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Humboldt Communication Lab

ComLab#3: Fair für alle? Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit

Zeichnung zweier Wissenschaftler im Labor und Überschrift "ComLab3"
Saturn-ähnliches Dekortationsbild

Humboldt Communication Lab

Wissenschaft und Medien im Dialog: Zweimal im Jahr treffen zehn Geförderte der Humboldt-Stiftung auf zehn Nachwuchsjournalistinnen und Nachwuchsjournalisten. Das Ziel: voneinander lernen.

ComLab auf einen Blick

ComLab#3

Nachhaltiger Wandel bedeutet auch sozialer Wandel. Mit der Agenda 2030 hat die internationale Politik wichtige Ziele nachhaltiger Entwicklung definiert: die Beendigung von Armut und Hunger auf der Welt, Zugang zu hochwertiger Bildung für alle sowie die Förderung menschenwürdiger Arbeit und nachhaltigen Wirtschaftswachstums. Doch wie verteilen sich Kosten und Nutzen nachhaltiger Entwicklung auf lokaler, regionaler und globaler Ebene? Welche Rolle spielen Geschlechterzugehörigkeit sowie soziale und ethnische Herkunft bei der Teilhabe an nachhaltigen Entwicklungen? Und wie können Wissenschaft und Journalismus dazu beitragen, die komplexen gesellschaftlichen Dimensionen einer nachhaltigen Transformation zu vermitteln?

Das dritte ComLab befasste sich mit dem Spannungsverhältnis von Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit; mit den Potentialen nachhaltiger Innovationen und den Zielkonflikten, die sich aus ökonomischen und sozialen Interessen zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden ergeben (können). Während eines viertägigen Workshops diskutierten die Teilnehmer*innen im Austausch mit internationalen Expert*innen aus Politik, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft die Bedingungen, unter denen eine faire und nachhaltige Transformation der Welt möglich wird.

Sprecher*innen

Collage der Speaker des dritten Humboldt Communication Lab
Die Sprecher*innen des dritten Humboldt Communication Lab

Vitus Besel (Simu Group Helsinki), Dr. Damian Carrington (The Guardian), Dr. Mathieu Casado (Alfred-Wegener-Institut), Vito Cecere (Auswärtiges Amt), Dr. Moustapha Kamal Gueye, (International Labour Organization), Katarina Gulan (freie Radio Journalistin), Dr. Heide Hackmann (International Science Council), Prof. Dr. David Hulme (Universität Manchester), Dr. Katja Hujo (UNRISD), John Mark Jacinto (Online SDG Youth Action Forum), Inga Janiulytė-Temporin (LRT Radijo dokumentika), Alok Jha (The Economist), Lise Josefsen Hermann (freie Journalistin), Varun Kashyap (LetsEndorse), Jakub Kubecka (Simu Group Helsinki), Dr. Denise Matias (ISOE Institut für sozial-ökologische Forschung), Dr. Mette Morsing (PRME), Ivo Neefjes (Simu Group Helsinki), Anika Nicolaas Ponder (IKEM), Dr. Mele Pesti (ICDS Tallinn), Dr. Eduardo Queiroz Alves (Alfred-Wegener-Institut), Prof. Dr. Boike Rehbein (Humboldt-Universität zu Berlin), Asumi Saito (Waffle), Anuradha Sharma (freie Journalistin), Monika Shukla (LetsEndorse), Dr. Diana Stanciu (Romanian Young Academy), Heike Vowinkel (freie Journalistin), Prof. Dr. Arjen Wals (Wageningen Universitität), Dr. Judith Wellen (Alexander von Humboldt-Stiftung), Rebecca Winkels (Wissenschaft im Dialog).

Teilnehmende

Collage der Teilnehmenden des dritten Humboldt Communication Lab
Die Teilnehmenden des dritten Humboldt Communication Lab

Humboldtianer*innen: Alice de Moraes Amorim Vogas, Fabio Fornari, Dr. Khondokar Humayun Kabir, Chandapiwa Molefe, Camila Nobrega Rabello Alves, Valentine Opanga, Deeneaus Polk, Dr. Rine Christopher Reuben, Dr. Natalia Ruiz Morato, Dr. Miri Yemini

IJP Alumni: Albert Steinberger, Claudia Wiggenbröker, Zarka Radoja, Caroline Haidacher, Sören Kittel, Jen Stout, Katja Lihtenvalner, Hazel Sheffield, Jenny von Sperber, Sofie Syarief

Die Gewinner*innen und Ergebnisse

Portraits: Claudia Wiggenbröker, Alice Amorim, Sören Kittel, Fabio Fornari, Hazel Sheffield, Natalia Ruiz Morato, Jenny von Sperber, Khondokar Kabir
Die Gewinnerinnen und Gewinner: Claudia Wiggenbröker; Alice Amorim; Sören Kittel; Fabio Fornari; Hazel Sheffield; Natalia Ruiz Morato; Jenny von Sperber; Khondokar Kabir (v.l.)
Grafik Preisträger ComLab3
Alle prämierten Ergebnisse auf einen Blick.

Die Beiträge sind im Rahmen des dritten „Communication Lab for Exchange between Research and Media“ entstanden, das am 4. und 5. sowie 11. und 12. Juni 2021  als virtueller Workshop stattgefunden hat. Die ausgezeichneten Projekte wurden von einer externen Jury, bestehend aus Johannes Boie (Chefredakteur der Welt am Sonntag), Alok Jha (Wissenschaftskorrespondent des Economist) und Ulrike Winkelmann (Chefredakteurin der taz), ausgewählt. Die Arbeiten beeindruckten die Jury durch Originalität in der Wahl des Themas und der verwendeten Medien sowie durch die gelungene Verflechtung von wissenschaftlichen Fakten und Storytelling. Die Geldpreise für die überzeugendsten vier Beiträge erhielten:

Claudia Wiggenbröker und Alice de Moraes Amorim für „Energiearmut: Und dann ist der Strom weg“

Claudia Wiggenbröker und Alice de Moraes Amorim (Bundeskanzlerstipendium) für den Artikel und ihr Erklärvideo „Energiearmut: Und dann ist der Strom weg“

Text und Erklärfilm werden derzeit für die Veröffentlichung vorbereitet.

Hazel Sheffield und Natalia Ruiz Morato: „Landreform als das Geheimnis eines dauerhaften Friedens in Kolumbien“

Hazel Sheffield und Natalia Ruiz Morato (Humboldt-Postdoktorandenstipendium) mit dem illustrierten Feature „Landreform als das Geheimnis eines dauerhaften Friedens in Kolumbien“

Hazel Sheffield und Natalia Ruiz Morato beleuchten in ihrem illustrierten Feature das Friedensprojekt in Kolumbien und dessen Verbindungen zu Landstreitigkeiten und Umweltschutzbemühungen. Kolumbien ist eines der tödlichsten Länder der Welt – vor allem für Umweltaktivist*innen. Das Land, seine Menschen und seine biologische Vielfalt sind durch bewaffnete Konflikte und das Fehlen eines angemessenen Agrarjustizsystems gefährdet. Der Beitrag verbindet Ruiz Moratos Forschung zu Fragen der Umweltgerechtigkeit in Kolumbien mit einem persönlichen Blickwinkel und schildert die politische und soziale Situation anhand von Erfahrungsberichten und packenden Illustrationen. Hazel Sheffield stellt die Perspektive der Menschen dar, deren Existenz von der Bewirtschaftung des Landes abhängt und die aktuell um ihr Überleben kämpfen. Die Journalistin unterstreicht damit die existenzielle Dringlichkeit einer nachhaltigen Gerechtigkeit. Das Tandem nimmt die Leser*innen mit auf eine Reise in drei verschiedene Regionen Kolumbiens, in denen Landkonflikte ausgetragen werden: Sierra de la Macarena, Sierra del Perija und Reservas Campesinas. Die regionalen Schlaglichter ermöglichen es, die grausame soziale Situation und die komplizierten Fragen der Regulierung zu beleuchten. Zugleich bietet das Feature Hoffnung auf Lösung: eine seit langem versprochene Landreform und ein System der Agrargerechtigkeit, das Frieden bringen und gleichzeitig die Umwelt schützen könnte.

Das Feature wird derzeit für die Veröffentlichung vorbereitet.

Sören Kittel und Fabio Fornari mit einer Artikelserie zum Thema „Nachhaltiger Tourismus“

Sören Kittel und Fabio Fornari (Bundeskanzlerstipendium) für die sechsteilige Artikelserie zum Thema „Nachhaltiger Tourismus“

Nach Monaten der sozialen Isolation, in denen der Lockdown viele von uns dazu zwang, zu Hause zu bleiben, sehnen sich die meisten nach einem Tapetenwechsel. Vor allem während der Pandemie ist das Reisen zum Synonym für individuelle Freiheit geworden. Doch der Klimawandel – Überschwemmungen, Hitzewellen, Verlust der Artenvielfalt – hat uns gezeigt, dass wir unser Verhalten und unsere Mobilitätsformen ändern müssen. Und das gilt insbesondere für den Tourismussektor. Die zeitgeistige sechsteilige Artikelserie von Sören Kittel und Fabio Fornari beleuchtet die lokalen und globalen Auswirkungen einer Branche, die während der Pandemie erhebliche Einbußen und Einschnitte hinnehmen musste und sich nun fragen muss, ob sie so weitermachen kann wie bisher oder ob sie einen neuen Kurs einschlagen muss, um die globalen Ziele (SDGs) zu erreichen. Von Green Hotels in Berlin über die kleine Insel Arborek in Indonesien, wo Touristen helfen, die Korallenkulturen zu retten, bis hin zu Best Practices aus Finnland und Brasilien gehen die Artikel der Frage nach, wie nachhaltiger Tourismus in die Praxis umgesetzt werden kann, ohne die natürlichen Ressourcen zu zerstören. Die Reihe ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man ein globales Thema mit lokalem Wissen und internationaler Forschungskompetenz, wie sie von Fabio Fornari, und vielen anderen Tourismusexpert*innen verkörpert wird, verbinden kann.

Jenny von Sperber und Khondokar Kabir mit dem Radiobeitrag „Der letzte Wald von Bangladesch“

Jenny von Sperber und Khondokar Kabir (Internationales Klimaschutzstipendium) für den Radiobeitrag „Der letzte Wald von Bangladesch“

Das Radiofeature „Der letzte Wald von Bangladesch“ von Jenny von Sperber und Khondokar Kabir erinnert uns daran, dass Klimaschutz immer auch eine soziale Dimension hat. Diese gilt es zu berücksichtigen, wenn wir einen nachhaltigen Wandel erreichen wollen. Mit Stimmen aus dem Madhupur-Sal-Wald in Tangail, Bangladesch, machen die Journalistin und ihr wissenschaftlicher Partner auf die alarmierenden Auswirkungen der Abholzung in einer der am stärksten gefährdeten Regionen der Welt aufmerksam. Das Radiofeature wählt dafür einen unerwarteten Blickwinkel und betont die Rolle, die die Bewohner*innen selbst bei der Zerstörung des Ökosystems spielen. Der Beitrag dreht sich um die Konflikte zwischen indigenen Gruppen und der örtlichen Forstbehörde. Er erzählt aber auch von den Versuchen, die Waldbewohner*innen in einen partizipativen Waldbewirtschaftungsplan zu integrieren, der von Agrarforscher*innen wie Khondokar Kabir begleitet und ausgewertet wurde. Das Radiofeature stellt die treibenden Motive, die Methode und das Fachwissen des Forschenden vor und verbindet seine Biografie mit dem Land und den Menschen. Die eingenommene Perspektive zeigt einen Wissenschaftler, dem es gelang, Leitlinien zu entwickeln, die erstmals Behörden und Bevölkerung zusammenbrachten. Der Beitrag zeigt aber auch, was passiert, wenn diesen Bemühungen die Unterstützung und Finanzierung entzogen wird. Das Feature fordert die Öffentlichkeit auf, denjenigen zuzuhören, die in unseren Diskussionen über den globalen Klimawandel allzu oft zum Schweigen gebracht werden.

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