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Der Philipp Franz von Siebold-Preisträger 2024

Der renommierte Astrophysiker Naoki Yoshida erhält den Philipp Franz von Siebold-Preis 2024.

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v.l.n.r.: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Siebold-Preisträger Naoki Yoshida und Stiftungspräsident Robert Schlögl
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Naoki Yoshida, Professor am Kavli Institute for the Physics and Mathematics of the Universe der Universität Tokyo, ist international anerkannt für seine theoretischen Studien in Astrophysik und Kosmologie, insbesondere für seinen bahnbrechenden Beitrag zur Sternentstehung im frühen Universum. Nun wird er für seine Leistungen als Forscher und seine Verdienste um das gegenseitige Verständnis von Kultur und Gesellschaft in Deutschland und Japan mit dem Philipp Franz von Siebold-Preis der Humboldt-Stiftung ausgezeichnet.

Yoshida promovierte 2002 an der LMU München, seither hat er sich kontinuierlich für die Stärkung der deutsch-japanischen Beziehungen eingesetzt. Er spielt eine entscheidende Rolle im Virgo Consortium für kosmologische Supercomputer-Simulationen, das von deutschen und britischen Spitzeninstituten geleitet wird. 

An der Universität Tokyo organisiert Yoshida seit dreizehn Jahren halbjährliche Workshops mit japanischen Wirtschaftsführer*innen sowie europäischen und vor allem deutschen Forschenden. Mehr als 120 ausländische Wissenschaftler*innen nahmen bereits an den Veranstaltungen teil. Viele junge Forschende aus Deutschland und Japan haben durch die internationale Zusammenarbeit mit Yoshida ihre Karrieren erfolgreich weiterentwickelt.

Wie entstehen Sterne?

Naoki Yoshida hat mit seinen Forschungsarbeiten bahnbrechende Beiträge zu unserem Verständnis der Entstehung von Sternen und Schwarzen Löchern in den letzten zehn Milliarden Jahren geleistet. Moderne astronomische Beobachtungen haben eine Reihe von Himmelsobjekten entdeckt, die bereits existierten, als das Universum nur einen Bruchteil so alt war wie heute. Doch wie genau entstand diese komplexe kosmische Struktur im jungen Universum? Yoshida konnte mit einem eigens entwickelten Computermodell eindeutig zeigen, dass sich massereiche Sterne aus winzigen Dichteveränderungen bilden, die noch vom Urknall stammen. 

Bei seinem Forschungsaufenthalt am Max-Planck-Institut für Astrophysik in Bonn (1998-2001) entwickelten Yoshida und seine Kolleg*innen außerdem ein effizientes Computerprogramm für Simulationen der Gravitationsdynamik, das sich als Standardwerkzeug in der Computerphysik und in der Astrophysik durchgesetzt hat.

Für seine Forschung wurde Naoki Yoshida bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2008 mit dem Young Scientist Prize der International Union of Pure and Applied Physics sowie 2017 mit dem Japan Society for Promotion of Science Prize und der Japan Academy Medal. Eine seiner Simulationen erreichte 2021 das Finale des ACM Gordon Bell Prize.

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Philipp Franz von Siebold-Preis

Philipp Franz von Siebold-Preis

Der Philipp Franz von Siebold-Preis würdigt renommierte japanische Wissenschaftler*innen aller Fachrichtungen und wird traditionell vom amtierenden deutschen Bundespräsidenten während der Jahrestagung der Humboldt-Stiftung in Berlin verliehen. Der Forschungspreis wurde 1978 vom damaligen deutschen Bundespräsidenten Walter Scheel anlässlich eines Staatsbesuches in Japan gestiftet. Er wird jährlich an eine japanische Wissenschaftlerin oder einen japanischen Wissenschaftler für besondere Verdienste um ein besseres gegenseitiges Verständnis von Kultur und Gesellschaft in Deutschland und Japan verliehen. Die Auszeichnung ist mit 60.000 Euro dotiert.

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