Pressemitteilung

10 Jahre Philipp Schwartz-Initiative – 10 Jahre Unterstützung für gefährdete Forschende

Am 9. und 10. April lädt die Alexander von Humboldt-Stiftung zum Philipp Schwartz Forum nach Berlin ein, um über internationale Wissenschaftsfreiheit sowie den Schutz von Wissenschaftler*innen zu diskutieren.

  • vom
  • Nr. 6/2026
Symbolbild Philipp-Schwartz-Initiative: Drei gelbe Kreise mit einer Figur, die von einem zerstörten Tempel zu einem intakten Tempel läuft
Saturn-ähnliches Dekortationsbild

Kontakt

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Fax: +49 228 833-441
presse[at]avh.de

Weltweit geraten Forschende zunehmend unter Druck. Wissenschaftler*innen, die in ihren Herkunftsländern erheblicher und anhaltender persönlicher Gefährdung ausgesetzt sind, können ihre Arbeit mit Hilfe eines Stipendiums der Philipp Schwartz-Initiative der Humboldt-Stiftung in Deutschland fortsetzen. 

Programm (PDF, 2 MB) 

Um die gefährdeten Forschenden und alle, die sie auf lokaler, nationaler oder internationaler Ebene unterstützen, zu vernetzen, richtet die Humboldt-Stiftung das Philipp Schwartz Forum mit etwa 400 Teilnehmenden in Berlin aus. Das Forum am 9. und 10. April schaut auf zehn Jahre Unterstützung durch die Initiative zurück und richtet den Blick auf die Herausforderungen, die die kommenden Jahre prägen werden. Die Erfahrungen der Wissenschaftler*innen, die in ihrer Heimat bedroht sind, sollen Forschenden und politisch Aktiven in Deutschland und Europa Informationen aus erster Hand sowie Impulse für den Schutz der Wissenschaftsfreiheit und die institutionelle Förderung gefährdeter Forschender geben. 

Hinweise zur Teilnahme

Journalist*innen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Bitte melden Sie sich bis 7. April per E-Mail unter presse[at]avh.de an. Wir arrangieren gerne Interviews. Bitte beachten Sie, dass Fotografieren zum Schutz der Teilnehmenden nicht gestattet ist – die Humboldt-Stiftung stellt nach der Veranstaltung Fotos zur Verfügung. Die Konferenzsprache ist Englisch. Die Eröffnung und die Plenardiskussionen am 9. April werden live auf dem YouTube-Kanal der Humboldt-Stiftung übertragen.
Pressekontakt vor Ort: Kristina Güroff, Tel. 0151-14015796

Zweitägige Vernetzungsveranstaltung

Am ersten Tag des Forums berichten Stipendiat*innen aus dem Sudan und der Ukraine mit ihren wissenschaftlichen Mentor*innen, was aus ihrer Sicht eine erfolgreiche und für beide Seiten gewinnbringende Zusammenarbeit ausmacht. In einer weiteren Session geht es um die Chancen, die entstehen, wenn Forschende sich mithilfe von Diaspora-Netzwerken für den Erhalt und möglichen Wiederaufbau von Wissenschaftssystemen in akuten Konflikt- sowie Post-Konflikt Kontexten einsetzen.
Der zweite Tag der Veranstaltung bietet den Teilnehmenden Workshops zu Karriereplanung, Vernetzung und mentaler Gesundheit. 

Die Philipp Schwartz-Initiative

Die Philipp Schwartz-Initiative wurde 2015 gemeinsam von der Alexander von Humboldt-Stiftung und dem Auswärtigen Amt ins Leben gerufen und auch mit Mitteln von Stiftungen aus dem In- und Ausland unterstützt. Seit 2016 gewährt die Initiative Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland Fördermittel für die Aufnahme von gefährdeten Forschenden für einen Zeitraum von zwei Jahren. 
147 Hochschulen haben mittlerweile Geförderte aufgenommen und Strukturen und Kompetenzen aufgebaut, um sie bestmöglich einzubinden. Mehr als 674 gefährdete Forschende aus über 30 Ländern haben so in Deutschland eine neue wissenschaftliche Heimat gefunden. Unter anderem auch durch Sonderprogramme für Forschende aus der Ukraine, Afghanistan oder dem Iran, die die Stiftung gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt in Reaktion auf geopolitische Entwicklungen und Krisenherde kurzfristig eingerichtet hat.  

Auszug aus dem Programm: 

Donnerstag, 9. April 2026 – Henry-Ford-Bau der FU Berlin

14:00 Uhr: Eröffnung | 10 Years of the Philipp Schwartz Initiative: Reflecting on the Past and Looking Ahead

  • Günter M. Ziegler, Präsident, Freie Universität Berlin
  • Bernhard Kotsch, Staatssekretär, Auswärtiges Amt
  • Keynote: Robert Schlögl, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung
  • Keynote: Katrin Kinzelbach, Lehrstuhlinhaberin für Menschenrechtspolitik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

16:30 Uhr: Creating Successful Cooperations between Philipp Schwartz Fellows and Academic Mentors

  • Mohammed Gebrail (Sudan), Philipp Schwartz Fellow, Universität Konstanz
  • Anke Hoeffler, Philipp Schwartz Mentor, Universität Konstanz
  • Olena Zinenko (Ukraine), Philipp Schwartz Fellow, Ruhr Universität Bochum
  • Mareike Meis, Philipp Schwartz Mentor, Ruhr Universität Bochum

17:30 Uhr: Making a Difference: The Impact of Diaspora Networks for (Post) Conflict Higher Education Systems

  • Ayham Abazid, Philipp Schwartz Alumnus, MSD (Merck Sharp & Dohme), Syrian Science Council
  • Samer Alkarkoukly, Uniklinik Köln, German Syrian Research Foundation
  • Mursal Dawodi, Philipp Schwartz Fellow, TU München, FemsTech Worldwide
  • Kateryna Latysh, MSCA4Ukraine Alumna, Ghent University
  • Liza Bezvershenko, EU Global Diaspora Facility (EUDiF)

Freitag, 10. April 2026

09:00 Uhr: Workshops and Trainings for Researchers; Researcher-Led Workshops for Researchers, Academic Mentors and Host Institution Project Managers

14:00 Uhr: Closing Plenary – The German Research Landscape and Funding Opportunities

Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher*innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer*innen – unter ihnen 63 mit Nobelpreis.

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