfüllen:

  • Promotion oder vergleichbarer akademischer Grad (Ph.D., C.Sc. oder Äquivalent). Bei juristischen oder medizinischen Promotionen ist die Äquivalenz zu einer Forschungspromotion nachzuweisen.
  • Die Person hält sich zum Zeitpunkt der Antragstellung grundsätzlich noch nicht bzw. nicht mehr als fünf Jahre außerhalb des Heimatlandes auf; „Bildungsinländer“ sind ausgeschlossen.
  • Sprachkenntnisse, die für die erfolgreiche Durchführung des Forschungsvorhabens erforderlich sind.
  • Wissenschaftliche Qualifikationen (z. B. Publikationen)
  • Potenzial zur Integration in den (wissenschaftsbezogenen) Arbeitsmarkt

Forschende, die bereits im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative gefördert wurden oder die aufgrund einer doppelten Staatsbürgerschaft oder anderer Umstände (z. B. Ehe mit einem*einer EU-Bürger*in) Zugang zu einem sicheren Aufenthaltsland haben sowie deutsche Staatsangehörige sind von einer Förderung ausgeschlossen. Mehrfachnominierungen einer Person durch verschiedene potenzielle Gasteinrichtungen sind nicht möglich.

Antragstellung und Auswahl

Der Antrag muss von der Leitungsebene der antragstellenden Institution (Präsidium, Rektorat o.Ä.) unterschrieben und durch die Projektleitung passwortgeschützt an schwartz-initiative[at]avh.de gesendet werden. Elektronische Unterschriften können wir leider nicht akzeptieren, wohl Unterlagen, die nach händischer Unterzeichnung als Scan eingereicht werden.

Folgende Unterlagen benötigen wir:

  • Konzept der aufnehmenden Institution zum Umgang mit gefährdeten Wissenschaftler*innen. (Einrichtungen, deren Konzepte bereits in einer früheren Runde ausgezeichnet wurden, reichen diese nicht erneut ein)
  • Antrag auf ein Philipp Schwartz-Stipendium inkl. Nachweis der Gefährdung
  • Finanzierungsplan

Die Entscheidung, welche Anträge gefördert werden, trifft der zuständige unabhängige Auswahlausschuss der Humboldt-Stiftung auf Basis der eingereichten Antragsunterlagen.

Weitere Informationen und Angebote

Zur Unterstützung und zum Schutz gefährdeter Forschender haben sich Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Wissenschaftsorganisationen in Deutschland unter Federführung der Humboldt-Stiftung am 20. September 2016 in Bonn zur deutschen Sektion des globalen Scholars at Risk-Netzwerks zusammengeschlossen. Zentrale Ansprechpartnerin ist die Humboldt-Stiftung, die das Sekretariat der Sektion bis zum 31. März 2022 betreut.

Dieses Programm wird finanziert von

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