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„AvH Connected For Impact“ war das Motto der Jahrestagung der Alexander von Humboldt-Stiftung am 24. und 25. Juni in Berlin. Sie führte Geförderte der Stiftung zusammen, die derzeit an deutschen Universitäten zu Gast sind, und ermöglichte ihnen und ihren begleitenden Familien persönliche Begegnungen im Humboldt-Netzwerk und mit deutschen Spitzenpolitiker*innen. Mehr als 670 Forschende aus über 70 Nationen trafen sich, um über Wissenschaft zu diskutieren, Erfahrungen aus Deutschland und ihren Heimatländern auszutauschen und neue Perspektiven zu gewinnen.
Empfang durch den Bundespräsidenten
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfing die Humboldtianer*innen am 25. Juni im Humboldt Forum. Er zeichnete außerdem den japanischen Erziehungswissenschaftler Masashi Urabe mit dem Philipp Franz von Siebold-Preis 2026 aus für hervorragende wissenschaftliche Arbeit und besondere Verdienste um den deutsch-japanischen Austausch.
„Wissenschaftsfreiheit ist unverzichtbar.“
Zu den Forschenden sagte Steinmeier: „Ihre Arbeit ist gelebte Wissenschaftsfreiheit. Sie stärken die internationale Wissenschaftscommunity und kommen damit auch Ihrer Verantwortung für die Demokratie nach. Für Demokratien sind informierte öffentliche Debatten und fundierte Analysen lebensnotwendig. Nur dann können die Bürgerinnen und Bürger gut informiert demokratische Entscheidungen treffen. Nur dann lässt sich die Zukunft gestalten, nur dann kann Transformation gelingen.“
In seiner Ansprache thematisierte der Bundespräsident auch die Bedrohung der Forschungssicherheit durch Spionage, Cyberangriffe oder den Missbrauch von Forschungsdaten. Das Dilemma sei: „Wissenschaft muss unbedingt offen bleiben – und doch wird sie genau dadurch vulnerabel.“ Steinmeier forderte neue Anstrengungen, um grenzüberschreitende Kooperation und durch Wissenschaftsdiplomatie gebaute Brücken zu erhalten: „Bewahren wir diese Brücken – auch wenn wir leider stärker kontrollieren müssen, wer sie betreten darf.“
Eröffnung der Jahrestagung
In seiner Rede zur Eröffnung der Jahrestagung am 24. Juni betonte auch Robert Schlögl, Präsident der Humboldt-Stiftung, die Bedeutung von Freiheit für die Wissenschaft und rief zu ihrer Unterstützung auf. „Auch wenn Wissenschaftsfreiheit in Deutschland Verfassungsrang hat, muss sie gesellschaftlich und politisch getragen werden. Wir sehen politische Kräfte, die Freiheit und Autonomie von Wissenschaft und Forschung infrage stellen und immer unverhohlener deren Einschränkung anstreben“, so Robert Schlögl.
Zum diesjährigen Motto erklärte er: „‘Connected For Impact’ bringt auf den Punkt, wofür die Humboldt-Stiftung steht und wie sie wirkt. Wir arbeiten im Humboldt-Netzwerk zusammen über Länder- und Disziplinengrenzen hinweg. Wir haben das gemeinsame Ziel, neue Erkenntnisse, wissenschaftlichen Impact, zu generieren, und damit auch gesellschaftlichen Impact bei der Lösung großer Fragen von globaler Bedeutung.“
Ohne Freiheit gebe es jedoch keinen Impact. Deutschland biete die Voraussetzung dafür: das Recht, Fragestellungen, Themen, Methoden, Mittel und Kooperationspartner*innen frei zu wählen. Wie groß der Bedarf daran sei, zeige sich nicht zuletzt in der hohen Nachfrage nach Förderprogrammen der Stiftung und anderer Organisationen. Dank des 1.000-Köpfe-Plus-Programms und der Philipp Schwartz-Initiative könne die Humboldt-Stiftung diese Nachfrage besser bedienen und Deutschland von Innovationskraft und wissenschaftlichem Fortschritt profitieren.
Angesichts der Ankündigung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die Hochschulförderung in der Entwicklungszusammenarbeit vollständig auslaufen zu lassen und künftig nicht mehr zu fördern, sagte Schlögl: „Die geplanten Kürzungen in diesem Bereich halten wir für sehr kurzsichtig, weil sie unwiederbringlich Schäden für unser Ansehen bedeuten, das bisher auf Berechenbarkeit und Respekt gegenüber unseren Partnern beruht.“
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär sagte in ihrer Begrüßungsansprache: „Das Motto dieser Tagung ‘Connected For Impact’ beschreibt nicht nur die Humboldt-Familie so gut, es beschreibt auch unsere Hightech Agenda Deutschland sehr passend. Mit ihr investieren wir gezielt in sechs Schlüsseltechnologien, um die Welt von morgen mitzugestalten – als gemeinsame Anstrengung von Wissenschaft, Wirtschaft und den Ländern. Mit unserem 1.000-Köpfe-Plus-Programm bieten wir nicht nur einen sicheren Hafen der Wissenschaftsfreiheit, sondern laden auch zur Mitwirkung an der Hightech Agenda ein.“
Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt Serap Güler betonte in ihrer Begrüßungsansprache die Bedeutung von Wissenschaftsdiplomatie in einer Zeit der Umbrüche: „Wissenschaft und Forschung bewegen sich heute in einem Umfeld geopolitischer Spannungen, strategischer Rivalitäten und neuer Sicherheitsfragen. Gerade in einer Zeit tiefgreifender geopolitischer Veränderungen ist internationale Forschungszusammenarbeit deshalb weit mehr als eine Investition in Wissen. Sie schafft Vertrauen, stärkt Resilienz und bildet die Grundlage langfristiger Partnerschaften.“ Sie ermutigte die Humboldtianerinnen und Humboldtianer vor Ort: „Sie schaffen neues Wissen, eröffnen Perspektiven und halten Gesprächskanäle offen. Bleiben Sie Botschafterinnen und Botschafter des wissenschaftlichen Austauschs und des internationalen Dialogs.“
Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher*innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer*innen – unter ihnen 63 mit Nobelpreis.