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Schwerpunkte der Stiftung im Jahr 2021

Saturn-ähnliches Dekortationsbild

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Grußkarte: Jahreszahl 2021 und Konfetti

Die Corona-Pandemie hat die Welt verändert und wird auch 2021 unsere Gesellschaften vor Herausforderungen stellen. Die Alexander von Humboldt-Stiftung und ihr internationales Netzwerk wollen dazu beitragen, Lösungen für diese Herausforderungen zu finden und die Krise als Chance für Veränderungen zu nutzen. Welche neuen Formen internationaler Zusammenarbeit und Forschungsmobilität brauchen wir? Wie nutzen wir neue Möglichkeiten der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz? Wie fördern wir Nachhaltigkeit, wie Diversität? Wie können wir unser Netzwerk erweitern und die in ihm versammelte Expertise besser nutzen und sichtbarer machen? Wie modernisieren und optimieren wir laufend unsere Arbeit und unsere Organisation, um den Herausforderungen gerecht zu werden? Auf Fragen wie diese zielt die neue, im vergangenen Jahr verabschiedete Strategie der Stiftung ab, aus der sich die Schwerpunkte unserer Arbeit in 2021 ergeben.

Neujahrsbotschaft 2021 von Hans-Christian Pape, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung

Das Netzwerk weiterentwickeln, sodass die Besten weltweit darin vereint sind

  • Wissenschaftliche Mobilität
    Der Klimawandel stellt unsere bisherigen Formen von Mobilität auch im internationalen Maßstab infrage. Covid-19 zwang zu schnellen und kurzfristig sogar radikalen Antworten darauf, wie wir physische Mobilität durch vernetztes Wissen und digitalen Austausch ersetzen können. Die Stiftung reagierte mit flexiblen Lösungen beim ortsunabhängigen Antritt von Forschungsstipendien, digitalisierten Netzwerkveranstaltungen und Wissenschaftsprojekten im digitalen Austausch. Auf den Erfahrungen des letzten Jahres aufbauend und auf Basis einer wissenschaftlichen Studie zur internationalen Forschungsmobilität wird die Stiftung neue Konzepte entwickeln, um die Vorteile der persönlichen Begegnung mit den Chancen des virtuellen Raums zu verbinden. Hybride Formen sollen digitalen und persönlichen Austausch vereinen. Hierbei sollen digitale Instrumente nicht nur verstärkt die Kommunikation erleichtern. Der Austausch von Daten und Wissen in digitalen Netzwerken ist ein weiterer konzeptioneller Schwerpunkt der Humboldt-Stiftung im Jahr 2021. Der verstärkte Einsatz digitaler Instrumente wird auch ein wichtiger Bestandteil einer Nachhaltigkeitsstrategie sein, die aktuell erarbeitet und im Jahr 2021 veröffentlicht wird.

  • Rekrutierung und Netzwerkentwicklung
    Die Stiftung will ihr Netzwerk kontinuierlich weiterentwickeln und neue Potenziale erschließen. Neben neuen Konzepten zur wissenschaftlichen Mobilität ist das Henriette Herz-Scouting Programm ein wichtiger Baustein. Es erlaubt die direkte Gewinnung besonders umworbener internationaler Talente und erweitert den Kreis von Humboldt-Gastgeber*innen in Deutschland. Dabei zielt es auch auf noch junge Wissenschaftler*innen ab, die besonders von den Möglichkeiten der direkten Rekrutierung von Forschungstalenten aus dem Ausland und der Aufnahme ins deutsche Humboldt-Netzwerk profitieren. Damit verstärkt die Stiftung ihre Impulse für die Internationalisierung der deutschen Wissenschaft.
    Um die Auswahl neuer Humboldtianer*innen effizienter zu machen und die Mitglieder des Netzwerks zu unterstützen, werden die digitalen Instrumente der Stiftung ebenfalls weiterentwickelt. Dazu gehört auch die Beratung von Bewerber*innen, aktuell Geförderten und Alumni.

  • Subnetzwerke stärken
    Wissenschaft findet immer auch in nationalen oder regionalen Kontexten statt, die für bestimmte Fragestellungen und Rahmenbedingungen sorgen. Das mehrt  den gesellschaftliche Nutzen vor Ort. Zugleich wird die Vielfalt der Perspektiven im internationalen Austausch gefördert – und damit der wissenschaftliche Fortschritt. Mit Initiativen wie den neuen Humboldt-Forschungshubs in Afrika werden das internationale Humboldt-Netzwerk deshalb regional verstärkt, der Austausch auf Augenhöhe und die gesellschaftliche Verankerung gefördert.

  • Künstliche Intelligenz
    In ihrem Netzwerk fördert die Stiftung zahlreiche Wissenschaftler*innen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Damit und vor allem mit der Alexander von Humboldt-Professur für Künstliche Intelligenz unterstützt die Stiftung die KI-Strategie der Bundesregierung. Die Stiftung will helfen, ein neues Feld zu erschließen, indem sie herausragende etablierte, aber auch noch junge Forscher*innen mit bislang ungewohnten Karrierewegen unterstützt. So sollen um die Geförderten der Stiftung herum nachhaltige Strukturen entstehen, in denen nicht nur an Grundlagen und Anwendungen von KI in unterschiedlichsten Feldern geforscht wird, sondern in denen auch die Talente von morgen entwickelt werden, um so das Forschungsgebiet insgesamt zu stärken und in Deutschland zu etablieren. Dabei geht es auch um Fragen, die nicht nur technisch beantwortet werden können. Auch die gesellschaftlichen, rechtlichen und ethischen Dimensionen sollen bearbeitet werden, um die Chancen der KI für unsere Zukunft umfassend zu erforschen und nutzbar zu machen.

Nutzen schaffen und Verbindungen im Netzwerk stärken

  • Diversität
    Diversität gehört zur DNA der Stiftung und ihrem internationalen und interdisziplinären Netzwerk. Die Vielfalt von Meinungen und Perspektiven und die Arbeit in gemischten Teams sind essentiell für wissenschaftlichen Erfolg. Vielfalt bedeutet für die Stiftung zudem Chancengerechtigkeit. Sie ist Voraussetzung dafür, dass Diversität und ihre Vorteile entstehen und genutzt werden können. Mit der Erarbeitung einer Diversitätsstrategie sowie mit einer wissenschaftlichen Genderpotenzialanalyse in verschiedenen Ländern wird die Stiftung eine Grundlage schaffen zur weiteren Optimierung ihrer Förderarbeit mit dem Ziel, die Diversität in ihrem Netzwerk zu steigern. Außerdem wird die Stiftung mit der Kampagne #ProgressDiversity 2021 mit Analysen, redaktionellen Inhalten und Beispielen aus ihrem Netzwerk für das Thema werben.

Das Netzwerk produktiv machen und seinen Nutzen für die Gesellschaft vermitteln

  • Wissenschaft und Gesellschaft
    Die Stiftung wirbt dafür, wie wichtig internationale Zusammenarbeit ist und stellt dar, welchen Beitrag das interdisziplinäre Humboldt-Netzwerk zur Bewältigung der aktuellen Krise sowie zu den großen Menschheitsherausforderungen leistet. Durch die individuelle Förderung herausragender Forschung wird die Stiftung weiterhin zur Entwicklung von Lösungen beitragen, die die Resilienz unser Gesellschaften stärken und grundlegende Probleme wie den Klimawandel bekämpfen, indem nachhaltige Formen des Wirtschaftens und Lebens entwickelt und gestärkt werden. Mit neuen Formaten gibt die Stiftung Impulse für die wissenschaftspolitische und gesellschaftliche Diskussion. Hierzu zählt beispielsweise eine große internationale Tagungsreihe Humboldt Topic X Conference zu jährlich wechselnden Schwerpunkten, die 2021 zum Thema „Virtual Networks“ startet. Hinzu kommt mit dem geplanten Humboldt Residency Programme  eine Art interdisziplinärer und internationaler Think Tank auf Zeit, bei dem sich eine Gruppe ausgewählter Wissenschaftler*innen aus dem Humboldt-Netzwerk trifft, um über mehrere Wochen ein gesellschaftlich wichtiges Thema zu bearbeiten.

  • Wissenschaftskommunikation
    Wie wichtig Wissenschaftskommunikation ist, wurde durch die Corona-Pandemie deutlicher denn je. Die Stiftung wirbt für fakten- und wissenschaftsbasiertes Handeln und stärkt das Verständnis für die Prozesse des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns. Dies tut sie auch in langjährigen Partnerschaften wie der mit dem Science Media Center Deutschland, mit ihrer Arbeit in der Allianz der Wissenschaftsorganisationen, mit Preisen für Alumni-Initiativen oder mit Projekten wie dem im letzten Jahr gestarteten Communication Lab for Exchange between Research and Media. Im Jahr 2021 werden diese Aktivitäten fortgesetzt und verstärkt, etwa durch die neue Kooperation mit „Wissenschaft im Dialog“ und die Veranstaltung der gemeinsamen internationalen Summer School „Communicating Science“ für Nachwuchswissenschaftler*innen.

Die Stiftung als Netzwerk-Organisation zukunftsorientiert ausrichten

  • Organisationsentwicklung
    Ob wachsende internationale Konkurrenz, veränderte Mobilitätsanforderungen, neue Forschungsfelder, regionale politische oder wissenschaftssystemische Herausforderungen, wie etwa die Überlastung des Gutachtensystems: Die Stiftung muss sich als Organisation ständig weiterentwickeln und ihre Instrumente verbessern. Mit ihrer neuen Strategie und zahlreichen Projekten zur Modernisierung und Digitalisierung ihrer Arbeit hat die Stiftung sich als Organisation und Arbeitgeberin auf vielen Ebenen erneuert und ihre Standards zertifizieren lassen. Im Mittelpunkt standen und stehen die Leistungsfähigkeit der Geschäftsstelle und die Fokussierung ihrer Arbeit auf die strategisch wichtigen Themen rund um die Fortentwicklung des Netzwerks und seiner Nutzbarmachung. Dieser Prozess wird fortgesetzt. So sollen die Angebote der Stiftung ausgebaut und wo nötig ergänzt werden. Auch die internen Prozesse werden regelmäßig geprüft und verbessert. Ein besonderer Fokus der Organisationsentwicklung wird 2021 auf den Themen Nachhaltigkeit, Diversität und – weiterhin – Digitalisierung liegen. Darüber hinaus soll das Profil der Stiftung als Arbeitgeberin geschärft und weiterentwickelt werden.

     

Ausblick

Die Welt verändert sich – und die Stiftung mit ihr. Internationale Kooperation, wissenschafts- und faktenbasiertes Handeln sowie Vertrauen und Solidarität über Grenzen hinweg sind wichtiger denn je. Hierfür stehen die Stiftung und ihr Netzwerk. Mit unseren Projekten und Schwerpunkten des Jahres 2021 wollen wir unsere Potenziale noch besser ausschöpfen und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit auch in der Zukunft schaffen. Neben Schwierigkeiten und Härten hat das Krisenjahr 2020 auch gezeigt, welche Kraft und Veränderungsdynamik in der Wissenschaft, im Humboldt-Netzwerk und in der Stiftung selber stecken – ermöglicht auch und nicht zuletzt durch die flexible Unterstützung der Partner*innen und Förder*innen der Stiftung. Zusammen mit dem medizinischen Fortschritt und der Entwicklung wirksamer Impfstoffe lässt dies optimistisch ins Jahr 2021 blicken.