Pressemitteilung

Startschuss für das Max-Planck-Humboldt-Programm in Afrika

Unterstützung für Forschungsstandorte in afrikanischen Ländern

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Max Planck-Humboldt Research Units in Afrika Programminformationen 

Die Max-Planck-Gesellschaft und die Alexander von Humboldt-Stiftung planen die Einrichtung von drei Max Planck-Humboldt-Research Units in Afrika. Ausgeschrieben werden drei Forschungsgruppenleitungen an afrikanischen Forschungseinrichtungen, die mit Forschungsmitteln der Max-Planck-Gesellschaft in Höhe von jährlich jeweils 150.000 Euro für fünf Jahre ausgestattet werden. Die Forschungsgruppen sollen mit einem Max-Planck-Institut ihrer Wahl wissenschaftlich zusammenarbeiten und gemeinsam Nachwuchs ausbilden. Im Rahmen der Förderung soll auch ein Postdoc mit einem bis zu zweijährigen Humboldt-Forschungsstipendium an das kollaborierende MPI kommen.

Schon seit Langem unterhält die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) Forschungsprojekte in Afrika, auch gemeinsam mit afrikanischen Partnern. Ausschlaggebend dafür waren bisher aber vor allem die spezifischen Bedingungen in Afrika: So sind abgelegene Wüsten ideale Standorte für astronomische Observatorien, besondere Tierpopulationen liefern einzigartige Daten zur Evolutions- und Verhaltensbiologie und verschiedene Kulturen sind Gegenstand ethnologischer oder psycholinguistischer Studien. „Was wir bisher zu wenig getan haben“, so Martin Stratmann, Präsident der MPG, bei der Eröffnung des Programms in Berlin, „war, uns um die Talente in Afrika selbst zu kümmern, um ihre Entwicklungschancen, ihre Chancen, in der Welt der Wissenschaft eine führende Rolle zu spielen.“ Und so weiß die MPG bislang auch nur einen einzigen afrikanischstämmigen Max-Planck-Direktor in ihren Reihen.

Der Grund dafür ist, dass jungen Nachwuchskräften in Afrika oft die Rahmenbedingungen fehlen, um ihr volles Potenzial zu entfalten und in der Wissenschaft wirklich sichtbar zu werden. Gemeinsam wollen die MPG und die Alexander von Humboldt-Stiftung nun dafür sorgen, dass mehr Institute und Standorte in Afrika als bisher ihre wissenschaftlichen Fähigkeiten ausbauen, um zu Anziehungspunkten für exzellente Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt zu werden. „Und das wird nur gelingen, wenn wir uns wirklich engagieren, indem wir Forschungsgruppen vor Ort eng unterstützen, ihre Entwicklung fördern und ihnen Zugang zu den Einrichtungen und Netzwerken von MPG und Humboldt-Stiftung bieten“, betonte Stratmann.

„Afrikas Jugend ist unser größtes Kapital“: Romain Glèlè Kakaï im Magazin Humboldt Kosmos 

„Uns geht es um eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, bei der sich das Wissen um die Bedingungen in einem afrikanischen Land und die Ideen afrikanischer Forschender mit den Ideen und technischen Möglichkeiten an Max-Planck-Instituten verbinden, um afrikanische Lösungen für afrikanische Herausforderungen zu ermöglichen“, sagte Stiftungspräsident Robert Schlögl. „Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat bereits sehr gute Erfahrungen mit einer solchen gleichberechtigten Zusammenarbeit gemacht. Es steckt ein großes, bislang zu wenig genutztes Potenzial in der afrikanischen Forschung“, betonte Schlögl.

„Was uns an der Wissenschaft reizt, sind die Menschen, die sie betreiben. Mit anderen Worten, wir fördern nicht von vornherein ein Forschungsthema, sondern wir fördern junge Talente, die ihre eigenen Ansätze und Themen mit einbringen“, erklärte Stratmann die Grundzüge des Modells. Dahinter steht die Erwartung auf einen nachhaltigen Effekt: Sehr gute Forschende, die sichtbar sind, ziehen wiederum sehr guten Nachwuchs an. So entsteht eine positive Rückkopplungsschleife – und damit letztlich Keimzellen für wissenschaftliche Exzellenz in Afrika. Romain Glèlè Kakaï kann das bestätigen – der Biomathematiker und Leiter eines Humboldt-Forschungshubs in Benin arbeitet mit jungen Forschungstalenten zusammen: „Die Humboldt-Stiftung bietet Anreize dafür, dass afrikanische Postdocs nach dem Ende ihres Stipendiums in Deutschland wieder in ihr Heimatland zurückkehren, um dort die erworbenen Kenntnisse für die Entwicklung ihres Landes einzusetzen. Davon profitiert dann auch die internationale Wissenschaftsgemeinschaft.“

„Heute können wir nur wenige Gruppen in Afrika aus unseren eigenen Mitteln fördern. Wir hoffen, dass – wenn sich das Programm als erfolgreich erweist – wir weitere Gruppen mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung durch die Bundesregierung fördern können. Das wäre sehr willkommen“, so die beiden Präsidenten. Denn durch „capacity building“, durch die Ausbildung des afrikanischen Nachwuchses können wir einen Beitrag zum Aufbau stabiler Forschungslandschaften in afrikanischen Staaten leisten und damit langfristig zu einer Stärkung der Entwicklung und des Wohlstands auf dem Kontinent.

(Pressemitteilung 12/2023)

Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher*innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer*innen – unter ihnen 59 mit Nobelpreis.

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