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Pressemitteilung

Was Forschende weltweit von der neuen Bundesregierung erwarten

Internationales Engagement und Reformen, weniger Bürokratie und mehr Freiraum für die Wissenschaft – Stimmen aus dem internationalen Netzwerk der Humboldt-Stiftung

  • vom
Nahaufnahmen des Berliner Bundestags mit Kuppel

Was erwarten und erhoffen sich internationale und deutsche Forschende von der neuen Bundesregierung? Welche Rolle soll Deutschland international spielen, etwa beim Klimaschutz oder der Wissenschaftsdiplomatie? Was sollte sich in Deutschland verbessern, damit Wissenschaftler*innen produktiv arbeiten und Ergebnisse schnell umsetzen können? Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat Stimmen aus ihrem Forschungsnetzwerk im Ausland und in Deutschland gesammelt.

Wir brauchen mehr Mut zum Risiko und sollten uns mehr Start-up-Mentalität leisten. Die neue Regierung muss den Wald aus kleinteiligen Regelungen lichten und so Freiraum für Innovationen schaffen.
Hans-Christian Pape, Präsident der Humboldt-Stiftung

Zu den vorherrschenden Forderungen gehören Verbesserungen bei Themen wie Digitalisierung, Beschleunigung der Verwaltung, Ausbau von Infrastruktur, erleichterte kommerzielle Anwendungen und Ausgründungen sowie Impulse für einfachere Transfers von Wissen in wirtschaftliche Anwendungen. Aber auch mehr Interdisziplinarität und Diversität wie auch eine bessere Förderung von Talenten werden von den Humboldtianer*innen gewünscht. Mehr Flexibilität und Geschwindigkeit sowie ein spezielles Tarifrecht für die Wissenschaft stehen ebenfalls auf der Liste der Hoffnungen auf Reformen.

Das internationale Engagement Deutschlands im Klimaschutz, in der Wissenschaftsdiplomatie und für die Wissenschaftsfreiheit solle fortgesetzt und verstärkt werden, so der Tenor der Forscher*innen. Die Förderung von internationalen Forschungsnetzwerken wie dem der Humboldt-Stiftung sei wichtig für wissenschaftlichen Fortschritt ebenso wie für die Überwindung von Gegensätzen und Konflikten.

In der Forschungsförderung beispielsweise auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) lohne es sich, vielfältiger zu fördern, statt Trends hinterherzulaufen. Der nächste Durchbruch in der KI sollte aus Deutschland kommen, so eine Hoffnung.

Saturn-ähnliches Dekortationsbild

Impulspapier Think boldt! der Humboldt-Stiftung

Neben den Empfehlungen aus ihrem Forschungsnetzwerk macht die Humboldt-Stiftung in ihrem aktuellen Impulspapier zum Regierungswechsel Vorschläge, um in der kommenden Legislaturperiode internationale Forschungsnetzwerke und die Internationalisierung des deutschen Wissenschaftssystems zu fördern und mit neuen Ideen weiterzuentwickeln.

Download (PDF, 411 KB)

„Deutschlands internationale Rolle als Treiber von Wissenschaft und Verständigung ist weltweit hoch angesehen. Die Mitglieder unseres internationalen Netzwerks machen sich dafür stark, dass dieses Engagement auch unter der kommenden Bundesregierung hoch bleibt. Die Hoffnung ist, dass wir Vorreiter sind, etwa beim Klimaschutz“, sagte der Präsident der Humboldt-Stiftung Hans-Christian Pape. „Klar ist aber auch, dass wir in Deutschland effizienter und weniger bürokratisch werden sollten, um Spitzenforschung und Anwendungen zu fördern. Wir brauchen mehr Mut zum Risiko und sollten uns mehr Start-up-Mentalität leisten. Die neue Regierung muss den Wald aus kleinteiligen Regelungen lichten und so Freiraum für Innovationen schaffen“, sagte Pape. Das in mehr als 140 Ländern und allen Disziplinen aktive internationale Netzwerk der Stiftung wolle mit wissenschaftlichen Leistungen zur Lösung der Zukunftsaufgaben beitragen und Brücken bauen für Verständigung und Zusammenarbeit, betonte Pape.

Stimmen von 16 Wissenschaftler*innen aus zwölf Ländern

Zitat Artur Monteiro, Klimaschutzstipendiat: "Facing climate change means to dream about new ways of living on earth. I hope Germany keeps supporting international cooperation and research projects, so we can together make many others dream."
Zitat Yaochu Jin, Humboldt-Professor für Künstliche Intelligenz an der Universität Bielefeld: "I would be very happy to see the government help to establish a closer and deeper collaboration between academia and industry."
Zitat Meg Crofoot, Humboldt-Professorin an der Universität Konstanz und Direktorin am MPI für Verhaltensbiologie:"Creating stable career pathways for young scientists must be a top priority if Germany aspires to harness the creative power of a diverse scientific work-force to tackle the challenges posed by global climate change."
Zitat Wil van der Aalst, Humboldt-Professor an der RWTH Aachen: "The government should stop trying to micromanage professors. Instead, it should be apriority to remove bureaucracy and improve the return-on-investment of the taxpayer’s money."
Zitat Oliver Brock, Professor am Robotics and Biology Laboratory der TU Berlin: "Aktuell läuft Deutschland „den Großen“ und den KI-Trends hinterher. Doch der Durchbruch, der uns echte KI bringt, steht noch aus. Wie wäre es, wenn dieser Durchbruch aus Deutschland käme?"
Zitat Francois Buscot, Universität Leipzig und Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung: "Die Kombination Wissenschaftszeitvertragsgesetz und aktuelles Tarifrecht ist ein Karriere-Vernichter! Wir brauchen ein spezifisches Tarifrecht für Berufe in der Wissenschaft."
Zitat Heather Marco, University of Cape Town, Südafrika: "I urge the new government to break the mould and be the trail blazers in halting climate change and correcting the damage already done."
Zitat Jürgen Kurths, Senior Advisor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin: "Ich hoffe sehr, dass die neue Regierung umfassende Maßnahmen und deren Finanzierung beschließt, die den Klimawandel weitestgehend zu begrenzen ermöglichen und vertiefte Forschung unterstützen."
Zitat Amita Chandra, Professorin an der Universität von Delhi, Indien: "With India having more than 60 unicorn businesses (of which, more than 20 in 2021 alone), I hope and look forward for linkage and funding of scientists and start-up founders of our two countries."
Zitat Jochen Guck, Direktor am MPI für die Physik des Lichts und Professor an der FAU Erlangen-Nürnberg: "Die neue Bundesregierung muss den Innovationsstau in allen Bereichen des Staates beheben. Digitalisierung, Beschleunigung der Verwaltung, Ausbau von Infrastruktur sind alles große Themen, die uns auch in der Spitzenforschung ausbremsen. "
Zitat Joseph Francisco, Professor an der University of Pennsylvania und Mitglied der National Academy of Sciences: "Scientific exchange and cultural diplomacy are influential tools in developing cooperative strategies to overcome global challenges. I see the Humboldt network playing an important and vital role in Germany’s international engagement into the future."
Zitat Jeff Wilkesmann, Geförderter der Philipp Schwartz-Initiative: "Safe havens are only created where people are clear about what they can build, and the newcomers are ready to join in a new culture. It is clearly a collaboration."
Zitat Asli Vatansever, Philipp Schwartz-Stipendiatin am Bard College Berlin: "Zunehmend müssen Wissenschaftler*innen aus Krisenländern zwangsmigrieren. Förderinitiativen für gefährdete Forscher*innen sind ein lebenswichtiger Erstzugang in die Hochschullandschaft des Gastgeberlandes. Sie müssen durch bildungspolitische Maßnahmen unterstützt werden, die auf die Entwicklung langfristiger Karriereperspektiven abzielen."
Zitat Vladka Petrakova, stellvertretende Leiterin der Abteilung für Biophysikalische Chemie der Tschechischen Akademie der Wissenschaften: "I wish that the German government would strengthen cooperative networks like the Humboldt Network that are essential for exchange of experience that can lead to positive changes around the world."
Zitat Martin Butz, Professor an der Universität Tübingen: "Klimaneutrale, intelligente Technologie aus Deutschland kann zum Exportschlager werden und global helfen, die Erderwärmung zu stoppen."
Zitat Romain Glèlè Kakai, Professor an der Université d'Abomey-Calavi in Benin: "My suggestion in the near future is for a better synergy between the different German structures and programmes operating in Africa."

1. Germany plays a key role in climate protection

Germany plays a key role supporting science and free speech worldwide. In a moment when democracies face setbacks and manipulative narratives grow, we need to foster critical researches and to open new paths towards new ways of existence. Climate change is indeed the most important topic of all times, and by facing it responsibly we make possible to dream about new ways of living on earth. I hope Germany keeps doing that, so we can together make many others dream.


2. Closer and deeper collaboration between academia and industry

Artificial intelligence (AI) is likely to have profound influences on science and technology, human society, and human beings. I would be very happy to see the government help to establish a closer and deeper collaboration between academia and industry, in particular SMEs (small and medium-sized enterprises), on knowledge transfer from academia to industry, while continuing to support independent and innovative fundamental research on AI, and to promote multi-lateral, mutually beneficial international collaborations and academic exchanges.

Portrait Yaochu Jin

YAOCHU JIN

ist Alexander von Humboldt-Professor für Künstliche Intelligenz an der Universität Bielefeld. Er arbeitet auf dem Gebiet der Evolutionary Computation und hat in seiner internationalen Karriere als Wissenschaftler auch Erfahrung mit Industrieforschung gemacht.


3. Building bridges between disciplines, empowering diversity and talents

The most pressing scientific challenges of our time revolve around how we, as a species, interact with the world we live in and depend upon. Because the discoveries that allow us to flourish in a changing world will be found at the intersection of the social, natural and physical sciences, we must change the incentive structures that promote narrow specialization rather than cross-disciplinary integration, cultivating a generation of scientists capable of bridging disciplinary divides. We must also fundamentally re-envision how we recruit, train and retain scientific talent, harnessing the power that new voices and diverse perspectives bring to the scientific endeavor. Creating stable career pathways for young scientists must be a priority.

MEG CROFOOT

ist Verhaltensökologin und evolutionäre Anthropologin, interessiert an der Entstehung sozialer Komplexität. 2018 wurde sie mit einer Alexander von Humboldt-Professur ausgezeichnet und kam von der University of California in Davis, USA, nach Deutschland. Aktuell ist sie Professorin an der Universität Konstanz und Direktorin am MPI für Verhaltensbiologie.


4. Innovation instead of micromanagement and bureaucracy

It is a privilege to work as a professor in Germany. There are excellent researchers and scientific output is highly valued. However, bureaucracy and the many rules (e.g., related to data protection) have made people risk adverse and this is slowing down progress. I would like to see bold innovations that let professors do cutting-edge research and provide high-quality teaching. There is a natural tendency to create more rules and guidelines. Innovative successful startups like the process-mining company Celonis are the exception. Celonis is Germany’s only Decacorn (i.e., a startup valued over $10 Billion) and grew out of academic research (I’m serving as the chief scientist in Celonis). The government should stop trying to micromanage professors. Instead, it should be a priority to remove bureaucracy and improve the return-on-investment of the taxpayer’s money (i.e., cutting-edge research, high-quality teaching, exciting startups, and digital infrastructures).

WIL VAN DER AALST

kam 2018 mit einer Alexander von Humboldt-Professur aus den Niederlanden an die RWTH Aachen, er ist dort Leiter der Gruppe Process and Data Science und Chief Scientist bei Celonis. Er ist bekannt als der Gründungsvater des Process Mining.


5. Der nächste Durchbruch in der KI sollte aus Deutschland kommen

KI-Forschung in Deutschland muss heterogener werden! Denn wir wissen noch gar nicht, was Intelligenz wirklich ist. Wir wissen nur, dass keine gegenwärtige Technologie biologische Intelligenz künstlich nachempfinden kann. Dennoch richtet sich Wissenschaftsförderung stark an aktuellen Technologietrends aus. In den frühen Tagen der KI-Forschung waren dies zum Beispiel Expertensysteme, heute ist es das maschinelle Lernen. Bei solchen Trends läuft Deutschland „den Großen“ hinterher. Eine heterogenere Forschungsförderung würde aber die Möglichkeit eröffnen, zur Geburtsstätte ganz neuer Trends zu werden und eine Führungsrolle in der KI-Forschung einzunehmen. Denn eins ist gewiss: Der Durchbruch, der uns echte KI bringt, der steht noch aus. Wie wäre es, wenn dieser Durchbruch aus Deutschland käme? Er würde dann sicherlich auf Einsichten beruhen, die über die heutigen Technologietrends hinausgehen.

OLIVER BROCK

ist Professor am Robotics and Biology Laboratory im Institut für Technische Informatik und Mikroelektronik der TU Berlin. Als Alexander von Humboldt-Professor kam er 2009 von der University of Massachusetts Amherst, USA, zurück nach Deutschland.


6. Das aktuelle Tarifrecht in der Wissenschaft ist ein Karriere-Vernichter

Die Kombination Wissenschaftszeitvertragsgesetz und aktuelles Tarifrecht ist ein Karriere-Vernichter! Wir brauchen definitiv ein spezifisches Tarifrecht für Berufe in der Wissenschaft, das notwendige Flexibilität und Berufssicherheit realitätsnah harmonisiert. Mehr Flexibilität würde auch fachlich helfen. Eine effiziente Forschung etwa zur Verbindung von Fragen der Agrar- und Forstwirtschaft mit solchen der Biodiversität und der Klimakrise braucht unter anderem auch mehr flexible Förderprogramme für kleine Gruppen mit Teilnehmern aus zwei bis fünf Ländern.

Porträt von Francois Buscot

FRANÇOIS BUSCOT

ist Professor an der Universität Leipzig und leitet das Institut für Bodenökologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ. 1988-1989 war er als Humboldt-Forschungsstipendiat am Institut für Biologie der Universität Tübingen zu Gast.


7. The best research comes from respectful collaborations

As a Scientist, I am interested to see that funds are made available for research, especially for blue-sky research as we need to have information and methodologies in place now for which we may only realize the full potential of much later. As we know from the Humboldt Foundation, the best results come from friendly, respectful collaborations, hence, I would love to see money flow to such organisations that promote scientists to collaborate internationally: bringing the best young minds (and the not-so-young, experienced minds) from all over the world to network and work together in Germany is one of the best ways to keep good science and foster good relations all over the world. I urge the new government to break the mould and be the trail blazers in halting climate change and correcting the damage already done.

Porträt von HEATHER G. MARCO

HEATHER G. MARCO

lehrt am Department of Biological Sciences der University of Cape Town, Südafrika. 2002-2003 war sie als Humboldt-Forschungsstipendiatin am Zentrum für Experimentelle Medizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zu Gast. Außerdem ist sie Humboldt-Alumnipreisträgerin und war Vertrauenswissenschaftlerin der Humboldt-Stiftung in Südafrika.


8. Vertiefte Forschung ist weiterhin nötig, um den Klimawandel zu bekämpfen

Der Klimawandel und seine vielfältigen Konsequenzen sind überall auf unserer Erde sehr deutlich sichtbar; entsprechend der physischen wie auch politischen Heterogenität unseres Planeten wirkt er unterschiedlich stark und wird auch sehr verschieden von uns Menschen reflektiert. Den Klimawandel möglichst aufzuhalten, erfordert aber globales Handeln basierend auf vertieften länderübergreifenden Forschungen. Die Humboldt-Stiftung ist eine hervorragende Plattform für derartige Studien; mir wurde ermöglicht, ein Netzwerk über alle Erdteile aufzubauen, und gemeinsam erforschen wir das Auftreten extremer Wetter- und Klimaereignisse wie Starkniederschläge oder extreme Stürme und deren längerfristige Vorhersage, eine besondere Herausforderung zur Katastrophenvorbereitung und Folgenreduktion. Ich hoffe sehr, dass die neue Regierung umfassende Maßnahmen und deren Finanzierung beschließt, die den Klimawandel weitestgehend zu begrenzen ermöglichen und vertiefte Forschung unterstützen.

Jürgen Kurths im Gespräch

JÜRGEN KURTHS

ist Senior Advisor am Institut für Komplexitätsforschung am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Professor und Senior Advisor an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Netzwerk der Humboldt-Stiftung ist er als Gastgeber und Gutachter aktiv.


9. Fostering cooperation with India and start-up culture

Being a resident of the largest democracy in the world (India), it is heartening to see in Germany a change of governance which keeps democracy vibrant, more so since I have had a close association with Germany (as a proud Alexander von Humboldt Foundation alumna) for the last 25 years. Scientific collaboration between the two countries has built a strong bond over the last 5 decades. Now, with India having more than 60 unicorn businesses (of which, more than 20 in 2021 alone), I hope, wish and look forward for linkage and funding of scientists and founders (start-ups) of our two countries.

Porträt von Amita Chandra

AMITA CHANDRA

ist Professorin für Physik an der Universität von Delhi, Indien. Sie war 1996-1997 Humboldt-Forschungsstipendiatin am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart und die erste Vertrauenswissenschaftlerin der Humboldt-Stiftung in Indien.


10. Mehr Risiko und weniger Regulierung, kommerzielle Anwendungen und Ausgründungen erleichtern

Die neue Bundesregierung sollte den Innovationsstau in allen Bereichen des Staates beheben. Defizite bei der Digitalisierung, der Beschleunigung der Verwaltung, dem Ausbau von Infrastruktur sind große Themen, die uns auch in der Spitzenforschung ausbremsen. Insbesondere sollte die Grundlagenforschung nicht Opfer eines übertriebenen Verwaltungs- und Regulierungsdrangs werden. Sonst bleibt uns in Deutschland vor lauter Formalia bald keine Zeit mehr für Wissenschaft. Öffentliche Mittel sollten leichter verfügbar sein, um die Ausgründung eines Start-ups innerhalb einer Universität oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung vorzubereiten. Förderprogramme wie GO-Bio (Gründungsoffensive Biotechnologie) oder EXIST (Beratung für gründungsinteressierte Studierende, Absolventen*innen sowie Wissenschaftler*innen aus außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Hochschulen) sind gut. Aber es dauert sehr lange und erfordert umfangreiche Anträge, bevor sie genehmigt werden. Auch könnte der Transfer vorhandenen Wissens in die private Kommerzialisierung besser begleitet werden.

JOCHEN GUCK

ist Direktor am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts und Professor für Biologische Optomechanik an der FAU Erlangen-Nürnberg. 2012 erhielt er die Alexander von Humboldt Professur für zelluläre Maschinen am Biotechnologischen Zentrum der TU Dresden und wechselte von der University of Cambridge zurück nach Deutschland.


11. Germany’s engagement for scientific exchange and science diplomacy is vital for the future

Over the last few years, I’ve come to appreciate the value of the science network created by the Humboldt Foundation. I admire the network’s openness, transparency, and the trusted dialogue that it facilitates across international boundaries. Supporting the Humboldt network is essential for science in this time of mistrust and misinformation, as it connects individuals in their shared beliefs, field, and purpose. It’s clear that scientific exchange and cultural diplomacy are influential tools in building bridges between countries and in developing cooperative strategies to overcome global challenges. I see the Humboldt network playing an important and vital role in Germany’s international engagement into the future.

JOSEPH S. FRANCISCO

ist Professor für Chemie an der University of Pennsylvania, USA. Er ist Mitglied der US-amerikanischen National Academy of Sciences und wurde 2021 auch in die Leopoldina, Nationale Akademie der Wissenschaften gewählt. Als Humboldt-Forschungspreisträger war er an den Universitäten in Duisburg-Essen und Wuppertal zu Gast. Er ist außerdem Mitglied des Board of Directors der American Friends of the Alexander von Humboldt Foundation.


12. Building safe havens for refugee researchers

Sadly, conflicts are steadily increasing around the world, leading to an expansion in the number of refugee researchers. Accordingly, support must be continued and expanded. An essential task would be to continue to work with concepts such as acceptance, tolerance and integration. Safe havens are only created where people are clear about what they can build, and the newcomers are ready to join in a new culture. It is clearly a collaboration. What is needed is mentoring, suitable jobs, and a lot of collaboration with private industry to bridge the gaps in employment in which highly skilled researchers are daily confronted.

Prof. Dr. Jeff Wilkesmann

JEFF WILKESMANN

war bis 2017 Professor für Chemie an der Universität von Carabobo, Venezuela. Als Geförderter der Philipp Schwartz-Initiative konnte er an die Hochschule Mannheim wechseln und ist heute Education Manager am European Institute of Innovation and Technology (EIT) und Lehrbeauftragter an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.


13. Geflüchtete Forscher*innen dauerhaft integrieren

Das Zeitalter, in dem zunehmend Wissenschaftler*innen aus Krisen- und Konfliktländern zwangsmigrieren müssen, birgt viele Herausforderungen, aber zugleich auch Chancen in Form von neuen Austausch- und Kooperationsmöglichkeiten. Spezielle Fonds und Förderinitiativen für gefährdete Forscher*innen stellen zwar einen lebenswichtigen Erstzugang in die Hochschullandschaft des Gastgeberlandes dar. Für nachhaltige wissenschaftliche Erträge kommt es allerdings entscheidend darauf an, die Bemühungen jener Stiftungen und Initiativen, die sich für verfolgte Wissenschaftler*innen einsetzen, durch arbeitsmarktpolitische und bildungspolitische Maßnahmen zu unterstützen, die auf die Entwicklung langfristiger Karriere- und Aufstiegsperspektiven abzielen.

ASLI VATANSEVER

ist Arbeits- und Schichtungssoziologin mit dem Schwerpunkt „Prekäre wissenschaftliche Arbeit“. Ihr laufendes Projekt am Bard College Berlin wird von der Philipp Schwartz-Initiative der Humboldt Stiftung unterstützt und beschäftigt sich mit verschiedenen Arten von Arbeiterbewegungen im akademischen Sektor in der Gegenwart.


14. Supporting women and international networks in research

Structural efforts to support women that I experienced during my research stay in Germany, gave me a sense of belonging. The system supported me in life situations related to having children and encouraged me to stay in science. Back in the Czech Republic, my experience enabled me to clearly communicate practical benefits of systemic measures that support women. I wish that the German government would strengthen cooperative networks like the Humboldt Network that are essential for exchange of experience that can lead to positive changes around the world.

Porträt von Vladka Petrakova

VLADKA PETRAKOVA

ist stellvertretende Leiterin der Abteilung für Biophysikalische Chemie der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag und Co-Gründungsmitglied der Initiative Czexpats In Science, die tschechische Wissenschaftler*innen im Ausland vernetzt. 2017-2019 war sie Humboldt-Forschungsstipendiatin an der FU Berlin.


15. KI für Klimaschutztechnologie made in Germany nutzen

Unsere Welt rast auf eine globale klimatische Katastrophe zu. Der Umbau hin zu einem klimaneutralen und nachhaltigen System ist für eine sichere und lebenswerte Zukunft für uns alle entscheidend. Deutschland hat immenses wissenschaftliches, soziales, und wirtschaftliches Potenzial. Die Hoffnung muss sein, dass neben der notwendigen energietechnischen Neuausrichtung auch Künstliche Intelligenz helfen wird, die noch komplexer werdenden Prozesse zu steuern und zu stabilisieren. Nachhaltige, klimaneutrale, intelligente Technologie aus Deutschland kann nicht nur zum Exportschlager werden, sondern auch global helfen, die Erderwärmung zu stoppen.

Porträt von Martin Buzt

MARTIN BUTZ

ist Professor im Fachbereich Informatik an der Eberhard Karls Universität Tübingen. 2017-2018 war er Feodor Lynen-Forschungsstipendiat an der University of Otage in Dunedin, Neuseeland.


16. Better synergies of support for African countries

The Alexander von Humboldt Foundation popularizes science in Africa by providing lifelong support to highly qualified scientists. It strengthens scientific links between African researchers and Germany. The foundation also supports the African-German Network of Excellence in Science for the south-south mobility of highly qualified doctoral students on the continent. My suggestion in the near future is for a better synergy between the different German structures and programs operating in Africa such as Humboldt Foundation, DAAD or VolkswagenStiftung.

ROMAIN LUCAS GLÈLÈ KAKAÏ

ist Professor an der Fakultät für Agrarwissenschaft der Université d'Abomey-Calavi in Benin. 2007-2008 war er Humboldt-Forschungsstipendiat an der Universität Freiburg, 2021 wurde er als Leiter eines von sechs neuen, in Afrika angesiedelten Humboldt-Forschungshubs zur Bewältigung von Pandemien ausgewählt.


(Pressemitteilung 32/2021)

Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher*innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer*innen – unter ihnen 57 mit Nobelpreis.

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